Gehörlosen-Sportbund RHEINPFALZ Plus Artikel Daniel Haffke kehrt als Vizepräsident Sport zurück

 Daniel Haffke
Daniel Haffke

Für einige ist der gebürtige Steinweilerer Daniel Haffke ein „rotes Tuch“. Der 33-Jährige kann sich aber gegen seine Kritiker durchsetzen. Nachdem er Missstände angeprangert hatte, votiert der Verbandstag für einen Neuanfang mit ihm im Präsidium.

Am Samstag um 15.42 Uhr hatte Daniel Haffke die Gewissheit. Der 33-jährige kehrt wieder zum Deutschen Gehörlosen-Sportbund (DGSV) zurück. Diesmal nicht als hauptamtlicher Mitarbeiter der Sportjugend, sondern als Vizepräsident Sport.

Leicht haben sich die Delegierten aus den Landesverbänden die Wahl des gebürtigen Steinweilerers und Vorsitzenden des Gehörlosensport-clubs Frankenthal nicht gemacht. Haffke galt für einige im DGSV als „rotes Tuch“. Nach seiner Kündigung beim Verband als hauptamtlicher Mitarbeiter in der Geschäftsstelle in Köln im März und dem Wechsel zum Geschäftsstellenleiter Special Olympics im Saarland hatte Haffke Klartext geredet, in einer Videobotschaft Missstände im Präsidium angeprangert und den Weg zu einem Neuanfang ausgerufen.

Noch im Juli Suspendierung gefordert

Das gefiel nicht jedem. Besonders das bisherige Präsidium versuchte deshalb beim Verbandstag im Congressforum Frankenthal, die Wahl Haffkes zum Vizepräsidenten Sport zu verhindern. Die Ethik-Kommission und das Gremium Good Governance hatten nach einer Anhörung mit dem DGSV-Präsidium am 11. Juli noch eine Suspendierung Haffkes bis zur vollständigen Klärung der Angelegenheit gefordert.

Diese Empfehlung fand keine Mehrheit. Die Delegierten entschieden sich für einen Neufang mit Haffke als den für Sport wichtigsten Funktionär. Mit 46 Ja- bei 25 Nein-Stimmen erhielt er das Vertrauen für die kommenden vier Jahren.

Haltung bekräftigt

Zuvor hatte Jan Eichler, der umstrittene Vizepräsident Kommunikation, der auch als Kandidat vorgeschlagen wurde, versucht, die Wahl zu verhindern. Haffke hielt „trotz des Gegenwindes“ an seiner Kandidatur fest und bekräftigte seine Haltung zu einem Neuanfang im Präsidium. „Mir war bewusst, dass einige über mich schlecht sprechen werden, aber ich stehe zu meinen Aussagen“, sagte Haffke. „Wir brauchen einen Neuanfang mit klaren Strukturen für den Kinder-, Senioren-, aber auch für den Spitzensport“. So bemängelte Haffke auch, dass bisher die Prämien für die Erfolge auf internationale Ebene noch nicht abgewickelt worden seien. So wurde nach RHEINPFALZ-Informationen immer noch keine Freigabe für den Bundesstützpunkt Handball erteilt. Eine Aufgabe, die Haffke mit dem neugewählten Präsidium schnell umsetzen möchte.

Zum ersten Mal eine Frau an der Spitze

Seine Kandidatur dürfte auch der Auslöser gewesen sein, dass das bisherige Präsidium um Tobias Burz (München) den Weg für eine neue Führungsriege frei machte. Der Rückhalt aus den Landesverbänden war nicht mehr vorhanden. So wurde als erste Frau in der Geschichte des DGSV Katharina Pape (Darmstadt) gewählt. Zu Vizepräsidenten bestimmten die Delegierten neben Haffke noch Andre Brändel (Finanzen/Dresden) und Ricardo Scheuerer (Kommunikation/Berlin). Neuer Generalsekretär ist Christof Rieck (Köln). Die Position Vizepräsident Sportentwicklung bleibt vakant.

x