Lokalsport Südpfalz Im kleinen Dorf von 40 auf 180
LANDAU (thc). Einer der kleinen Vereine ist der größte – bei der Preisverleihung zu „Sterne des Sports“ in der Hauptstelle der VR-Bank Südpfalz in Landau. 2009 hat der TuS Knittelsheim ein Jugendkonzept aufgestellt, das seitdem einen Zulauf von 140 auf 180 Jugendfußballer in der 1000-Einwohner-Gemeinde gebracht hat. Clifford Jordan, Vorstandsmitglied der Bank, zeichnete den Verein dafür am Dienstagabend mit dem „Großen Stern in Bronze aus.“
Die Auszeichnung, die Thomas Richter und Rüdiger Gebhard vom TuS entgegennahmen, ist mit 1500 Euro verbunden. Der Verein wird als Regionalsieger zum Landesentscheid eingeladen. Richter skizzierte die Entwicklung. Im Verein seien alle Jugendklassen mit engagierten Trainern belegt. Zwei Jugend-Mannschaften hätten die vergangene Runde als Meister abgeschlossen. Ehemalige Jugendliche seien schon feste Größen bei den Aktiven, die nach dem Aufstieg in einer Klasse mit Bellheim spielen. Zur Auszeichnung sagte Richter, sie sei „eine ganz tolle Bestätigung“, der TuS werde versuchen, das Niveau zu halten. „Irgendwann wird es vielleicht schwieriger, aber daran denken wir noch nicht.“ 23 Vereine hatten sich in diesem Jahr bei der VR-Bank in Landau beworben, die von Beginn des Wettbewerbs an (2004) zur Teilnahme aufruft. Laut Jordan gab es in diesem Zeitraum 319 regionale Bewerber, hat die Bank, ohne die 3500 Euro, die am Dienstag an vier Vereine gingen, über 70.000 Euro an Preisgeld ausgeschüttet. Es sei mehr als nur eine Siegprämie. Die Auszeichnung sei ein Zeichen der öffentlichen Anerkennung und ein Dankeschön an diejenigen, die sich für ihre Mitmenschen und für ein gutes Miteinander einsetzen. Mit „Sterne des Sports“ werden Vereine ausgezeichnet, die sich über ihre sportlichen Angebote hinaus gesellschaftlich engagieren. Für „Türkgücü Welcomes Refugees“ erhält der Germersheimer Verein 1000 Euro. „Wir sind stolz wie Bolle“, sagte der FV-Türkgücü-Vorsitzende Ziya Yüksel über den zweiten Preis, und: „Wer, wenn nicht wir, kann die Menschen verstehen.“ Gemeint waren Menschen aus Afghanistan, Somalia oder Eritrea, die beim Training und zu interkulturellen Aktivitäten begrüßt werden, die als Teil des 1973 gegründeten Vereins begriffen werden. Im Verein wollten sie Flüchtlingen die Hilfe zukommen lassen, die sie früher selbst erfahren hätten, sagte Yüksel. Jeweils 500 Euro gehen an den FC Phönix Bellheim und den TV Edenkoben. Helmut Behr erzählte, wie sich die Bellheimer seit 2014 für den Kinderschutzbund engagieren. Bei jedem Heimspiel werde gesammelt, der Blaue Elefant, Erkennungszeichen, begleite den Verein auch bei Schlachtfesten oder bald auf dem Nikolausmarkt. Niko Kösling vom TV Edenkoben erfuhr die Auszeichnung, weil der Verein mit Ideen und Aktionen die Zahl der männlichen Kinder und Jugendlichen seit 2010 von sieben auf 73 Turner erhöhen konnte. „Turnen ist nicht Fußball“, wies Sebastian Dörr, neben Lena Danner federführender Übungsleiter, auf eine Schwierigkeit hin, der mit der Gründung einer Turnerjugend, mit Freizeiten und mit anschaulichen Saltos und Pirouetten begegnet werde. Ehrengäste bei der Verleihung waren der Germersheimer Landrat Fritz Brechtel, Frank Zaucker für den Sportbund und Chiara Congia, RHEINPFALZ-Sportlerin 2014 und Jurymitglied bei „Sterne des Sports“.