Handball
Kinder tragen Mini-WM in acht Hallen aus
Jette, Magareta, Nela und Mylene spielen Handball in Kirrweiler und sind gespannt wie ihre Mitspielerinnen. Die Mannschaft steigt am Samstag, 11 Uhr, in die „Mini-Weltmeisterschaft“ ein. In acht Hallen werden pfalzweit bis 15.30 Uhr Vorrundenturniere gespielt. Angelehnt an die echte U21-WM der Männer, die am 20. Juni beginnt und in Deutschland und Griechenland ausgetragen wird. Die Kirrweilerer Mädchen sind Schweden. Zwei Mädchenmannschaften werden in die Hauptrunde einziehen. Denn sowohl in Kirrweiler als auch in Bornheim treten nur Mädchen an.
Ja, die Trikots sind schon da, sagt Heike Nickel vom TV Kirrweiler. Sie trainiert die Kinder, die in der Mädchen-Pfalzliga antreten. Sie kommen aus dem Ort, aus Diedesfeld, Maikammer, Venningen. Drei Jahre nach dem Corona-Ausbruch scheint alles wie vorher zu sein. „Man merkt nichts mehr. Wir können uns nicht beschweren“, sagt Nickel und erinnert sich daran, wie Eltern Angst hatten, ihre Kinder ins Training zu schicken, sodass einige Kinder dem Handball verloren gingen. Die WM im Januar, die Schule, Freunde: Nickel hat viele Ansätze, weshalb es aufwärts geht. 17 Kinder seien in der weiblichen E-Jugend.
Die Trikots sind zu lang
Die Kirrweilererinnen spielen in Gelb. Die Trainerin hat 16 Baumwollshirts mit Trikotnummer und Name des Landes darauf zu verteilen, zwei für die Coaches. Sie amüsiert sich: Vielleicht sechs Trikots passten von der Größe. Den meisten Spielerinnen seien sie viel zu lang. Egal: „Die Kinder sind schon im Schweden-Fieber.“ Sie fertigen ein Plakat an, weil sie das Land, das sie repräsentieren, vorstellen sollen. „Da gehen die Finger hoch. Das sind sie sehr lebhaft“, sagt Nickel.
Die Gruppengegner sind Slowenien (Kandel/Hagenbach, in Rot), Bahrain (Dansenberg, in Weiß) und Nigeria (Edigheim, in Grün). Andere Vorrundenturniere sind in Offenbach, in Kandel, im Schulzentrum Mundenheim, in Niederfeld, Waldsee und Edigheim. Die WM-Shirts bleiben bei den Mannschaften. Sandra Hagedorn, Geschäftsführerin des Verbandes, hat alle Vereine informiert: „Die Ausrichter haben hoffentlich die Möglichkeit, die jeweiligen Nationalhymnen beim Einmarsch abzuspielen. Toll wäre eine Anmoderation des Landes und dann der Einmarsch zur Musik, bis alle vier Teams auf dem Feld stehen.“
Großer Zulauf
Roland Gantner, Trainer der JSG Mundenheim/Rheingönheim, wird die Trikots am Spieltag ausgeben. Schade sei es, dass die Trikots nicht nach individueller Größe hätten bestellt werden können. Dass die Mädchen Portugal darstellten, sei für sie nicht so wichtig: „Sie finden es cool, dass sie bei der Mini-WM dabei sind.“ Nun liegt es an der JSG, am Samstag für Länderspielcharakter zu sorgen.
Er habe ähnliche viele Spielerinnen wie Kirrweiler, sagt Gantner: „Als ich vergangenes Jahr angefangen habe, war es noch überschaubar. Seitdem haben wir viel Zulauf.“ Auch über den Grundschulaktionstag.
Aus der Ballschule gekommen
Brigitte Aichinger erläutert, wie es bei der JSG zusammenläuft: Die Minis, in Rheingönheim seien 25 Kinder aus der Ballschule dazugekommen, seien in den Stammvereinen organisiert. Ab der F-Jugend spielten die Mannschaften in der JSG.
In der Mundenheimer Mini-WM-Gruppe spielen auch die Mädchen der wSG Rheinauen. Die Konkurrenten sind zweite Jungen-Mannschaften. Eine strikte Trennung gibt es noch nicht. In der E-Jugend treten Mädchen mit Jungs in einem Team an.
WM-Plakate basteln
Im TV Offenbach ist Christian Steilen der Mann für die E-Jugendlichen. „Sie freuen sich darauf und bereiten sich gut vor“, sagt er, als er vom Training kommt. In der Regel seien 20 Kinder da, die, getrennt nach Jahrgang, in zwei Teams spielten. Darunter seien vier Mädchen, von denen Lea am Samstag spielen werde. Am Donnerstag will Steilen mit den Kindern das WM-Plakat basteln. Jeder habe zu Frankreich eine Idee: Die französische Fahne, der Eiffelturm und ein Foto der Nationalmannschaft sollen aufs Plakat. Ein Gruppengegner der „Franzosen“ ist Kroatien – den Lokalrivale SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam darstellt.
Jungschiedsrichter werden die Spiele leiten. In Kirrweiler Lara Hauenstein und Mika Haffa. Spielzeit: zweimal zehn Minuten. Die Hauptrunde ist für 7. Mai geplant, das Final Four für den 18. Juni in Haßloch.
Infos
Gruppe A in Offenbach: Frankreich (TVO), Polen (HSG Mutterstadt/Ruchheim), Kroatien (SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam), USA (HSG Lingenfeld/Schwegenheim)
Gruppe B in Kandel: Algerien (TV Wörth), Deutschland (HSG Dudenhofen/Schifferstadt), Tunesien (HSG Landau/ Land), Libyen (SG Kandel/Hagenbach)
Gruppe C (Schulzentrum Mundenheim): Portugal (JSG Mundenheim/Rheingönheim), Brasilien (HSG Eckbachtal II), Kuwait (wSG Rheinauen), Costa Rica (HSG Mutterstadt/Ruchheim II)
Gruppe D in Niederfeld: Spanien (VSK Niederfeld), Faröer (TuS KL-Dansenberg), Japan (HSG Eckbachtal), Angola (JSG Lambsheim/Frankenthal/Bobenheim-Roxheim)
Gruppe E in Waldsee: Ungarn (TuS Heiligenstein), Dänemark (TG Waldsee), Argentinien (mHSG Friesenheim/Hochdorf II), Norwegen (JSG Grethen/Maxdorf)
Gruppe F in Kirrweiler: Schweden (TV Kirrweiler), Slowenien (SG Kandel/Hagenbach), Bahrain (TuS KL-Dansenberg), Nigeria (TV Edigheim)
Gruppe G in Edigheim: Serbien (TuS Neuhofen), Island (TV Edigheim), Chile (HSG TSG/1. FC Kaiserslautern), Marokko (mHSG Friesenheim/Hochdorf)
Gruppe H in Bornheim: Ägypten (HSG Dudenhofen/Schifferstadt), Griechenland (SV Bornheim), Kuba (SG Ottersheim/Bellheim), Saudi Arabien (TSG Friesenheim).