Lokalsport Südpfalz Ein Aubameyang im Finale

Offenbachs Zweite gegen Wiesloch: Der Offenbacher Max Manz wird von Vitali Seibel und Tim Cornelius verfolgt. Die Hausherren ver
Offenbachs Zweite gegen Wiesloch: Der Offenbacher Max Manz wird von Vitali Seibel und Tim Cornelius verfolgt. Die Hausherren verlieren 1:2.

«OFFENBACH.» „Für das nächste Jahr überlege ich mir was“, sagt Karl-Heinz Eberle und blickt über den FSV-Sportplatz an der Germersheimer Straße in Offenbach. Gerade läuft das Fußball-Kleinfeldturnier mit Werkstätten für behinderte Menschen. In einem Jahr feiert das Turnier sein Zehnjähriges.

Die Eimer kaltes Wasser am Spielfeldrand braucht es in diesem Jahr nicht. Statt brütender Sommerhitze hat es in Offenbach angenehmes Fußballwetter. In den Vorjahren konnte Eberle beim Werkstätten-Turnier die Sonne fest einplanen. Trotzdem ist viel los auf dem Sportplatz. „Wir haben mehr Zuschauer dieses Jahr. Das Turnier wird gut angenommen“, freut sich der Walsheimer. Die Kooperation zwischen den Fußballern des FSV Offenbach und der Südpfalzwerkstatt besteht allerdings schon seit 2005. 15 Mannschaften sind am Mittwochmorgen nach Offenbach gekommen, um auf dem Kleinfeld im Sechs-gegen-Sechs zu kicken. „Da gibt es in den Werkstätten in den Wochen vorher kein anderes Thema mehr“, sagt Eberle. Er ist auch im Orga-Team, das im September die Deutsche Meisterschaft in Duisburg plant. Ob sein Heimteam, die SPW Offenbach, dann mit dabei ist, wird sich zeigen. Die Quali für die Teilnahme an der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft am 4. Juli auf dem Fröhnerhof in Kaiserslautern hat sie zumindest geschafft. „Die müssen sich erst wieder finden“, sagt Eberle. Nachdem Jürgen Knorr vor zwei Jahren nach mehr als 30 Jahren für die Mannschaft seine Karriere beendete, sind viele neue Spieler im Team. Das zeigt sich auch gestern: Das Eröffnungsspiel gewinnt die SPW Offenbach 1 mit 2:0, in den beiden nächsten Spielen gibt es zweimal elf Minuten gar keine Tore. Gegen Maudach will der Treffer einfach nicht fallen, ein Lattenschuss nach einem Solo über die linke Seite bleibt die beste Gelegenheit der Offenbacher. Jeweils fünf Teams wurden in drei Gruppen gelost. Im Gegensatz zu den Vorjahren spielen alle drei Gruppen um den großen Wanderpokal der Firma Trifa Lamps. Zuvor gab es eine schwächere Gruppe C, aus der die Teams je nach Abschneiden für das nächste Jahr auf- oder absteigen konnten. Jetzt wurden die Viertelfinals aus den jeweils besten Zwei jeder Gruppe sowie dem besten und zweitbesten Dritten gebildet. Mit dabei in Offenbach sind Werkstätten und Lebenshilfen aus Mainz, Sandhausen, Ludwigshafen, Mannheim, Kaiserslautern, Pirmasens, Bad Dürkheim, Hockenheim, Rockenhausen und Wiesloch. Der FC Meo aus Meppel in den Niederlanden fehlt dieses Jahr. Ob der Frust im Nachbarland über das Verpassen der Fußball-Weltmeisterschaft ausschlaggebend für die Nicht-Teilnahme in Offenbach ist, lässt sich nur vermuten. Auf dem Platz geht es auf jeden Fall gut zur Sache: „Ihr schaut ja zu wie D-Jugendspieler“, schnauzt der Sandhausener Torwart seine Vorderleute an, nachdem der Ball aus dem Getümmel ins Tor trudelt. Ein Dürkheimer Spieler fällt mit roten Schuhen, seitlich rasiertem Afro-Look und der Rückennummer 17 auf. „Aubameyang!“, rufen ihn die Spieler, die gerade Spielpause haben. Als er dann auch noch mit dem Kopf trifft, nachdem er seinen Teamkollegen im Mittelfeld mit der Hacke freigespielt hat, staunen seine „Fans“ nicht schlecht. Am Ende verliert sein Team im Finale gegen ATW Mannheim 0:1. Titelverteidiger ZOAR Alzey/Heidesheim/Kaiserslautern musste sich im Halbfinale 0:2 gegen den späteren Turniersieger geschlagen geben. Unterstützt werden Eberle und sein Team durch die Sepp-Herberger-Stiftung, die jeder Mannschaft auch einen Ball spendiert. Auch Jürgen Veth, Vizepräsident des Südwestdeutschen Fußballverbandes, kommt zur Siegerehrung.

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