Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die SG Ottersheim und der TV Offenbach gewinnen ihre Spiele

In Bellheim: Mattia Magro (links) und Keeper Mark Bertram erleben das nächste Tor der Südpfalz-Tiger von Markus Michel, der als
In Bellheim: Mattia Magro (links) und Keeper Mark Bertram erleben das nächste Tor der Südpfalz-Tiger von Markus Michel, der als Linksaußen-Ersatz ein starkes Spiel machte.

Manchmal klappt alles. Mit einem Plus von 20 Toren schießt die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam die HSG Nahe-Glan aus der Halle. Am Samstagabend liegt in der Handball-Oberliga ein Klassenunterschied zwischen beiden: 35:15 (16:7) mit acht Michel-Toren.

Die Gäste, ohne den verletzen Marco Magro-Arzt, mit dem ehemaligen Landauer Spieler Heinrich Löwen (5 Tore), haderten mit den Schiedsrichtern. Sie kamen selten durch die 3-2-1-Abwehr der Südpfalz-Tiger, die intensiv fast jeden Laufweg verschloss. Florian Bauchhenß auf der Eins war wieder in Topform und der Zerstörer, für den Angriff wechselte er mit Jan Gerbershagen. Die Rückkehr von Fabian Graap stabilisierte die offene Deckung erheblich. Und dahinter war Timo Bauchhenß in klasse Form. Er parierte bis zur Halbzeit zehn Würfe. Seine Quote an gehaltenen Bällen betrug nahezu 60 Prozent. Später ersetzte Max Geiger ihn und hielt ebenso einwandfrei.

Den Gegner bis zur Aufgabe genervt

Die Spielanlage der HSG ist auf viele Einzeldurchbrüche angelegt. Das wusste die SG mit allen Mitteln und einer Abwehr, die, so Job, den Gegner nerve und ihm die Lust nehmen könne, zu verhindern. Das 1:0, 5:3, 7:3 (zweites Tor hintereinander von Linksaußen Markus Michel), das 10:3, 15:6 und 16:7 waren Kontertore. Die Gäste rieben sich auf. Und spielten der SG, die sich in der Abwehr auspowerte, mit einer wenig aggressiven Abwehr in die Karten. Die Tiger konnten sich im Positionsangriff erholen. Joshua Albert, nicht angegriffen, stieg bei neun Metern hoch und traf zum 4:2, 8:3, 9:3. Von ihm schätzt Job die Konstanz, im Angriff „ist er einer unserer wichtigsten Spieler“.

Michel, der Maximilian Hauck vertrat, erhielt das Vertrauen des Trainers von Beginn und war im Netzfieber. Die Frage war, ob die Gastgeber das 60 Minuten durchhalten können. André Hilsendegen (halb rechts für Philipp Latzko, fünf Tore), Patrik Sefrin (Kreis für Graap/1) und Christoph Gensheimer (rechts für Elias Horn/2) sorgten in der ersten Hälfte für Entlastung, in der zweiten kam Arne Schäfer auf die Platte (3). Fast alle Feldspieler konnten sich in die Torschützenliste eintragen, bei noch konzentrierterer Leistung wäre die 40er-Marke gefallen.

Noch ein paar Schmankerl

Die Tiger-Offensive präsentierte noch paar Schmankerl: einen schönen Leger von Markus Michel über den Kopf des Gästekeepers, ein Hüftwurf-Tor von Fabian Graap aus dem Rückraum, ein Full-Speed-Abschluss von Elias Horn nach Pass aus dem Torraum. Einige Abläufe waren dem Trainer zu fahrig gespielt. Der Kasten Bier für weniger als 20 Gegentore, den er bezahlen muss, wird aber wohl trotzdem fällig.

TVO: Klare Führung verloren, Spiel gewonnen

Die Tiger sicherten sich die Punkte 19 und 20 und sonnen sich weiter auf dem siebten Platz hinter dem TV Offenbach, der beim Tabellendritten gewann. Damian Zayac, Torhüter des SV 64 Zweibrücken, war der Verzweiflung nah. Wiederholte hatte er einen Offenbacher Wurf abgewehrt, zum wiederholten Male war kein Abwehrspieler da, der versuchte, den Abpraller zu bekommen. 40 Minuten dominierten die Offenbacher. Binnen 15 Minuten drehten die Zweibrücker dann die Partie – um am Ende doch mit leeren Händen dazustehen. Der TVO gewann mit 30:29 (21:13). „Unser Matchplan ist voll aufgegangen“, freute sich Offenbachs Trainer Tobias Job über die ersten 30 Minuten, meist mit dem siebten Feldspieler. Zayac blieb der oft allein gelassene Alleinunterhalter. Er kam auf eine Quote von fast 50 Prozent gehaltener Bälle, traf selbst zum 9:13 ins leere TVO-Tor.

Auch in der Abwehr funktionierte der Offenbacher Matchplan. „Wir haben bewusst offensiver verteidigt, mit einem Schwerpunkt auf der rechten Seite“, sagte Job. Die rechte Abwehrseite nahm Philipp Kockler weitgehend aus dem Spiel.

20:25, dann 29:27

Nach Wiederanpfiff wurde es laut in der Halle. Tom Grieser, der immer wieder versuchte, das Team aufzurütteln, zündete selbst den Funken, traf zum 20:25. Zayac parierte, und Adam Soos verkürzte auf 21:25. Sebastian Mohra vergab die Gegenstoßchance für Offenbach, Philipp Hammann von rechts: 22:25. Job nahm eine Auszeit, den folgenden Ballverlust bestrafte Grieser mit dem Treffer zum 23:25 ins leere TVO-Tor. Hammann nutzte eine weitere Empty-goal-Chance: 24:25. Der SV lebte, Fabian Naumann glich zum 25:25 aus. Technischer Fehler Offenbach, Parade Zayac gegen den sonst treffsicheren Felix Kunz (acht Tore) – und Benny Zellmer erneut ins leere TVO-Tor: 26:25. Die erste Zweibrücker Führung.

29:27 für die Gastgeber, noch vier Minuten. „Die zweite Halbzeit war gut, phasenweise sehr gut. Aber in den Schlussminuten hat es an Cleverness gefehlt“, resümierte SV-Trainer Stefan Bullacher. Fehlabspiele, Pfostentreffer von Kockler. „Wenn die Partie unentschieden ausgeht, machen Stefan und ich einen Strich drunter“, sagte Tobias Job, der an der Seitenlinie zum siebten Verteidiger avancierte, inklusive Ausrutscher. Kaum stand er wieder, durfte er zwei Striche drunter machen. Zuerst das 29:29 von Jonas Busch. Dann, nach Pfostentreffer von Kockler, Ballbesitz TVO und das vierte Tor von Philipp Mohra.

In Zweibrücken: Sebastian Meister gegen TVO-Keeper Florian Pfaffmann. Meister bleibt ohne Torerfolg.
In Zweibrücken: Sebastian Meister gegen TVO-Keeper Florian Pfaffmann. Meister bleibt ohne Torerfolg.
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