Lokalsport Südpfalz
Fußball: Der 16-jährige Justus Feit und sein Weg zu Astoria Walldorf
Seine Mannschaft belegt den siebten Rang in der 16 Teams umfassenden Oberliga Baden-Württemberg. Die Nachwuchsteams der Bundesligisten TSG Hoffenheim, VfB Stuttgart und SC Freiburg sind vorne.
Bei den Bambini des TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim fing Feit mit Fußball an. Er begann im Feld. Sein Weg ins Tor war kurios. Feit berichtet: „Ich war mit meinen Einsatzzeiten nicht zufrieden. Da habe ich Trainer Bernd Nagel gebeten, mich als Torhüter auszuprobieren.“ Fortan hütete er das Tor.
Schul- und Vereinswechsel
Als er in die fünfte Klasse des Otto-Hahn-Gymnasiums in Landau kam, wechselte er zum SV Landau West. Seine Leistungskurve zeigte weiter nach oben, 2016 ging er zum FSV Offenbach. Im ersten Jahr in der C-Jugend durfte beim älteren Jahrgang spielen, der in die Verbandsliga aufstieg. Er konnte am Athletiktraining teilnehmen und wurde in die Südwestauswahl berufen. So traf er auf Lauterer und Mainzer Spieler.
Bei Länderturnieren kamen die Gegenspieler vom FC Bayern München oder dem VfB Stuttgart. Parallel dazu wurde er vier Jahre am DFB-Stützpunkt von Torwarttrainer Sascha Hahn ausgebildet. Sonntags fuhr er nach Mannheim zu einem speziellen Training für Torhüter. Einer der Übungsleiter kam aus Walldorf. „Es gab auch mehrmals Kontakt zum 1. FC Kaiserslautern, doch ein Wechsel kam nicht zustande“, sagt Feit. Im Sommer 2019 wechselte er in den Dietmar-Hopp-Sportpark in Walldorf.
Schmerzhafte Sehnenentzündung
Die Trainingsbedingungen beim Südwest-Regionalligisten sind hervorragend. Außer dem Stadion für 5000 Zuschauer gibt es drei Kunstrasen- und zwei Naturrasenplätze. Der Kabinentrakt wurde erst kürzlich vergrößert. Der Einstieg bei der Astoria war schwer, da die Torhüter meist alleine trainierten und keinen Kontakt zu den Mitspielern hatten. Doch Feit hat sich durchgebissen. Gleich im ersten Jahr avancierte er zum Stammkeeper der U16.
In diesem Sommer zog er sich eine schmerzhafte Sehnenentzündung zu, die vom Unterarm bis zum Handgelenk reichte. Da er sechs Wochen und somit nahezu die komplette Vorbereitung ausfiel, verlor er seinen Stammplatz. Feit will kämpfen und in Walldorf bleiben. Viermal pro Woche fahren ihn seine Eltern zu den Trainingseinheiten, die einfache Wegstrecke beträgt 60 Kilometer. Er ist der einzige Pfälzer in der Mannschaft. Die Übungseinheiten gehen von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr. Montags steht noch eine zusätzliche Stunde im Kraftraum auf dem Programm.
Vorbild Yann Sommer
Auch in der Coronazeit fährt Feit einmal pro Woche in die Kurpfalz, um im Fitnessstudio seines Athletikcoachs zu trainieren. Einmal in der Woche wird per Videokonferenz eine Einheit für Stabilität und Kraft absolviert. Die Trainer haben ein Laufprogramm als Teamarbeit verordnet, die Spieler müssen pro Woche zusammen 500 Kilometer laufen.
Feit ist ein spielender Torhüter mit einer guten Spieleröffnung. Er will körperlich noch zulegen und an seiner Raumverteidigung arbeiten. Sein Vorbild ist der Mönchengladbacher Keeper Yann Sommer, sein Lieblingsverein ist Borussia Dortmund.
Nicht auf Profivertrag fixiert
Feit geht in die zehnte Klasse, im Sommer kommt er in die Mainzer Studienstufe. Als Leistungsfächer will er Mathematik und Geschichte wählen. Sport scheidet aus. Der Sportunterricht ist meist nachmittags, das würde mit den Trainingszeiten kollidieren. Auf einen Profivertrag ist er nicht fixiert. Feit: „Wenn es klappt, umso besser. Doch ich könnte auch mit der Regional- oder Oberliga als zweites Standbein zum Beruf leben.“ Später möchte er als Torwarttrainer arbeiten. Einen konkreten Berufswunsch hat er noch nicht. Er favorisiert das Thema Sport.