Drei Fragen RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball-Kreischef Karl Schlimmer: Viel zu lange zugeschaut

Karl Schlimmer
Karl Schlimmer

Neue Bestimmungen, zahlreiche Handlungsfelder. In der Winterpause gab es für Fans des Amateurfußballs genug Gesprächsstoff und für die ehrenamtlichen Funktionäre genug Arbeit. Was meint der Südpfalz-Kreisvorsitzende Karl Schlimmer?

Herr Schlimmer, der DFB hat zum 1. Februar die Mindestvergütung für Vertragsamateure von 250 auf 350 Euro angehoben. Was bedeutet das?
Im Fußballkreis Südpfalz sind mir unterhalb der Bezirksliga nur einzelne Fälle bekannt. Im Verbandsgebiet gibt es 358 Amateurverträge. Der Vertrag kommt ins Spiel, wenn sich die Vereine nicht über die Höhe der Ablöse einigen können oder dem Spieler wegen eines Wechsels während der Saison eine längere Sperre droht. Damit wird die Zahlung der Ausbildungsentschädigung umgangen. Diese Hemmschwelle ist jetzt höher, weil auf den Verein ja zusätzlich noch rund 350 Euro Sozialabgaben jährlich pro Vertrag zukommen. Das war vor einem Jahrzehnt noch nicht so streng, aber jetzt wird das genau und häufig kontrolliert.

Welches Fazit ziehen Sie nach den ersten Rückrundenbesprechungen?
Bei der A-Klasse und der C-Klasse West hat Staffelleiterin Monika Zluga deutliche Worte gefunden. Deshalb musste ich nicht mehr viel sagen. Doch ich stehe voll und ganz hinter dem, was sie gesagt hat. Vor allem Pyrotechnik und sonstige Zündeleien sind völlig daneben, das ist durch nichts zu entschuldigen. Der Profibereich ist da leider ein schlechtes Vorbild. Da hat der DFB viel zu lange zugeschaut, das Thema viel zu lange einfach laufen lassen. Wenn Dialoge mit den Fans nicht fruchten, muss man leider eben auf Scanner wie am Flughafen oder gar personalisierte Sitzplatztickets zurückgreifen.

Sie hören als Kreisvorsitzender auf. Ziehen Sie sich ganz zurück?
Ich habe frühzeitig kommuniziert, dass ich nicht mehr kandidieren werde. Peter Bourquin ist bereit, meine Nachfolge zu übernehmen. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Doch ganz werde ich nicht aufhören. Am vergangenen Sonntag wurde ich für zwei Jahre zum Präsidenten des Pamina-Fußballausschusses gewählt. Die Verbindung zu unseren französischen Freunden liegt mir seit vielen Jahren am Herzen. Meinem Heimatverein SV Klingenmünster stehe ich natürlich weiter mit Rat und Tat zur Seite. Ob ich noch eine andere Funktion übernehme, ist aktuell völlig offen.

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