Fußball
Drei Elfmetertore bei Kandels Heimsieg
Einen Einstand nach Maß feierte Kandels neuer spielender Cotrainer Christian Liginger beim 2:1 (0:1)-Derbysieg seines FC Bienwald gegen den FSV Offenbach am ersten Spieltag der Fußball-Verbandsliga Südwest. Mit zwei verwandelten Strafstößen krönte er seine starke Leistung und drehte die Partie zugunsten seiner Löwen.
Die Gastgeber erarbeiteten sich zu Beginn die klareren Chancen, nach einer halben Stunde hätten sie schon mit 2:0 führen können. Sie wirkten in den Zweikämpfen etwas griffiger und aggressiver und nutzten die großzügige Regelauslegung von Schiedsrichter Simon Wölflinger besser. Der Referee aus dem Landkreis Kusel ließ viel laufen und verzichtete im Zweifelsfall auf eine Gelbe Karte.
Hohes Tempo
Aufsteiger Offenbach enttäuschte keineswegs. 380 Zuschauer sahen am Samstagabend eine rassige und kurzweilige Begegnung auf dem Kunstrasenplatz. Beide Teams hielten über die komplette Spielzeit das Tempo hoch, lieferten sich packende Zweikämpfe und suchten den Weg in den gegnerischen Strafraum.
Die Partie stand unter schlechten Vorzeichen für den FC. Mit den verletzten Benedikt Brück und Yanik Wagner sowie Urlauber Dominik Steinel fielen alle Innenverteidiger aus, kurzfristig musste auch Lukas Bosch passen. Liginger rückte ins Abwehrzentrum. Sein Nebenmann Yannick Kindler steigerte sich gegenüber den Testspielen deutlich und ließ nicht viel zu. Carlos Baumgart feierte ein ordentliches Debüt auf dem rechten Flügel, der neue Stürmer Henrik Bediako bestach durch Beweglichkeit und gute Ballbehauptung.
Offenbach geht in Führung
In der ersten halben Stunde verbuchte Kandel ein deutliches Chancenplus. Dennis Hanß zielte aus aussichtsreicher Position knapp am Tor vorbei, ebenso der Rumäne Renaldo-Doru Balasa, der wegen der dünnen Personaldecke seinen geplanten Heimaturlaub verschob. Nach Balasa-Flanke köpfte Hanß an die Latte, FSV-Keeper Mika Stabel parierte glänzend gegen Bediako. Offenbachs beste Chance hatte Daniel Szadorf, sein Flachschuss ging knapp vorbei (37.).
Zwei Minuten vor der Pause erlief Silas Wagner einen Pass in die Schnittstelle und wurde von Aust von den Beinen geholt. Agmir Bajaktari verwandelte den berechtigten Elfer zum 0:1.
Jahnke: Krasse Fehlentscheidungen
Nach dem Wechsel kam mehr Hektik auf, beide Seiten hatten Möglichkeiten. Der erste Elfer für den FC nach Foul von Jakob Born an Balasa nach einer Stunde war berechtigt, der zweite nach einem Kontakt zwischen Sven Glaser und Bediako diskussionswürdig. Wölflinger stand direkt daneben und entschied sofort. Endgültig den Unmut der Offenbacher zog er auf sich, als er nach einem Zweikampf zwischen Carsten Breßler und Jonas Dörrzapf weiterlaufen ließ.
In der Nachspielzeit holte der Kandeler Balasa Lukas Manger an der Außenlinie von den Beinen und sah nach kurzer Rudelbildung Rot. Offenbachs Übungsleiter Daniel Jahnke reagierte nach der Partie emotional: „Beide Teams schenkten sich nichts, wir haben gut dagegengehalten. Doch wir konnten heute nicht gewinnen. Wir haben einen klaren Elfer verweigert bekommen, beide Kandeler Strafstöße waren krasse Fehlentscheidungen.“ Kandels Coach Reinhard Schenker sah das anders: „Alle drei Strafstöße waren völlig berechtigt. Die Jungs sind als starke Einheit aufgetreten, das Spiel hätte früh für uns entschieden sein können. Ich bin sehr zufrieden. Unsere Chancenverwertung entwickelt sich langsam zum Klassiker, daran werden wir arbeiten.“