Lokalsport Südpfalz Fortan ein Kopf bei Brita

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BAD BERGZABERN. Seit Jahren ist er der erfolgreichste Kurstadt-Korbjäger. In der vergangenen Saison zählte Tim Hartmann mit 375 Treffern, das waren über 20 Prozent aller TVB-Punkte, zu den fünf besten Schützen in der Basketball-Oberliga. Sein Verzicht auf Oberliga-Basketball aus beruflichen Gründen trifft das Team um Trainer Florian Hatt hart.

Hartmann war Vorbild für TVB-Nachwuchskräfte, mit seiner Erfahrung und Besonnenheit Kopf der Mannschaft und wichtiger Teamspieler. Er hat sich nach Abschluss seines Masterstudiums im Rhein-Main-Gebiet angesiedelt. Seit April ist er Entwicklungsingenieur bei Brita, einer Firma für Trinkwasser-Filter in Taunusstein in der Nähe von Wiesbaden. Mit Beginn seines Studiums im Bereich Verfahrenstechnik in Stuttgart kam Hartmann 2009 von der SG TV Dürkheim/BI Speyer in die Südpfalz. Die familiäre Ausrichtung in einem insgesamt sportlich anspruchsvollen Umfeld sowie die Freundschaft zu TVB-Spielern gaben damals den Ausschlag, sich nicht in Stuttgart einen Verein zu suchen, sondern sich dem TVB anzuschließen. Zwar lag Bad Bergzabern mitten auf der Strecke zwischen seiner Heimat in Maxdorf und dem Studienplatz Stuttgart, doch der Aufwand war enorm, den er auf sich nahm. Schnell entwickelte sich der Modellathlet zu einem Führungsspieler, übernahm Verantwortung im Team und beim Korbabschluss. Seit Jahren zählte er zu den Besten in der Oberliga. „Sicherlich wurden viele Systeme auf mich abgestimmt. Gerne übernahm ich Verantwortung. Doch ich war immer nur so gut wie das komplette Team und die Mitspieler um mich herum“, sagt Hartmann. „Ich hätte nie so viele Treffer erzielen können, wenn Philipp Behrendt beispielsweise nicht vor dem Wurf den perfekten Block gestellt hätte oder ich von einem anderen mit genialem Pass bedient worden wäre. Alles, was in Bad Bergzabern passiert, war immer über das Team definiert. All die guten Leistungen und Erfolge, die wir erreichten, schafften wir nur im Kollektiv.“ Die Zeit in Bad Bergzabern sei wunderschön gewesen und vielleicht noch nicht ganz vorbei. „Doch für Oberliga reicht es nicht mehr“, sagt Hartmann. Nach Jahren des Pendelns will er in Taunusstein Wurzeln schlagen. Es soll auch etwas Zeit für die Familie bleiben. Hartmann: „Wenn ich am Wochenende in der Heimat bin, ist es gut möglich, bei der zweiten Mannschaft in der Landesliga aufzulaufen. Für regelmäßiges Training und weiterhin ambitioniert auf hohem Niveau in der Oberliga zu spielen – dafür reicht die Zeit einfach nicht mehr aus.“ Die Wochen waren anstrengend: Der Umzug von Stuttgart ins Hessische, die Einarbeitung in der Firma, Arbeitsplatzsuche für seine Frau. „Der ursprüngliche Plan war, in die Region zurückzukommen. Doch die Stelle in der Nähe von Wiesbaden hat genau auf das von mir angestrebte Job-Profil gepasst. Da musste ich einfach zuschlagen“, sagt der Spezialist für Filtrationstechnik. Sein neuer Arbeitgeber ist ein mittelständisches, weltweit agierendes Unternehmen mit rund 1500 Mitarbeitern und einem großem Potenzial. Und Taunusstein ist eine interessante Gemeinde -„mit viel Natur und dennoch ganz in der Nähe von größeren Städten“. Hartmann ist überzeugt, dass der TVB auch ohne ihn erfolgreich ist: „Mit das Schönste für mich war stets, dass jede Saison immer wieder Talente aus den eigenen Reihen nachgekommen sind. Ich bin gerne vorne weg gegangenen und habe die jungen Sportler mitgerissen. Moritz Hoppe, Eric Bergmann und Johannes Jäger, nur um die drei erfolgreichen Eigengewächse der letzten Runde zu nennen, werden in der kommenden Saison die Verantwortung in der Oberliga übernehmen und das Team noch ein Stück mehr bereichern.“

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