Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Erstes Abendsportfest des LCO Edenkoben

Lea Braun hat am Dienstagabend ein Heimspiel.
Lea Braun hat am Dienstagabend ein Heimspiel.

Der LCO Edenkoben traut sich was. Er richtet sein erstes Abendsportfest im Weinstraßenstadion aus. Es könnte ein Nachfolger für den Berglauf werden.

Als zuverlässiger Veranstalter ist der LCO Edenkoben seit Jahrzehnten bekannt. Während das Seniorensportfest im Juni auch in seiner 45. Ausgabe im Juni Sportler aus ganz Deutschland und dem nahen Ausland anziehen wird, hat der Rietburg-Berglauf zu kämpfen. „Aufwand und Ertrag haben immer weniger gestimmt. Da fragt man sich schon irgendwann: Macht das überhaupt noch Sinn?“, sagt der Vorsitzende Heinz Vogelgesang. Aller Wahrscheinlichkeit wird der Berglauf am 13. September zum 29. und letzten Mal ausgetragen. An diesem Dienstag ab 18 Uhr richtet der LCO sein erstes Abendsportfest im Stadion aus.

Kompakte Abendveranstaltung und Flutlicht

„Dabei haben wir überlegt: Was können wir anders machen in den Strukturen und den Abläufen? Wir haben dann mal die Kinder und Jugendlichen nach ihrer Meinung gefragt“, erzählt Vogelgesang. Eine kompakte Abendveranstaltung, das wäre mal was. Dazu noch Flutlicht. Im LCO haben sie das aufgegriffen und setzen es nun mit Unterstützung der Sparkasse Südpfalz um.

Lauf- und Sprintwettbewerbe ab U14 (2000 Meter) sind im Angebot. Kugelstoßen beginnt ab U16. Mit Sprints und Kugelstoßen geht es um 18 Uhr los, mit 3000-Meter-Läufen geht das Fest gegen 21.30 Uhr zu Ende.

Resonanz ist gut

Manches Abendsportfest ist von der Bildfläche verschwunden. „Wir haben uns auch mal bei anderen Vereinen erkundigt, die vergleichbare Veranstaltungen anbieten. Es wird wohl einen langen Atem und ein paar Jahre brauchen, bis es sich etablieren sollte. Wir probieren es einfach mal“, so der Vorsitzende. Auch eine Teamwertung wird angeboten. Die Resonanz ist gut: 50, 60 Teilnehmer haben sich die Oberhaardter erhofft, gut 100 sind angemeldet.

Isolde Meier und der harte Kern

Isolde Meier wird auch da sein. Wie immer, seit 35 Jahren. „Ich habe beim TV Rhodt noch selbst Leichtathletik und ein bisschen Übungsleiter gemacht, bevor ich nach der Hochzeit und über meine Kinder zum LCO kam“, erzählt die 67-jährige zu ihren Anfängen. Viermal in der Woche steht sie im Weinstraßenstadion, zwischen zwölf und 24 Jahren sind ihre Schützlinge alt. „Der harte Kern sind so 15 Leute, die sind eigentlich immer da. Andere machen noch anderen Sport oder Musik. Die kommen dann halt nur ein, zwei Mal. Das ist dann eben so“, sagt Meier, die am Abend Wettkampfwartin beim Kugelstoßen sein wird. Weiten markieren, Kugel wiegen, Abläufe koordinieren. Und nebenbei noch die eigenen Sportler betreuen.

„Das Aufwärmen begleiten. Wie sind die Athleten drauf? Kann man nach einem Probestart noch etwas korrigieren? Wie gestalten die Langstreckler ihre Läufe?“, beschreibt Meier ihre Aufgaben. Auch während des Wettkampfs ist sie mit dem Auge dabei. Und als Pädagogin gefragt, wenn ein Versuch misslingen sollte: „Wie spreche ich einen Athleten an? Der eine mag es sanft, der andere braucht einen härteren Ton.“

Homogene Gruppe

Das Klischee, unmotivierten Jugendlichen werde alles gleichgültiger, will sie so nicht stehen lassen. „Natürlich kommt es auch mal vor, dass jemand zu spät ist. Wir haben unseren Zeitplan und die Rituale, was Aufwärmen und andere Vorbereitung betrifft. Das funktioniert dann nicht mehr und ist Stress, der einfach nicht sein müsste.“ Trotzdem seien ihre Sportler „im Großen und Ganzen“ sehr diszipliniert. „Es würde anders ja auch gar nicht funktionieren. Wir haben eine sehr homogene Gruppe, da ist einer für den anderen da. Man muss schon lernen, sich in der Gruppe unterzuordnen und einzubringen. Wer sein eigenes Ding machen will, wird schnell zum Außenseiter. Das macht dann ja auch überhaupt kein Spaß“, so Meier. Die Gruppendynamik nehme ihr vieles ab. „Da muss man teilweise auch gar nicht mehr so hintendran sein, da sie sich gegenseitig unterstützen. Ich kann mich da einfach drauf verlassen.“

Isolde Meier hat schon viele kommen und gehen sehen. „Mittlerweile bringen mir ehemalige Athleten ihre Kinder ins Training“, erzählt sie. „Manche gehen nach dem Abitur oder der Ausbildung weg. Wenn sie aber wieder, auch wenn es nur für ein Wochenende ist, in heimatlichen Gefilden sind, kommen sie auch mal ins Training und stehen sogar für Teamwettbewerbe bereit.“

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