Lokalsport Südpfalz „Ich kenne die Wurfbilder“
OFFENBACH. Wenn am Sonntag um 17.30 Uhr der TV Offenbach im Spitzenspiel der Handball-Pfalzliga in Dirmstein gegen die HSG Eckbachtal antreten muss, will er den Spielern des Oberliga-Absteigers das Leben schwer machen: Torwart Florian Pfaffmann kehrte vor der Saison nach Offenbach zurück.
Fast 20 Jahre lang spielt Pfaffmann nun schon Handball. Mit sechs Jahren machte er seine ersten Schritte in der E-Jugend beim TV Nußdorf. Anfangs noch im Feld. Relativ schnell führte sein Weg zwischen die Torpfosten. „Ich hatte nie Angst vorm Ball“, sagt der 25-Jährige, der mittlerweile in Dimbach wohnt. Nebenher spielte er ab und zu Fußball und Tennis, im Fokus lag aber immer der Handballsport. Zur B-Jugend wechselte er nach Offenbach und spielte 2006 unter Trainer Wolfgang Heckmann in der Regionalliga. In der A-Jugend kamen erste Einsätze im Aktivenbereich hinzu, damals noch in der zweiten Mannschaft des TVO. Danach ging es direkt in die Oberliga-Mannschaft, in der Pfaffmann bis 2015 spielte. Nach der Umstrukturierung der Offenbacher ersten Mannschaft und dem Rückzug aus der Oberliga kam die nächste Veränderung. Um weiterhin Oberliga spielen zu können, wechselte Pfaffmann in die zweite Mannschaft der TSG Friesenheim. „Dort habe ich dann auch regelmäßig bei der ersten Mannschaft mittrainiert und auch in Trainingsspielen gespielt“, erzählt Pfaffmann über die lehrreiche Zeit beim Zweitligisten. Nachdem sich Friesenheims Torwart Kevin Klier verletzte, rückte der Nußdorfer nach. Zu einem Einsatz in der 2. Bundesliga kam es nicht, dennoch stand er öfter im Kader und war bei den Spielen dabei. Nach Gesprächen mit den Offenbachern Philipp Mohra und Trainer Christoph Morio reifte der Gedanke zu einer Rückkehr. Seit einem halben Jahr ist er nun wieder beim TV Offenbach. Die meisten der damaligen Mitspieler aus Oberligazeiten sind mittlerweile im „Ruhestand“ oder spielen woanders; trotzdem fand sich Pfaffmann schnell wieder in der jungen Truppe zurecht. „Das dauert natürlich ein bisschen, bis man mit den Neuen warm wird, aber ich bin schnell reingekommen. Wir haben einen Top-Kader und sind sportlich wie auch menschlich eine geile Truppe“, so Pfaffmann. Seinen ehemaligen Mitspieler Morio hat er nun als Trainer. „Christoph ist ein guter Trainer. Er hat vielleicht noch nicht so viele Jahre Erfahrung wie andere Trainer, aber das muss ja nichts Negatives sein.“ Am Wochenende steht das Topspiel der Saison an. Am letzten Spieltag der Hinrunde muss Spitzenreiter Offenbach zur punktgleichen HSG Eckbachtal. Beide verloren bisher nur ein Spiel auswärts. Zu Hause ist die HSG eine Macht, warf nie weniger als 31 Tore. Mit seiner Abwehr war Pfaffmann in den vergangenen beiden Spielen in Dahn und gegen Wörth nicht vollkommen zufrieden. Er geht gut vorbereitet ins Spitzenspiel: „Bei Eckbachtal spielen dieselben Leute wie in der Oberliga, ich kenne ihre Wurfbilder.“ Anders als seine Kollegen sechs Meter vor ihm, kann er als Torwart den Gegner nicht großartig mit taktischen Kniffen überraschen. Trotzdem kommt es auf die richtige Vorbereitung an. „Ich schaue mir immer Videos an. Das ist in der Pfalzliga natürlich nicht immer so einfach, weil nicht jedes Spiel gefilmt wird. Aber gegen Eckbachtal habe ich ja fast jedes Jahr gespielt.“ |meyd