Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Helden im Hintergrund: Walter Reible – Kreativkopf und Grillmeister beim TV Herxheim

Auch dafür ist Walter Reible (rechts) zu haben: Mit Norden ben Hassan moderierte er das Vereinsjubiläum 125 Jahre des TV Herxhei
Auch dafür ist Walter Reible (rechts) zu haben: Mit Norden ben Hassan moderierte er das Vereinsjubiläum 125 Jahre des TV Herxheim.

Im TV Herxheim fand Walter Reible in den 1970er-Jahren seine sportliche Heimat und zog den Handball auf. Die Sporthalle war zeitweise sein Wohnzimmer. Zehn Jahre lang führte er als Vorsitzender den Verein. Was macht der 68-Jährige heute?

Handball in Herxheim? Das ist einige Jahre her. „Gerhard Weiler sprach mich an, dass in Herxheim ein Handballlehrer gesucht wird, der den Club 70 übernimmt, um den Handballsport wieder ins Leben zu rufen“, erzählt Walter Reible. Das war 1971. Fortan trainierte er 15 Spieler, alle zwischen 15 und 17 Jahre alt, „die als Kameraden durchs Leben zogen. Innerhalb von eineinhalb Jahren meldeten wir uns beim Handballverband für den Spielbetrieb in der Halle an“. Johannes Rieder, Friedrich Laux und Daniel Baudy sind drei der damaligen Spieler.

1973 gab Reible sein Amt berufsbedingt auf, 1980 kehrte er als Spieler zurück und war dann auch Trainer. Er, Werner Braun und später Hans-Peter Schäfer machten den Handball im TVH wieder groß. Bis vor zehn Jahren war Reible als Spielmacher auf dem Platz und gestaltete das Angriffsspiel. „Wir haben uns von Jahr zu Jahr geschleppt, dann waren die alten Gesellen ausgemergelt“, sagt er zum Handball-Aus in der großen Gemeinde. „Ideal wäre es gewesen, wenn wir an der Schule einen Handballer gehabt hätten.“ Einen Mann wie Josef Brunner – der sich im Schulzentrum für Volleyball einsetzt.

Zollfahnder

In Bornheim aufgewachsen, turnte Reible in seiner Kinderzeit, bevor er sich dem Handball anschloss. Damals wurde noch Großfeldhandball gespielt. In seiner Zeit beim TV Offenbach lernte er seine Zukünftige beim Tanz im Bayrischen Hof in Herxheim kennen. Das Paar hat zwei Töchter und zwei Enkel.

Reible machte eine Ausbildung zum Industriekaufmann, bevor er zum Zoll ging. Von 1973 bis 80 war er in Trier, später in Bad Bergzabern und Karlsruhe. Zollfahndung. Beim „Probelauf“ Polizei gemeinsam mit Zoll in Karlsruhe „hatten wir Erfolg“, erinnert er sich. Damals gelangte Rauschgift vornehmlich aus Holland in die Region. Später spezialisierte Reible sich auf Verbrauchssteuern, insbesondere auf Branntwein. Aus den ehemaligen GUS-Staaten wurde viel geschmuggelt. Beim Zoll war er 43 Jahre. Die letzte Zeit seines Berufsleben war er in Landau tätig.

Immer weniger gut organisierte Festlichkeiten

Jahrelang trainierte er Jugend- und Damenteams sowie die zweite Herrenmannschaft. Bei der Ersten brachte er seine Erfahrung als Co-Trainer ein. „Jeder Aktiver hat damals eine Funktion gehabt“, erzählt er. In den 90er-Jahren war er Abteilungsleiter Handball, ab 2000 war er zehn Jahre lang Vorsitzender des Turnvereins. Er erinnert sich: „In dieser Zeit wurde mir klar, dass man verantwortungsbewusste Abteilungsleiter benötigt und immer gerecht und geradlinig führen muss. Daneben war es essenziell, eine Homepage zu errichten, um für den Verein werben zu können – hierbei unterstütze mich mein Neffe Christian Schmitt, ein Informatikstudent.“

Nach den Jahren als Vorsitzender war Reible Leiter für abteilungsübergreifende Veranstaltungen. Er machte die Erfahrung, dass gut organisierte Festlichkeiten, mit denen sich Vereine zum Teil finanzieren, immer weniger werden. „Deshalb bin ich heutzutage noch bei den beiden Festlichkeiten, dem Laurentiuslauf und dem Triathlon, als Grillmeister tätig.“ Sein Ding: Bratwurst im Brötchen. „Im Grunde kriegt das jeder hin.“

Zwei große Hobbys

„Festivitäten sind auch essenziell, da sich Vereine so repräsentieren können. Wichtig ist, dass man immer mit der Zeit geht“, sagt Reible. „Vereine bieten den besten gesellschaftlichen Halt und integrieren verschiedenste Charakter mit einem gemeinsamen Ziel.“ Zum Organisieren gehöre neben einem Team von mehreren guten, zuverlässigen und kommunikativen Leuten ein Chef, der vorangehe und klar strukturiert delegiere. Früher sei es einfacher gewesen, Feste zu organisieren: „Heute wirst du von Vorschriften förmlich erschlagen.“

Zwei Hobbys hat er sich zugelegt: Das Imkern erlernte er beim Imkerverein in Lustadt. Er hat vier Völker. „Kleinstimker für den Ruhestand“, sagt er. Wie schmeckt sein Honig? „Der eine sagt so, der andere so. Den Geschmack kann kein Imker beeinflussen. Es sei denn, er geht mit den Bienen wandern.“ Etwa zur Rapsblüte: „Dann gibt es den Rapshonig.“ Reible hat auch Bauwirt für Streuobst gelernt. Er hat der Gemeinde angeboten, deren Bäume zu pflegen. „Der Verwandten- und Bekanntenkreis ist groß, ich könnte das ganze Jahr Bäume schneiden.“

Sein größter Wunsch

Seit seinem Karriereende 2010 hält er sich mit Schwimmen in den Sommermonaten sowie Spaziergehen und Wandern fit. Joggen ist gestrichen. Die Knie. Vor einigen Jahren ließ er sich am Außenmeniskus operieren. Ein Jahr war es gut, vor zwei Jahren kamen die Knieschmerzen wieder.

Walter Reibles größter Wunsch: dass die stillgelegte Handballabteilung des TV wieder aufblühen kann. Seit sechseinhalb Jahren lebt er in Herxheimweyher. So lange er sich einbringen kann, will er das beim TV Herxheim tun. Seine Ehefrau unterstützt ihn all die Jahre. „Ohne ihre Zustimmung hätte ich kein Leben als leidenschaftlicher Sportler führen können“, sagt Reible, der, wenn es keine Gelegenheit gibt, nach draußen zu gehen, zu Hause genug Lektüre über Bienen und Streuobstwiesen findet.

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