Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: TSV Billigheim-Ingenheim sammelt Landesliga-Erfahrung – Strasser kommt

Bester Torschütze seiner Elf: Marcel Thiede (rechts).
Bester Torschütze seiner Elf: Marcel Thiede (rechts). Archivfoto: KUNZ

Im Sport kann sich das Blatt schnell wenden. Diese Erfahrung machten 2019 auch die Fußballer des TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim. „Vieles, was im Aufstiegsjahr zu unserem Erfolg beigetragen hatte, lief in der Landesliga-Hinrunde gegen uns“, sagt Trainer Jens Bodemer in seinem Zwischenfazit.

Mit nur acht Zählern ist die Bodemer-Elf scheinbar abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz der Landesliga Ost. Doch der Trainer will die Liga noch nicht abschreiben. „Das Ziel ist ganz klar der Klassenverbleib, wissend dass es schwierig werden wird. Wir wollen jetzt einfach Spiel für Spiel alles rausknallen, was wir haben, und am Ende sehen, ob es noch gereicht hat“, sagt der Trainer mit dem Blick voraus.

Er selbst wird im Sommer gehen, zurück zu seinem Ex-Verein nach Herxheim, obwohl er sich an den Wartgärten eigentlich rundum wohlfühlte, das Umfeld und die Vereinsführung in höchsten Tönen lobt: „Deshalb stand eine Trennung zur Winterpause auch von keiner Seite zur Diskussion.“ Seine Fokussierung läge zu „100 Prozent“ bei seinem jetzigen Klub, die Planung in Herxheim sei nicht seine Sache.

Teilweise fehlte fast die komplette Offensive

Mit dem Blick zurück sei er nicht unbedingt enttäuscht, aber die Hinrunde sei kompliziert verlaufen: „Fakt ist, es gab viele Probleme wegen Verletzungen, dann hat uns oft das Spielglück gefehlt.“ Faktoren, die Bodemer mit umgedrehten Vorzeichen im vergangenen Sommer noch für den souveränen Aufstieg verantwortlich gemacht hatte. „Jetzt durchlebten wir eine harte, sehr lehrreiche Zeit. Wie die Mannschaft mit dieser umgeht und immer zu 100 Prozent mitgezogen hat, sehr konzentriert an sich arbeitete, das war richtig gut“, findet der ehemalige Torwart, der auch dem Umfeld seinen Respekt dafür zollt: „Hier stehen noch immer alle zusammen und wir wussten ja, dass die Landesliga für uns keine einfache Aufgabe ist.“ Zumal ihm teilweise fast seine komplette Offensivabteilung fehlte.

Stolz mache ihn die Entwicklung gerade der jungen Spieler, wie Max Bischoff oder Leon Hoffmann, auch die von Steven Lehmann: „Das macht Spaß, zu sehen, wie sie vorwärts kommen. Und für alle ist es gut, auch mal solche Erfahrungen zu sammeln. Da lernt man draus“, ist sich Bodemer sicher.

Eine Sperre mit überraschender Wirkung

Auf eine Erfahrung wie beim 3:4 in Geinsheim hätte er aber wohl auch lieber verzichtet. Da holte sein Team in den letzten zehn Minuten einen 0:3-Rückstand auf, um dann in der Nachspielzeit durch einen dummen Strafstoß doch noch zu verlieren. „Ganz bitter und ganz großes Gefühlschaos“, meint Bodemer dazu. Toll hingegen sei der erste Sieg in der neuen Liga gegen Betzenheim gewesen, dem er gesperrt von den Zuschauerrängen aus beiwohnte: „Auch das war eine Extremsituation für uns alle, in der sich eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt hat, was mich wieder sehr stolz machte.“

Fehlende Effektivität und individuelle Fehler zogen sich bislang durch die Runde. „Wir waren eigentlich nur in drei Spielen klar unterlegen. Aber durch die oben schon genannten Faktoren verloren wir die Spiele, die wie in der vergangenen Runde noch gewonnen hatten“, meint Bodemer. Mithelfen, das künftig wieder zu ändern soll Nik Strasser, ein junger Mann für die linke Außenbahn, der vom Tabellenführer Kandel im Winter kommt. Mit dem reaktivierten Kevin Kowalek habe man Qualität gewonnen. Weil die Langzeit-Ausfälle Felix Forstner und Robin Philipp zur Wintervorbereitung wieder zum Kader stoßen sollen, ist Bodemer optimistisch für die Restrunde. „Der verstärkte Konkurrenzkampf wird eine Leistungssteigerung zur Folge haben. Dann haben wir auch die Möglichkeit, unseren Spielstil etwas zu verändern. Wir wollen aktiver sein, das Spiel mehr mitbestimmen, waren nämlich oft zu passiv“, ist ein Resultat seiner Rückbetrachtung.

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