Lokalsport Südpfalz Interview: „Lange geht das nicht mehr gut“
Johanna Schlemilch ist Jugendsprecherin des Vereins. Die 18-Jährige aus Bornheim war zuletzt mit Gastspielrecht in der A-Jugend-Bundesliga für die TSG Friesenheim am Ball. Im Januar gehen die Abiturprüfungen los.
Mehrwochen-Challenge, Wochenchallenge. Wie kommen Sie und Ihre Mitstreiter auf Ideen, wie sie Jugendhandballer in Corona-Zeiten in Bewegung halten?
Es kann total ätzend sein, nichts zu tun. Wir haben überlegt, wie wir die Spieler motivieren. Plank-Challenge und Burpee-Challenge kenne ich vom Sportunterricht, die laufen auch auf Youtube. Eine Plank ist ein Unterarmstütz. Burpee heißt die Übung aus Kniebeuge, Liegestütz und Strecksprung. Basteln, aus Steinen und Blättern ein Bild zu legen, das mit Handball zu tun hat, das haben wir uns selbst überlegt.
Für Bilder von Spielern unter Straßenlaternen ist ein gutes Smartphone erforderlich. Heißt das, dass Eltern ihre Bambini unterstützen, oder dass jeder ein Smartphone hat?
Ich denke mal, dass die D-Jugendlichen schon ein Handy haben. Bei den Kleinen kann ich mir vorstellen, dass die Eltern mit ihren Kindern einen Spaziergang gemacht haben für die Bilder.
Wie viele der Spieler nehmen teil? Müssen sie?
Teilzunehmen, das überlassen wir den Spielern. Wir wollen keinen zwingen. Es geht darum, Spaß zu haben, nachdem das Training ausfällt. Viele haben mitgemacht. Fünf bis zehn von 20 aus jeder Mannschaft.
Ist das viel?
Hm. Das nicht jeder mitmacht, haben wir uns schon gedacht. Sie haben ja unterschiedliche Interessen. Der eine findet diese Übung cool, der andere eine andere Übung. Die Challenge ist kein Trainingsersatz, sie ist eher dafür da, sich mit anderen messen zu können und die Möglichkeit zu haben, etwas zu machen. Der weiblichen C-Jugend geben wir jede Woche einen Trainingsplan und hatten eine Videokonferenz. Ich denke, dass die meisten Trainer so was als Trainingsersatz machen.
Sind es gegenüber dem Anfang weniger Teilnehmer geworden?
Nein, die Teilnehmerzahl ist konstant geblieben.
Wer hat die meisten Burpees geschafft?
Vier Spielerinnen, alle von der weiblichen C-Jugend, haben je 16 in einer Minute geschafft. Bei den „kleinen“ Jungs ist einer auf 20 gekommen.
Wie ist die Resonanz von Eltern?
Sie haben uns die Ergebnisse geschickt. Ein paar haben geschrieben, dass sie die Aktion gut finden. Es sei schön, die Kinder mal aus ihrem Alltagstrott zu holen.
Wie lange können die Vereine das durchhalten, ohne dass sie Kinder verlieren?
Ich denke, dass die meisten Vereine bereits Spieler verloren haben, darunter auch wir. Deshalb haben wir auch die Challenge ins Leben gerufen, um unsere Spieler beim Handball zu halten. Lange geht das aber nicht mehr gut. Wir wollen alle zurück in die Sporthallen. Für Januar und Februar sehe ich aber noch schwarz. Vielleicht können wir Ende Februar trainieren. Für den Start der Runde ist März, eher April realistisch.