handball RHEINPFALZ Plus Artikel In Großwallstadt gekündigt

Daniel Meyer in seiner Zeit beim TSV Kandel.
Daniel Meyer in seiner Zeit beim TSV Kandel.

Daniel Meyer, der sein Hobby zum Beruf gemacht hatte, wechselt den Job und ist mit Frau und Kind zurück in der Südpfalz

Daniel Meyer, der die Handballerinnen des TSV Kandel 2014 als Trainer in die Dritte Liga geführt hatte und sich ein Jahr später verabschiedete, ist zurück in der Pfalz. Es ist in zweierlei Hinsicht eine Rückkehr für den bisherigen Cotrainer des Handball-Zweitligisten TV Großwallstadt, bei dem er auch federführend für das Jugendkonzept verantwortlich war. Meyer, der sein Hobby zum Beruf gemacht hatte, nimmt eine komplette Auszeit vom Sport.

Das Wort „Heimweh“ hört er in diesem Zusammenhang nicht so gerne: „Es passt eher zu einem Schulferienlager mit 14-Jährigen.“ Meyer ist 40. Dass er mit seiner Frau wieder zurück in die südliche Südpfalz wollte, wo auch die Großeltern des gemeinsamen dreijährigen Sohns leben, wo seine und die Wurzeln seiner Frau Madeleine liegen, das sei schon richtig. Und auch der ausschlaggebende Punkt gewesen für seine Kündigung des unbefristet laufenden Vertrages beim TVG. „Zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt für den Verein; aber die Wirtschaft richtet sich nicht nach einer Handballsaison“, sagt Meyer.

Innendienst statt lange Abende

„Die Rückkehr in die Heimat musste auch mit dem Beruf einhergehen. Jetzt hatte ich ein passendes Angebot außerhalb des Handballs“, erklärt er. Meyer, gelernter Bankkaufmann, arbeitet seit Monatsanfang bei einer Versicherung im Innendienst. Vorbei sind die langen Abende in den Handballhallen oder Fahrten zu Spielen in Wilhelmshaven, diese fordernde Doppelfunktion aus Cotrainer des Zweitliga-Männerteams und Jugendkoordinator der TVG-Akademie. Sein Tagesablauf ist nun wesentlich strukturierter – und somit auch familienfreundlicher. Meyers neuer Dreiklang lautet so: „Beruf, Familie, Haus.“

Zwar habe sich schnell herumgesprochen, dass er wieder in der Region sei, erzählt der A-Lizenz-Trainer. Er könne direkt bei fünf Vereinen hier anfangen. Jedoch sei das Thema Handball für ihn zunächst einmal ad acta gelegt.

Neustart in Neuburg

„Vielleicht trainiere ich irgendwann mal wieder eine Mannschaft, aber momentan ist das alles zurückgestellt“, sagt der damalige Meistercoach der Kandeler Handball-Frauen, der in der Folge Handball bei den Rhein-Neckar-Löwen und dem TVG zu seinem Beruf machen konnte. Nun also die Kehrtwende zurück ins „normale“ Berufsleben.

Meyer sagt, dass sich seine Erwartungen an das neue berufliche Leben bislang voll erfüllt hätten, er arbeite in einem tollen Team. Etwas Wehmut sei dennoch dabei gewesen, als er den unterfränkischen Zweitligisten verlassen habe: „Ich hatte mich dort sehr wohlgefühlt, hatte super Chefs und werde dem Verein freundschaftlich verbunden bleiben.“

Der TVG hat mit einem Sieg gegen Eisenach am Sonntag die Abstiegsplätze verlassen. Er habe gemeinsam mit Chefcoach Ralf Bader, zu dem er ein hervorragendes Vertrauensverhältnis gepflegt habe, das Training bewusst so gesteuert, dass das Team über einen langen Atem für die Runde verfüge, sagt Meyer. Das Auftaktprogramm sei sehr schwierig gewesen. „Aber wenn man weiß, wo die Prioritäten liegen, dann war es keine schwere Entscheidung“, sagt er mit Blick auf sein Familienleben, das nun in Neuburg quasi einen Neustart erlebt.

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