Fussball
Fortuna mit „Lucky Punch“: 2:1-Sieg in Knittelsheim
Der TuS Knittelsheim musste am Kerwesamstag gegen den TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim eine ganz bittere 1:2 (0:1)-Heimniederlage im Südpfalzderby der Fußball-Landesliga hinnehmen. Ein „Lucky Punch“ in der letzten Minute der Nachspielzeit brachte die Entscheidung.
Beide Seiten hätten wohl mit einer Punkteteilung auskommen können. Dann verlängerte Billigheims Kapitän Thorsten Ullemeyer am kurzen Pfosten per Kopf einen weiten Einwurf des überragenden Felix Burkhard. TuS-Keeper Marc Mängel hatte den anschließenden Kopfball von Andrej Baumung aus kurzer Distanz eigentlich sicher entschärft. Doch das Leder glitt ihm aus den Händen und prallte vom Innenpfosten ins Tor. Alle Abwehrspieler der Fortuna waren nach vorne geeilt. Sie nutzten die Überzahl, nachdem TuS-Torjäger Florian Richter nach einem gestreckten Bein gegen Ullemeyer eine Zeitstrafe quittiert hatte. Nach der Partie war Knittelsheims Vorsitzender Thomas Richter sauer, aus seiner Sicht waren die zehn Minuten längst abgelaufen.
Billigheim zu Beginn stärker
Die Begegnung war von Fairplay auf beiden Seiten geprägt. Die Emotionen in der Schlussphase gehören zu einem Derby einfach dazu. Das Niveau war durchschnittlich, die Partie lebte von der Spannung.
In der Anfangsphase dominierten die Gäste, ihr spielender Cotrainer Felix Burkhard drückte der ersten halben Stunde den Stempel auf. Der frühere Hauensteiner holte sich viele Bälle aus dem Mittelfeld, wich ständig auf die Flügel aus. In der 12. Minute brachte er seine Farben in Führung. Ein scharf getretener Eckball von Marcel Thiede schätze der herausgelaufene Mängel falsch ein, Burkhard traf unbedrängt per Direktabnahme mit dem Innenrist.
Danach parierte Mängel einen Ullemeyer-Freistoß und klärte nach einem Burkhard-Alleingang. Burkhards Volleyschuss nach Flanke von Sebastian Bollinger ging knapp vorbei.
Elfmeter nach einer Stunde
Die anfangs zögerlichen und ideenlosen Gastgeber kamen dann besser ins Spiel, immer wieder lautstark angetrieben von der Mehrzahl der 550 Fans. Eine Minute vor der Pause lenkte Gästekeeper Björn Henrich einen Freistoß von Michael Schenfeld an die Latte.
Michael Wachler vom FSV Offenbach und der Landauer Schiedsrichter Marco Hirsch sind fast täglich auf einem Sportplatz der Region anzutreffen. Sie orakelten in der Halbzeit unisono: „Trotz verdienter Billigheimer Führung bleibt es spannend, denn Knittelsheim wird auf keinen Fall nachlassen.“ Sie sollten Recht behalten. Trainer Patrick Richter fand in der Kabine wohl die richtigen Worte. Seine Elf kam hellwach auf den Platz zurück und übernahm das Kommando. Nach dem schönsten Spielzug der Partie über Jannik Filpe und Jannik Kenpf umkurvte Florian Richter den herausgeeilten Henrich, zielte aber über das Gehäuse. Nach einem Distanzschuss von Richter reagierte Kempf am schnellsten und wurde beim Nachsetzen von Sebastian Bollinger gefoult. Schenfeld verwandelte den Strafstoß zum Ausgleich (60.).
Marco Krucker: „Unerklärlich ängstlich“
Beide Seiten hätten danach in Führung gehen können. Nach einem weiteren Alleingang von Burkhard konnte Thiede am langen Pfosten dessen Flanke nicht verwerten und zielte knapp vorbei, Henrich konnte mit Mühe einen Fernschuss von Richter abwehren. Knittelsheims Cotrainer Marco Krucker meinte nach der Partie: „Eine Punkteteilung wäre gerecht gewesen. Am Anfang waren wir unerklärlich ängstlich. In der Pause haben wir darüber gesprochen und dann begonnen, richtig Fußball zu spielen.“ Billigheims Teammanager Dietmar Bittner konstatierte: „Ich denke, der Sieg war unter dem Strich nicht unverdient. Wir haben gegen eine starke Offensive fast nichts zugelassen, der Gegentreffer war unnötig und vermeidbar.“