Drei Fragen
Marielle Nagel: 300 Meter vom Büro zum Sportplatz
War das der erste Karriere-Hattrick?
Mit den Juniorinnen von Fortuna Göcklingen gelangen uns mehrere Kantersiege. Da habe ich auch schon vier oder fünf Tore erzielt. An einen Hattrick kann ich mich nicht bewusst erinnern. Zwei Tore fielen gegen Harthausen/Weingarten nach Standards. Ich konnte einen Freistoß direkt aus 20 Metern und einen Strafstoß nach Foul an Gloria Bast verwandeln. Den dritten Treffer habe ich unserer Kapitänin Eva Herder zu verdanken. Sie war die stärkste Spielerin auf dem Feld und krönte ihre tolle Leitung mit einem präzisen Zuspiel.
Ihre Elf nimmt erst seit Sommer 2022 am Spielbetrieb teil. Wie läuft’s?
Der Anfang war schwer. Wir haben mehrere Mütter im Kader, hatten zwischenzeitlich eine lange Verletztenliste. Mehrere Partien mussten verlegt werden, am Saisonende war das Programm dicht gedrängt. Viele Spielerinnen hatten zuvor noch nie aktiv gespielt, die neuformierte Elf musste sich erst kennenlernen. Nach dem vorletzten Tabellenplatz gab es Überlegungen, eine Klasse tiefer in der Bezirksliga anzutreten. Doch wir haben gemeinsam entschieden, die Herausforderung in der Landesliga erneut anzunehmen. Durch mehrere Neuzugänge konnte der Kader auf 31 Spielerinnen aufgestockt werden. Das Training ist gut besucht. Das Team hat sich jetzt gefunden.
Wie bringen Sie Beruf und Traineramt unter einen Hut?
Ich war zuvor Cotrainerin von Stefan Weissig, der aus zeitlichen Gründen zum Saisonende aufgehört hat. Gespräche mit möglichen externen Nachfolgern führten zu keinem Ergebnis. Da habe ich mich der Verantwortung gestellt. Samira Schmidt unterstützt mich. Ihr Vater Ronald Schmidt spielte viele Jahre beim SV Wernersberg. Er coacht an der Seitenlinie, wenn wir beide auf dem Platz stehen. Es ist nicht immer ganz einfach. Doch der Sportplatz ist zum Glück nur 300 Meter von meinem Büro bei der Fensterbau Weiß & Sohn entfernt. Da trage ich die Personalverantwortung für rund 50 Mitarbeitende, betreue Großprojekte und bin Anprechpartnerin für unsere Architekten. Meist gehe ich direkt von meinem Schreibtisch ins Training.