Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Damen des TV Bergzabern gehen mit großem Elan ins erste Heimspiel

Das Oberliga-Team für die Saison 24/25.
Das Oberliga-Team für die Saison 24/25.

Die Mischung macht’s. Von extrem erfahren bis blutjung. Mal abgezockt, mal ganz wild. Die Korbjägerinnen des TV Bad Bergzabern hauten als Oberliga-Neuling mächtig auf den Putz. In der neuen Saison wollen Jan Wroblewski und „seine Mädels“ den Erfolg sogar noch toppen.

Vor eigenem Publikum gibt’s den ersten großen Saisonauftritt am Samstag (15.30 Uhr, Verbandsgemeindehalle) gegen den Rheinland-Pfalz-Rivalen BBC Horchheim. „Top3 ist unser Ziel“, sagt selbstbewusst Lisa Dettmer, Kapitänin der TVB-Mädels. Sie ist eine aus der Garde „schon viel erlebt“. Das Eigengewächs des Turnvereins bringt jede Menge Basketball- aber auch Lebenserfahrung mit. Nicht umsonst geht sie voran, ist wichtiges Vorbild und Verbindungsperson zum Trainer. Platz drei wäre noch einmal zwei Ränge besser als die starke Aufstiegssaison, als sie punktgleich mit dem Viertplatzierten ins Ziel kamen und elf Siege in 18 Partien landeten.

„Wir sind nach wie vor eine bunt gemischte Truppe. Von Schülerin über Studentin bis zu berufstätigen Müttern ist bei uns alles dabei. Genau diese Zusammensetzung macht’s so reizvoll, so spannend“, beschreibt Lisa Dettmer ihre Eindrücke und Erlebnisse nach der sehr intensiven sechswöchigen Vorbereitungszeit. „Alle bei uns im Team haben Bock, sind mit großem Spaß und Eifer dabei. Vorrangiges Ziel – wichtiger als irgendeine Platzierung – ist es, weiterhin die Jugend heranzuführen und im Erwachsenenbereich auf dem sehr hohen Niveau zu stabilisieren.“

Koltan wieder daheim

Der große Vorteil ist, dass die gesamte Mannschaft zusammengeblieben ist und weitere Nachwuchstalente im Oberliga-Kader aufgenommen wurden. „Suzan Koltan ist nach ihrer Referendariats-Zeit in Köln wieder in der Heimat und bei unserer Beza-Basketball-Familie gelandet“, erzählt TVB-Urgestein Dettmer. Die 37-Jährige brennt auf den neuen Wettkampf, so wie alle anderen im Team. Der Saisonauftakt war verheißungsvoll. Im Auswärtsspiel am ersten Spieltag feierten die TVB-Mädels einen souveränen 53:32-Erfolg bei TVG Baskets Trier. Bereits früh standen die Weichen auf Sieg – 17:4 nach zehn Minuten und 28:9 zur Halbzeit!

Das erste Erfolgserlebnis ist umso bemerkenswerter, da Bergzabern nicht in Bestbesetzung und ohne den grippekranken Headcoach Jan Wroblewski an die Mosel gefahren war. Neben Lisa Dettmer fehlte auch deren Schwester Anna Rapp – beide zählten letzte Runde noch zu den drei erfolgreichsten TVB-Werferinnen! „Wir hoffen, dass die Knie geplagten Erna Schott und Saskia Busch im Laufe der Saison wieder einsteigen können. Das wäre schön für beide und auch für uns“, meint Lisa Dettmer. „In Bestbesetzung können wir die Besten der Liga ärgern!“

Lob für den Trainer

Diese optimistische Prognose stützt sich nicht nur auf die Qualität im Team. Entscheidenden Anteil am bisherigen Erfolg in den letzten Jahren mit Pokalerfolgen, Landesliga-Meisterschaft, Oberliga-Aufstieg und eben der letzten starken Oberliga-Runde habe auch der Coach. „Mit Jan Wroblewski haben wir einen grandiosen, ehrgeizigen und engagierten Trainer, der alles gibt und gerne die Herausforderung annimmt, jede Spielerin dort abzuholen und zu integrieren, wo sie eben steht“, sagt Dettmer. „Wir haben Regionalliga erfahrene Spielerinnen, aber auch ganz junge Mädels mit keinerlei Erfahrung im Seniorenbereich.“

„Das ist eine spannende Aufgabe, ein Team mit solch einer großen Bandbreite unter einen Hut zu bekommen“, erklärt Wroblewski mit verschmitztem Lächeln. Eine echte Herausforderung sei dies aber nicht. Er ist ein Vollblut-Korbjäger, den solche Herausforderungen reizen. „Wir haben dieses Jahr sogar 14-Jährige im Kader. Und auf der anderen Seite einige, die fast 30 Jahre älter sind. Das ist der besondere Reiz und macht riesig Spaß. Ü40-Korbjägerinnen zu haben, die schon vieles erlebt haben und für die körperliche Härte auf diesem Level Alltag ist. Auf der anderen Seite Mädels überhaupt erst einmal an den Erwachsenenspielbetrieb heranführen. Wirklich, das meine ich ehrlich: Megaspannend!“

Die Gegner ärgern

Neben den großen Altersunterschieden gebe es noch eine andere Hürde zu meistern – das unterschiedliche TVB-Gesicht bei Heim- und Auswärtsspielen, wie Wroblewski sagt. Anna Rapp zum Beispiel ist Schiedsrichterin auf hohem Niveau bis zur Zweiten Liga. Bei ihr wird es Überschneidungen geben. Es gibt noch andere Gründe. Wroblewski: „Wir werden nicht dauerhaft vollzählig sein. Da einige neben dem Basketball auch Beruf und Familie in Einklang bringen müssen, wird nicht jede bei jedem Spiel dabei sein können. Unser großer 20er-Kader relativiert sich deshalb schnell. Daher wird es für ganz, ganz oben wohl nicht reichen. Dennoch haben wir den Anspruch, erneut zur oberen Tabellenhälfte zu zählen. Wenn alles passt, können wir jeden Gegner der Liga ärgern.“

Das sei auch ein Ziel und würde das besondere „Abenteuer Oberliga“ so außergewöhnlich für jede einzelne beim TVB machen. Topteams aus Saarbrücken, Saarlouis, Trier, Koblenz-Horchheim und Bitburg, alles namhafte Gegner im Bereich des Frauen-Basketballs – und dann kommt der „Dorfclub“ aus der Südpfalz, ganz am äußersten südöstlichen Ende von Rheinland-Pfalz gelegen, der den „Großen“ Paroli bieten will. Zum ersten Mal vor den eigenen Fans werden die Wroblewski-Schützlinge am Samstagnachmittag gegen Horchheim zeigen, was sie können.

Der TVB-Kader

Julia Albrecht, Saskia Busch, Lisa Dettmer, Svenja Dietz, Nadine Erdmann, Sophia Gampper, Gabriela Gazova, Sina Marie Heinz, Dana Hentschel, Sonja Hiegle, Anika Kasper, Suzan Koltan, Lea Kreutz, Tina Lavan, Anna Rapp, Erna Schott, Romina Schremb-Rosenbaum, Sandra Weis, Lara Zimbelmann, Nora Zoller.

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