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Nach Spiel gegen 1. FC Kaiserslautern vor Scheideweg
Patrick Brechtel rückte vor Kurzem als Interimsnachfolger des entlassenen Andreas Backmann zurück auf die Trainerbank des Fußball-Verbandsligisten SV Rülzheim. Im Sommer macht er Schluss. Brechtel wird auch sein Amt als Sportlicher Leiter niederlegen, das er dann offiziell genau ein Jahr innehatte. Es ist der nächste gravierende Einschnitt bei dem um den Klassenverbleib erhalt ringenden Verbandsligisten. Und nicht der letzte.
Irgendwann eine Zeit ohne Fußball
Brechtel spricht von einem Prozess, der mit der sportlichen Situation und den anstehenden Veränderungen auf Vorstandsebene, wo Uwe Drews angekündigt hat, den Vorsitz abzugeben, nichts zu tun habe. „Mit ihm habe ich sehr gut zusammengearbeitet und es passte auch menschlich“, betont der 39-Jährige; doch er habe immer gewusst, dass es irgendwann eine Zeit ohne Fußball geben müsse. Auch wenn daran selbst seine Frau immer gezweifelt habe.
„Diese Gedanken wurden zuletzt intensiver. Ich will jetzt die Erfahrung machen, wie es ist, nur zu arbeiten und danach zur Familie zu können. Da freue ich mich drauf“, so der Angestellte der Gemeinde Rülzheim. Er schließt nicht aus, irgendwann wieder eine Funktion im Fußball zu übernehmen. „Aber im Sommer definitiv nicht. Ich will mal auf den Sportplatz gehen, mein Bierchen trinken und dann einfach wieder heimgehen.“ Seine beiden Töchter, 13 und sechs Jahre alt, werden dann mehr von ihrem Papa haben.
„Kader steht zu 90 Prozent“
Den Verein sieht Brechtel gut auf den Wechsel in den Führungspositionen vorbereitet: „Der Kader steht zu 90 Prozent.“ Er will ab sofort keine Entscheidungen mehr treffen. „Ich habe meine Ohren noch am Geschehen. Wenn ich etwas mitbekomme, was für den Verein gut sein könnte, dann gebe ich das weiter“, sagt der ehemalige Mittelfeldspieler, der immer wieder auf dem Feld ausgeholfen hat.
Neben dem im Amt befindlichen Vorstand ist auch ein Perspektivteam, das ab Sommer vakante Vorstandsposten übernehmen soll, in die Entscheidungen eingebunden, wie Geschäftsführer Franz Pietruska auf Anfrage erklärt. Namen „des im Hintergrund geräuschlos formierten Perspektivteams“ werden nicht genannt.
Am 18. Juni gegen FCK
Klar ist laut Brechtel, dass Jugend-Vorstand Heiko Glosinski im neuen Vorstand bleibt. Pietruska und auch Finanzvorstand Reiner Koch wollen künftig nur noch „in der dritten Reihe“ unterstützen. Die Trainersuche läuft.
Die Neuwahlen sind auf den 8. Juli verschoben worden. Grund ist das vereinbarte Freundschaftsspiel am 18. Juni gegen den 1. FC Kaiserslautern. Pietruska begründet: „Das soll der alte Vorstand noch zu Ende bringen und dann das Ganze unbelastet an die Nachfolger übergeben. Es wird ein schöner Übergang in jüngere Hände und ich freue mich, dass diese jungen Leute auch bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“
Das Spiel gegen den FCK vor 3000 bis 4000 Zuschauern soll laut Pietruska einen krönenden Saisonabschluss für den Verein und die Belohnung für die „stets kämpfende Verbandsliga-Mannschaft“ bilden. Pietruska hofft, dass die Mannschaft in der Verbandsliga bleibt. Dies ist bis zum 5. Juni geklärt. Derzeit belegt Rülzheim einen der fünf möglichen Abstiegsplätze. Die Kluft zum rettenden Ufer beträgt vier Zähler.