Umfrage unter Fußballern RHEINPFALZ Plus Artikel „Erfahrungen in Württemberg positiv“

Mal runterkommen.
Mal runterkommen.

Beruhigungspause im Fußball? Der Verband setzt eine Idee um, wie Spielabbrüchen zuvorgekommen werden kann. Kersten Beyer hat Meinungen gesammelt.

Mit einem Stopp-Konzept will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) der ausufernden Gewalt im Amateurfußball begegnen. Wichtigstes Teil dieses Pakets ist eine „Beruhigungspause“, um einem möglichen Spielabbruch zuvorzukommen. Was meinen Trainer, Schiris und der oberste Regelhüter?

Der Unparteiische kann bis zu zwei Unterbrechungen mit gekreuzten Handgelenken über dem Kopf anordnen. Alle Spieler müssen in ihren Strafraum. Der Referee erklärt den Kapitänen (bei den Junioren den Trainern) den Grund der Unterbrechung und die voraussichtliche Dauer.

„Einfacher Ablauf“

Das Konzept gilt für alle Klassen unterhalb der Regionalliga. Deutschlands oberster Regelhüter Lutz Wagner analysiert als TV-Experte häufig strittige Entscheidungen in der Champions League. Er meint: „Der Ablauf ist denkbar einfach und in allen Landesverbänden für jeden gleich. Die Erfahrungen nach Tests in Württemberg waren sehr positiv, nach diesen Unterbrechungen ist auf dem Platz fast nichts mehr passiert.“ Timo Graf (Südhaardter SV) kennt als Referee, langjähriger Vorsitzender des SV Roschbach und künftiger Trainer der Frauen des SV Dammheim alle Seiten. Der Flemlinger zeigt sich offen: „Alle sollten dieser neuen Idee ohne Vorbehalte eine faire Chance geben. Vielleicht braucht man zur Durchsetzung manchmal eine ausreichende Anzahl an Platzordnern.“

„Idee begrüßenswert“

Geteilter Meinung ist Marco Hirsch (Germania Winden), der häufig bei Brennpunktspielen zum Einsatz kommt. Der Landauer: „Die Idee, die dahinter steckt, ist begrüßenswert. Doch eigentlich stellt uns das aktuelle Regelwerk ausreichend Handwerkszeug zur Verfügung, um einem möglichen Abbruch zu verhindern.“ Alexander Burhardt aus Klingenmünster kennt die Spielleitung im Gespann und als „Einzelkämpfer“. Der Spielertrainer der SG Schweighofen/Kapsweyer sieht viele positive Aspekte. Die eingeführte Zeitstrafe habe in vielen Fällen Ruhe auf den Platz gebracht. Er fordert: „Sollte eine solche Unterbrechung künstlich herbeigeführt werden, um den Spielfluss des Gegners zu unterbrechen, müssen wir konsequent durchgreifen.“

Herausforderung

Was meint der künftige Obmann der rund 200 südpfälzischen Referees? Ralf Jäger übernimmt am 1. Juli von Maximilian Sitter. Der Rheinzaberner will zunächst Erfahrungswerte sammeln, bevor er ein abschließendes Urteil fällt. „Ich möchte, dass von unseren Unparteiischen einheitliche Maßstäbe angelegt werden. Das erfordert viel Kommunikation im Vorfeld und wird eine erste spannende Herausforderung für das neue Führungsteam und mich.“

x