Lokalsport Südpfalz Aus dem Effeff

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OFFENBACH. Seine Grüngurt-Prüfung im Ju Jutsu hat Jens Füchsel bestanden. Anfänger tragen Weißgurt. Ju Jutsu besteht aus Schlagen und Treten, Würfen, Bodenkampf, Hebel- und Würgetechniken sowie Stock- und Messertechniken. Geprüft wurde beim Ju-Jutsu-Club in Offenbach.

Füchsel ist 34, trainiert seit vier Jahren Ju Jutsu und bezeichnet den Sport als Ausgleich zur Arbeit und „Stressbewältigung“. Er arbeitet als Lagerist in Herxheim. „Durch ständiges Wiederholen konnte ich bei der Prüfung alles aus dem Effeff. Ich atme quasi schon Ju Jutsu“, sagt er schmunzelnd. Sein nächstes Ziel ist, sich für die Deutschen Ju-Jutsu-Meisterschaften 2017 zu qualifizieren. Dafür muss er zunächst bei der Rheinland-Pfalz- Meisterschaft und anschließend bei der Westdeutschen Meisterschaft weiterkommen. „Der nächste Gürtel hat noch Zeit“, sagt er. Ju Jutsu ist ein Kampfsport, der verschiedene Bereiche umfasst. Er entwickelte sich aus der japanischen Kampfkunst Jiu Jitsu, der waffenlosen Selbstverteidigung, die von den Samurai erfunden wurde. Der Name Jiu Jitsu bedeutet „die sanfte Kunst“. Die friedliche Lösung von Konflikten steht im Mittelpunkt. Der Sport soll ebenfalls zur Stärkung der Persönlichkeit und des Selbstbewusstseins beitragen. An der Gürtelprüfung in der Grundschulturnhalle in Offenbach nahmen noch weitere Ju-Jutsu-Kämpfer erfolgreich teil. Vivien Lindhorst und Jennifer Gebel machten ihren Gelbgurt, Marcel Harkawe hat seinen Orangegurt und David Esch erhielt den Grüngurt. „Die Vorbereitungszeit für die Gürtelprüfung ist ein halbes Jahr“, erklärt der erste Vereinsvorsitzende Paul Jäger. Der Ju Jutsu Club Offenbach besteht seit 28 Jahren, der Vereinsgründer ist der Rentner Paul Jäger. Beim Ju Jutsu wird die Kraft des Gegners gegen ihn selbst verwendet. Die Verbindung der verschiedenen Disziplinen bildet ein leicht erlernbares System, das Selbstverteidigung für jeden zugänglich macht. Das ist auch ein Grund, warum die deutsche Polizei Ende der 60er-Jahre Ju Jutsu für das dienstliche Einsatztraining einführte. Anfänger tragen Weißgurt. Mit den Jahren können verschiedene Gürtel bis zum Schwarzgurt erworben werden. Die Schülergrade werden Kyu genannt. Die Reihenfolge, in der die Gürtel erworben werden, ist Gelb (fünfter Kyu), Orange (vierter Kyu), Grün (dritter Kyu), Blau (zweiter Kyu) und Braun (erster Kyu). Mit dem Erwerb des Schwarzgurts wird der erste Dan erhalten. Der höchste Dan ist der zehnte. Der Deutsche Ju Jutsu-Verband (DJJV) organisiert deutschlandweit Lehrgänge und Wettkämpfe. Ihm gehören verschiedene Landesverbände an, die sich ihrerseits in Vereine gliedern. Die gängigste Wettkampf-Form ist das Fighting. Dabei gibt es drei Teile: Im ersten werden Schlag- und Tritttechniken ausgeführt. Im zweiten Teil greifen die Gegner und versuchen zu werfen. Wenn die Würfe gelingen, geht der Kampf in Teil drei über, wo er auf dem Boden mit Halte- Würge- oder Hebeltechniken beendet werden soll.

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