Lokalsport Südpfalz Jeder hat seine Methode
«LANDAU.» 17 von 33. Wäre die Punktzahl noch „befriedigend“ in einer Klassenarbeit? Mit „gut“ schneiden die Grundschulen des Kreises SÜW und der Stadt Landau heute jedenfalls nicht ab beim Vielseitigkeitswettkampf Leichtathletik im Landauer Stadion. 16 „schwänzen“. Die da sind, können davon berichten, wie stolz Schüler sind, ihre Schule als Team zu vertreten.
Christoph Meyer (SÜW) und Mario Andruchowicz (Landau), die Berater für Schulsport für Grundschulen, haben die Mannschaften aufgerufen, sich auf dem Rasen zu versammeln. Nachdem sie das Ergebnis verkündet und Pokale, gesponsert von der Sparkasse, vergeben haben, klatschen sie sich ab: Auch diese Veranstaltung, eine von neun Veranstaltungen im Jahr, ist gut über die Bühne gegangen. Sechs Fußballwettbewerbe in der Halle und im Freien, Leichtathletik-, Schwimm- und Turn-Wettbewerb nennt Andruchowicz (54). Er ist Lehrer an einer Schule, „an der Ali nicht der Türke ist, sondern Ali“, und die wieder unter den Siegern ist: Die Pestalozzi-Grundschule wird Erste der städtischen Grundschulen. Was ist mit Basketball, mit Handball? Das sei nicht so gefragt, sagt Andruchowicz. Heute verlangt: Zonenweitsprung, Flatterballweitwurf, Hochsprung, Ausdauerlauf, Pendelstaffel, Medizinballstoßen. Wer am erfolgreichsten abschneidet, bekommt jeweils die 1. Sechs Punkte ist das Optimum. Die Pestalozzi-Schule hat sich vorbereitet. Hochsprung und Ballstoßen hat Andruchowicz mit seinen Schülern aus sechs Nationen extra geübt. Jeder hat seine Methode. Manch eine muss trösten. „Herzlichen Glückwunsch“ sagt Elke Grimminger (57) zu ihrem verhinderten Meister-Team, Zweiter mit 15 Punkten bei den großen SÜW-Grundschulen. „Pech gehabt: Ein Punkt trennt uns. Morgen gibt’s Urkunden“, muntert sie ihr enttäuschtes Team auf. Grimminger leitet die Grundschule Annweiler und dort auch die Leichtathletik-AG. Früher war sie Hürdensprinterin. 316 Schüler hat sie, auch aus Wernersberg hat sie Kinder dabei. „Wir haben viele bewegungsfröhliche Kinder, Handball, Fußball, Leichtathletik“, sagt sie. 14 hat sie mitgenommen. Eine Schulmannschaft besteht aus mindestens zehn Kindern, mindestens fünf Mädchen. Es darf gewechselt werden. Fabian Möschter (34) hat an der Klingbachschule Billigheim-Ingenheim extra die Bundesjugendspiele auf die Disziplinen des Vielseitigkeitswettkampfs umgestellt. Ist es schwierig, ein Team zusammenzustellen? „Die sind alle stolz“, sagt er, der bis zu seinem Studium Fußball in Eschbach und Rohrbach gespielt hat. Elisabeth ist schon im Leichtathletikverein. Nicole Jäger (44) von der Grundschule Herxheim hat Fußballer Noah und Leichtathlet Nico dabei. Nach den Bundesjugendspielen wurde ihr Team zusammengestellt. „Die wollen mit. Es ist ein großes Ereignis, eine Ehre, für die Schule zu starten“, sagt die einstige Rheinland-Pfalz-Meisterin im Skifahren. David Weiß (33) betreut das Team der Grundschule Offenbach, den Titelverteidiger, für den es heute nicht gut läuft. Weil die Bundesjugendspiele erst am Freitag waren, hat er vorher mit Sportfachkollegen und Klassenleitern abgesprochen, wer mitkommt. Zum ersten Mal sei es vorgekommen, dass ein Mädchen nicht gewollt habe, erzählt der Fußballer Weiß. „In 99,9 Prozent der Fälle sind die am Start“, weiß er zu berichten. Emma, Lana und Judith sind Leichtathletinnen im Team, das diesmal nicht über den fünften Platz hinauskommt. Sport schult auch die Unterlegenen. Ergebnis Große Grundschulen SÜW: 1. Herxheim 14 Punkte, 2. Annweiler 15, 3. Edenkoben 17, 4. Billigheim-Ingenheim 19, 5. Offenbach 25 Kleine Schulen SÜW: 1. Edesheim 9, 2. Böbingen-Gommersheim 12, 3. Roschbach 18, 4. Ilbesheim 20 Landau: 1. Pestalozzi 10, 2. Horstring 22, 3. Dannheim, Godramstein, Grundschule Süd je 25, 6. Queichheim 31, 7. Nußdorf 35, 8. Thomas Nast 38