Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Kraftsport: Der Weltmeister mach Diät – Esmail Shokohi setzt sich Powerlifting-Krone auf

Luft holen: Weltmeister Esmail Shokohi.
Luft holen: Weltmeister Esmail Shokohi. Foto: KSC

Esmail Shokohi vom Kraftsportclub Germersheim ist Weltmeister im Powerlifting. Für Trainer Johannes Schiller kam der Titel nicht überraschend. Shokohi habe noch Luft nach oben gehabt. Dementsprechend hoch setzt der Kurde seine Ziele für die Zukunft an.

Bankdrücken, Kreuzheben. Klingt wie ein Wochenende im Fitnessstudio. Wenn das Ganze allerdings zum Kräftemessen vor internationalem Publikum wird, ist klar: Hier geht es nicht um Muskelaufbau. In Halle an der Saale war die Weltmeisterschaft im Powerlifting.

In der höchsten Gewichtsklasse ab 145 Kilogramm stand ein Kurde aus dem Iran oben auf dem Treppchen. Er hielt eine Deutschlandflagge in die Luft. Der Weltmeister Esmail Shokohi trainiert seit drei Jahren beim Kraftsportclub Germersheim. Es ist sein erster Weltmeistertitel. „Auf lange Sicht hatten wir schon das Ziel, dass Esmail Weltmeister wird“, sagt Trainer Johannes Schiller. „Das ging jetzt aber schneller als gedacht.“

Drei Disziplinen, ein Ergebnis

Im Powerlifting treten die Konkurrenten in drei Disziplinen an: Kniebeuge, Bankdrücken, Kreuzheben. Die reine Addition der gestemmten Gewichte bestimmt den Sieger. 290 Kilogramm Kniebeuge, 185 Kilo Bankdrücken und 280 Kilo Kreuzheben brachten Shokohi 755 Punkte ein. „Ich hätte noch mehr stemmen können. Aber die Gewichte haben für den Titel gereicht“, sagt der Weltmeister. Im September war Shokohi mit 712,5 Punkten Deutscher Meister.

Der 38-Jährige macht den Kraftdreikampf seit etwa 22 Jahren. Seit drei Jahren ist er in Deutschland, seit zwei Jahren trainiert er in Germersheim. „Mit gefällt es sehr gut hier. Ich habe in Johannes Schiller den besten Trainer. Er hat mir viel mitgegeben“, sagt Shokohi. Zum Kraftsportclub kam er über eine Anzeige in der Zeitung, wie Schiller erzählt: „Er hat bei uns bessere Möglichkeiten als in einem normalen Fitnessstudio. Der nächste Kraftsportverein wäre in Mannheim.“ Die Zeit vor großen Wettkämpfen sei intensiv. Shokohi trainiere hart, mache Diäten und dürfe nicht krank werden. „Alles muss passen“, sagt Schiller.

Familienmensch

Der Trainer ist stolz, auch wenn er die Leistung etwas relativiert: „Er tritt in der höchsten Klasse an, da ist die Konkurrenz überschaubar. Dennoch muss man erst mal zur WM kommen, da die Qualifikationsnormen sehr anspruchsvoll sind.“ Die Athleten mussten in vorangegangenen Wettkämpfen anspruchsvolle Mindestergebnisse erzielen. Einige seien nicht angetreten. „Wäre die WM in den USA gewesen, hätte die Konkurrenz anders ausgesehen“, sagt Schiller.

Shokohi sieht sich für zukünftige Wettkämpfe gerüstet. Der Weltrekord liegt laut dem Athleten bei 889 Punkten. Der Kurde visiert die 900-Marke an: „Ich hoffe, ich schaffe das nächstes Jahr.“ Bis dahin will der Security Guard, der früher bei Michelin arbeitete, seine Deutschkenntnisse verbessern.

Shokohi ist Familienmensch, verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Seine Frau war früher Kraftsportlerin. Für den ehemaligen Asienmeister war die Weltmeisterschaft das letzte Kräftemessen des Jahres.

Felix Schönhöfer

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