Fußball
Fortunas Pokalsieg und ein laufendes Projekt
Der Pokalfight mit intensiven Zweikämpfen und verbalen Scharmützeln hat seine Schlüsselszene in der 66. Minute. 3:1 gewinnt der TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim am Mittwochabend im Fußball-Verbandspokal gegen Ligakonkurrent FG 08 Mutterstadt und steht in der vierten Runde. Der zehn Minuten zuvor eingewechselte Dennis Klein sah wegen Notbremse an Max Nauerth Rot. Sandro Wetzka hämmerte den anschließenden Freistoß aus 40 Metern zum 2:0 ins Netz.
FSJler für „Anpfiff ins Leben“
Vor der Partie erzählte Fortuna-Präsident Markus Degen vom Vereinsprojekt „Anpfiff ins Leben“: Ab 1. September hat der Verein dafür einen jungen Mitarbeitenden, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leistet. „Er kann sofort durchstarten, es kommt keine Langeweile auf“, sagte Degen. Die F-Junioren erwerben gemeinsam mit beeinträchtigten Fußballern der Bananenflankenliga das DFB-Fußballabzeichen, Gespräche mit der Naturstiftung Südpfalz wegen Arbeitseinsätzen für Umweltprojekte laufen. Für die schulische Nachhilfe haben sich viele Eltern gemeldet, die helfen oder Unterstützung für ihre Kinder wollen.
Das Projekt zur nachhaltigen Qualitätssteigerung der Nachwuchsarbeit kostet Geld. Dafür braucht die Fortuna Unterstützer wie Gunther Nagel, der 57-Jährige ist bei jedem Heimspiel mit Frau Nanny Weiß-Nagel dabei. Ihre Fensterbaufirma Weiß + Sohn ist Namensgeber für die Billigheimer Arena.
Zwei Schnitzer hintereinander
Nagel hat seit Jahrzehnten eine Dauerkarte auf dem Betzenberg, war Spielertrainer beim FV Viktoria Kapsweyer. Er will der Fortuna „etwas zurückgeben und einfach Danke sagen“. Der Verein leiste wichtige Dinge im Bereich Nachwuchs und Inklusion.
Vor der Pause sahen die Nagels mit 350 weiteren Fans eine hitzige Partie. Die Baumung-Cousins bestraften nach einer halben Stunde zwei Schnitzer der Gäste mit dem 1:0. Daniel luchste Özgür Kezer den Ball ab, FG-Keeper Joshua Geist ließ den Ball nach harmloser Flanke nach vorne prallen, Andrej roch den Braten und staubte ab. Nagels Halbzeitfazit: „Die Fortuna hat ein leichtes Chancenplus und führt verdient. Der junge Referee muss jetzt aufpassen, dass ihm die Partie nicht entgleitet.“
Gegentreffer für die Statistik
In der 72. Minute schloss Max Nauerth ein Solo zum 3:0 ab. Die Vorlage kam von Kapitän Thorsten Ullemeyer, der einzige in der jungen Fortuna-Startelf, der im alten Jahrtausend geboren wurde. Das 3:1 durch Tom Schlegel war nur noch Statistik.
Gästetrainer Dominik Weber haderte: „In einem Spiel auf des Messers Schneide tragen wir selbst die Verantwortung für die Gegentreffer. In Unterzahl haben wir es besser gemacht als zuvor.“ Sein Gegenüber Sebastian Heß hatte Sohn Niklas im Schlepptau, der war mit Opa Freddy Heß gekommen. Der Fortuna-Coach: „Die Gäste waren nicht unfair, aber extrem körperlich unterwegs. Das haben wir angenommen.“