Lokalsport Südpfalz Heimvorteil im Westen

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ROSCHBACH (mame). Es war ein besonderer Tag für den RV Roschbach am Sonntag in Bann. Das Vereinstrikot tragen nämlich einige Radsportler, die in der Westpfalz leben. Der Heimvorteil in Verbindung mit dem neuen Vereinsumfeld beflügelte offensichtlich – und führte zu nicht erwarteten Erfolgen.

Für die wohl größte Überraschung sorgte Kjell Stadler im Rennen der Schüler U15. Auf der 14,4 Kilometer langen Runde, die durch seinen Wohnort Queidersbach führte, sicherte er sich den Titel des Süddeutschen U15-Meisters. Auch wenn er in der Vorwoche in Roschbach einen Etappensieg bei der Südpfalz-Tour feierte und Gesamtrang zwei erreichte, als Favorit galt er im Vorfeld nicht. Doch der 14-Jährige hatte sich in der zweiten von drei Runden zum Angriff entschieden, fuhr mit dem Saarländer Jan Maas der rund 100-köpfigen Konkurrenz davon und wurde nicht mehr eingeholt. Rund 500 Meter vor dem Ziel schüttelte er Maas ab und freute sich über den größten Erfolg seiner Karriere. Der Vereinswechsel im Winter hat Stadler offenbar beflügelt. Der junge Sportler hat nach eigenem Bekunden so viel trainiert wie nie zuvor – und belohnt sich gerade selbst dafür. Nach diesem Erfolg ist eine weitere Überraschung bei der Deutschen Meisterschaft, die er ebenfalls mit Heimvorteil in Queidersbach bestreiten wird, nicht ausgeschlossen. Der Heimvorteil. Den gab Dirk Märkl als Grund für seinen Erfolg im Rennen der Senioren an, bei dem die Pfälzer Urgesteine den Ton im Sprintfinale angaben. Märkl siegte klar vor Armin Wolsiefer und Ernst Hesselschwerdt. „So ein Podium gab es schon oft in der Eliteklasse früherer Tage“, bestätigten sie, die sich prächtig untereinander verstehen. Leidenschaft verbindet eben. Märkl, der im Vorjahr aus Queiderbach mal wieder in die Südpfalz gewechselt war (er gewann auch schon für den RC Bellheim Rennen in der A-Klasse), fühlt sich in Roschbach ebenso wohl wie Stadler, gibt den Jugendlichen auch Tipps und betreute diese bei der Südpfalz-Tour. Die Lust aufs Radfahren ist bei dem Westpfälzer neu erwacht, die Form aufsteigend. Dass der schwergewichtige Athlet, eigentlich gemacht für flache Kurse, auf der anspruchsvollen Strecke in Bann siegte, überraschte ihn selbst ein wenig: „Ich habe immer versucht, irgendwie mit über den Berg zu kommen.“ Auch sein Sohn Max Märkl konnte sich in Bann freuen – er fuhr auf Platz zwei der Schüler U11 und rundete so die Roschbacher Bilanz ab. Lediglich im Hauptrennen blieb der Verein ohne Erfolg. Weil Simon Nuber verletzt passen musste und andere Fahrer aus verschiedenen Gründen fehlten, konnten Valentin Holtz und Christoph Danner keine echten Akzente setzen. Holtz holte mit Platz zehn das Maximum heraus. Fabian Genuit vom Team Erdinger Bellheim präsentierte sich mit einer langen aber erfolglosen Flucht weiterhin in beachtenswerter Form, war am Ende aber ebenso enttäuscht wie Robert Müller vom Landauer Team Jäger und Keppel/Wipotec. Er und seine Mannschaft bekamen das Rennen nicht so recht in den Griff, reagierten mehr, als dass sie agierten. Müller, der Krämpfe bekam, belegte zwar Platz sieben; vorgenommen hatte er sich aber mehr.

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