Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Die letzte Serie gehört dem Gegner, der TVO verliert

Der Offenbacher Nico Bader hält drauf, bei ihm ist Benjamin Zellmer. Links Lukas Klein, der 4/1 Tore erzielte, und Tom Grieser.
Der Offenbacher Nico Bader hält drauf, bei ihm ist Benjamin Zellmer. Links Lukas Klein, der 4/1 Tore erzielte, und Tom Grieser. Beder (5), Niklas Klein (5/1) und Tino Gläßgen (4) waren die erolgreichsten TVO-Schützen.

Gerade scheint das Pendel zugunsten des TV Offenbach auszuschlagen, weil Nico Bader trifft und trifft, da schlägt der SV 64 Zweibrücken zurück. Der Gast entführt die Punkte. Die Trainer sind sich einig: Sie haben ein Oberliga-Spitzenspiel gesehen.

Das Pfalzduell der Handball-Oberliga TV Offenbach gegen SV Zweibrücken hatte einiges zu bieten. Zwei Tore waren am Ende der kleine, aber feine Unterschied. Der TVO verspielte schon wieder eine Führung und verlor mit 28:30 (15:14).

Beide Teams starteten mit viel Motivation und spulten das Angriffsprogramm recht routiniert und immer wieder schnell ab. Die Abwehrreihen hatten zu Beginn nicht sonderlich viel zu melden. Offenbach wurde von den lautstarken Fans gepusht. Zweibrücken hielt dagegen und feierte jeden Treffer energiegeladen.

Ohne Abtasten geht es los

In der ersten Hälfte deutete sich schnell an, dass es ein Spiel zweier Teams auf Augenhöhe wird. Fans beider Seiten – es waren 300 Zuschauer in der Halle – wurden für ihr Kommen belohnt. Ohne Taktikgeplänkel oder Abtasten schenkten sich beide Teams bis zum 8:8 nichts. Die Gäste konnten dann erstmals zwei Tore vorlegen. Doch die Offenbacher Hallenstimmung – als „Hölle Süd“ bezeichnet – brachte das Heimteam voran zum 11:10.

Zu Beginn der zweiten Hälfte agierten beide Teams in der Defensive aggressiver und enger am Gegenspieler. Offenbach musste öfter aus dem Rückraum werfen, während der SV Zweibrücken auch mal den Kreisläufer oder die Außenpositionen in Szene setzen konnte.

Spektakuläre Tore von Nico Bader

15 Minuten vor Ende wuchs auf beiden Seiten die Anspannung spürbar, egal ob auf dem Feld oder auf der Bank. Die Anzahl der Fehler nahm zu. Zwischen der 50. und 53. Minute schien die Zeit von TVO-Akteur Nico Bader gekommen zu sein. Mit schnellen und spektakulären Toren brachte er sein Team mit 27:24 in Führung. Die Halle bebte, das Pendel schien zugunsten der Offenbacher auszuschlagen.

Bader hätte mit seinen fünf Toren zum Matchwinner avancieren können. Vielleicht waren sich die Gastgeber da schon zu sicher. Jedenfalls konnten sie in den letzten fünf, sechs Minuten nicht mehr viel nachlegen. Zweibrücken agierte nervenstark und vor allem nicht so hektisch wie der TVO in der Schlussphase. Nach einer 6:1-Serie war der Auswärtssieg unter Dach und Fach und Offenbachs zweite Saisonniederlage besiegelt.

Was meinen die Trainer?

SVZ-Trainer Steffen Bullacher war spürbar erleichtert: „Wir wussten, dass es sehr schwierig ist, in Offenbach zu gewinnen. Ich habe ein Spiel zweier Spitzenteams auf Augenhöhe gesehen, das wir mit etwas mehr Glück gewonnen haben. Die Fehler von Offenbach haben uns am Ende in die Karten gespielt.“

Holger Schwab vom TVO stimmte seinem Trainerkollegen in weiten Teilen zu, haderte aber auch teilweise mit dem sonst gut agierenden Schiedsrichtergespann: „Beide Teams haben den Zuschauern ein tolles Spiel geboten. Wir waren in der Schlussphase etwa zu hektisch im Spielaufbau und im Abschluss. Ich hatte den Eindruck, dass zu schnell Zeitspiel angezeigt wurde. Das hat uns dann gegen Ende zu oft aus dem Tritt gebracht. Gratulation an Zweibrücken für den nicht unverdienten, aber glücklichen Sieg.“

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