Lokalsport Südpfalz Fahrt aufgenommen
«OFFENBACH.» Schlecht gestartet, dann aber so richtig in Fahrt gekommen ist der FSV Offenbach in der Fußball-Landesliga. Trainer Daniel Jahnke sieht beim Tabellenfünften eine gute Entwicklung, zufrieden ist er aber nicht.
Zu viele Möglichkeiten wurden ausgelassen. Das kostete Punkte in überlegen geführten Spielen – und den Platz im engsten Kreise des Aufstiegsrennens. Der FSV hat sieben Zähler Rückstand auf Platz zwei. „Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung. Das Problem war, dass wir gleich zu Beginn der Runde in einem Ergebnistief waren. Dabei hätten wir keines der Spiele, die wir verloren haben, verlieren müssen“, sagt Jahnke. „Aber das gehört dazu, wenn man mit Spielern arbeitet, die aus unteren Klassen oder der Jugend zu uns kommen. Jungs, die noch nie auf dem taktischen und technischen Niveau trainiert haben, wie wir es hier bei uns haben.“ Als absoluten Gewinn sieht Jahnke den Sportlichen Leiter Nils Karl, mit dem er auf einer Wellenlänge liege, die gleiche Sprache spreche, dieselben Visionen teile. Und auch die „Beförderung“ von Christian Stamer zum zweiten Co-Trainer neben Jürgen Bachfischer: „So profitieren wir von seiner großen Erfahrung und können mit unserem großen Kader viel besser in Kleingruppen trainieren“, meint der Chefcoach, der sich als Teil eines „guten Kompetenzteams“ sieht. Dies trage Früchte. Sehr positiv entwickelt hätten sich Alexander Mellein, der inzwischen Führungsspieler sei, aber auch Felix Gustavo Rudy, Jonas Mittenbühler, der blutjunge Luca Felix und der im vergangenen Winter aus der A-Klasse gekommene Simon Keakavocy, der sich einen Stammplatz erarbeitet habe. Alexander Hayes agiere viel stabiler, Tim Lechnauer ist zum torgefährlichsten FSV-Akteur avanciert. Neben Mellein und Stamer seien Daniel Evrard und Benjamin Hörner die Wortführer der Mannschaft. in der „eine sehr gute Chemie“ herrsche. „Wir haben uns im Verlauf der Hinserie gefestigt, stehen defensiv gut, das taktische Verständnis der Spieler ist da, die begreifen das von uns geforderte schnelle Umschalten defensiv wie offensiv, kreieren viele Chancen“, sagt Jahnke. Das einzige Manko: „Aber diese nutzen wir viel zu selten.“ Deshalb habe man Spiele wie in Bretzenheim, Worms oder gegen Basara Mainz nicht gewonnen. „Wären wir im Verwerten der Möglichkeiten etwas konsequenter, stünden wir unter den besten Drei“, sagt der Trainer, der zunächst seine Philosophie „in die Spieler reinprügeln“ musste und sich dann am „Nebenprodukt Erfolg“ erfreute. In den letzten elf Begegnungen 2018 blieb seine Elf ungeschlagen. Höhepunkte erkannte Jahnke im Derby gegen Herxheim (4:3) sowie in den schon zur Rückserie gehörenden Spielen in Worms (1:1, „die beste Saisonleistung“) und gegen Rülzheim (2:1). „Nervig“ seien hingegen die unnötigen Heimpleiten gegen Geinsheim (1:2) am vierten und Herxheim (2:4) am sechsten Spieltag gewesen. In Trainingsblöcken habe er dann gewisse Defizite aufarbeiten lassen, um seine Mannschaft wieder erfolgreich zu machen. Dabei habe er im Umfeld jederzeit die volle Rückendeckung verspürt, auch dann, als der FSV nach zehn Spielen und einem 0:0 gegen Grünstadt als 13. auf einem möglichen Abstiegsplatz stand. Im neuen Jahr ist dann auch Denis Thomas einsatzbereit. Jahnke traut dem Angreifer, der von der FSV Freimersheim kommt, zehn bis zwölf Treffer in den Spielen der Restrunde zu „bei den Chancen, die wir haben.“ Die beiden pflegen schon lange ein enges Verhältnis und Jahnke ist sich sicher, dass Thomas eine Verstärkung darstellen wird: „Er weiß, wie die Uhren bei uns ticken.“ Da Sven Glaser studienbedingt kaum noch einsetzbar ist, sucht der FSV noch einen Mann für die Defensive. Jahnke wünscht sich am Saisonende einen Platz unter den besten Vier.