Sportstypen RHEINPFALZ Plus Artikel Die Läuferin und die Lust auf Stabhochsprung

Giuliana Haas im Oktober beim Straßenlauf in Föhren.
Giuliana Haas im Oktober beim Straßenlauf in Föhren.

Mittelstreckenläuferin Giuliana Haas will beim Stabhochsprung-Meeting in Bad Bergzabern im Vorspringen antreten. „Dennis Schober hat mich jetzt an der Backe“, sagt sie.

Laufen ist ihre Welt. Am liebsten 3000 Meter. Auch mal den Halbmarathon, wie am Sonntag in Kandel und am 16. November vergangenen Jahres auf Teneriffa, wo sie schnellste Deutsche war und nach 1:33:39 Stunden als Neunte das Ziel erreichte. Aktuelles Ziel der Rheinland-Pfalz-Meisterin in der Halle über 10.000 Meter: 2,80 Meter.

Wer das hört, muss lächeln. Mit 24 Jahren in den Stabhochsprung einsteigen? Haas will das machen, was sie will, was ihr Spaß macht. „Dennis Schober“, der Altersklassenweltmeister vom ASV Landau „hat mich jetzt an der Backe und darf mich jede Woche trainieren.“ Beim Stabhochsprung-Meeting am 21. Mai in Bad Bergzabern am Schloss will sie 2,80 Meter springen. „Giuliana Haas, die mit mir das Meeting organisiert, werden wir dieses Jahr im ersten Vorspringen sehen, wenn nichts dazwischen kommt“, kündigte Christoph Zepp an. „Klasse, dass wir eine Athletin aus dem eigenen Verein dabeihaben werden. Sie trainiert seit circa einem halben Jahr neben dem Laufen auch Stabhochsprung.“

„Wilde Kombi“

„Jetzt habe ich noch eine zweite Disziplin, das ist eine wilde Kombi“, sagt die angehende Grundschullehrerin. Im Mai 2021, nach dem Abi, war sie mit ihrem Vater von München nach Venedig gewandert, 28 Etappen. Im selben Jahr fing die junge Frau aus Ockenheim und Athletin des LC Bingen in Landau zu studieren an. In der Wohnung, die sie damals in Bad Bergzabern bezog (die Suche im Umkreis von Landau war schwierig), ist sie immer noch. Bald war sie Athletin des TV Bad Bergzabern, um im Stadion laufen zu dürfen, heute trainiert sie im Verein Fünf- bis Achtjährige.

Ihr anderes Training.
Ihr anderes Training.

Bei den Meetings, die Zepp in der Kurstadt aus dem Hut gezaubert hat, schaute sie genau hin. Ein Gedanke: „Ich würde es gerne mal probieren.“ Als Kind habe sie Stabhochsprung mit Renaud Lavillenie im Fernsehen angeschaut. „Wenn, dann jetzt“, sagte sie sich, „ich probiere es einmal.“ Mit Zepp machte sie erste kleine Übungen. Ihr Verein hat keine Matte. Sie fragte Dennis Schober bei einem südpfälzischen Treffen von Meeting-Veranstaltern, ob sie mal in Landau vorbeikommen könne. Aber ja.

Freude an kleinen Erfolgen

Kann ich das? Hab’ ich noch den Mut? Die zweite Frage hat sie sich wohl schon beantwortet. Sie erfreut sich an kleinen Erfolgen. Dass der Stab sich richtig biegt. Sie wieder ein Stückchen höher gekommen ist. Durch die Luft fliegt. „Ich habe sehr viel Lust, da noch weiterzukommen“, sagt Haas. „Die Kraft, die man braucht, ist noch mal eine andere als beim Laufen. Ich versuche, beiden Disziplinen gerecht zu werden.“

Wegen des Kraft- und Techniktrainings hat sie gerade nicht den Fokus aufs Laufen. Obwohl Erkältungen dazwischenkamen, lief sie im Januar bei den Landesmeisterschaften über 3000 Meter auf Platz zwei. Ihre 800-Meter- und 3000-Meter-Zeiten waren im vergangenen Jahr aber um mehrere Sekunden besser.

Die Übung am Reck

Was sagt Schober zum Versuch? Er sehe sich nicht als Trainer, könne ihr Tipps geben, sagt der Hallen-Weltmeister M35 von 2025. „Ich mag den Gedanken, sich so ein Ziel zu setzen, es macht Spaß.“ Man sehe ihr an, dass sie aus dem Laufbereich komme. Sie seien fast bei einem Wettkampf-Anlauf, mit den Armen mache sie noch ein bisschen wenig, da fehle noch was. Schober überlegt, er meint, sie schaffe schon acht Aufrollen am Reck. Acht Mal Hüfte und Beine nach oben bis an die Reckstange. Übung eines Stabhochspringers.

Mit dem Studium ist Haas fast durch: „Eigentlich muss ich nur noch die Masterarbeit schreiben, dann bin ich im Herbst fertig und kann im Januar im Referendariat starten.“ Das Studienseminar Rohrbach würde sich anbieten, sagt sie. Sie ist im Zwiespalt: die Familie in Rheinhessen, sie hier? „Ich habe mich eingelebt, habe hier meinen Verein und ein paar Freunde“, sagt sie. So weit sei Ockenheim ja nicht entfernt.

Wer im Hauptfeld antritt

Für das Hauptfeld des Meetings in Bad Bergzabern hat Zech mit Unterstützung von Jochen Wetter vom ASV Landau schon einige Meldungen: Torben Blech, Gilian Ladwig, Adrian Kübler aus der Schweiz, Ioannis Rizos aus Griechenland. Neu dabei seien Louis Pröbstle von der MTG Mannheim, Ben Broeders aus Belgien, Fabio Wünsch vom SC Paderborn sowie Georgios Papanastasiou aus Griechenland. Zech: „Wir sind gespannt, ob und welche US-Springer noch melden.“

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