Kreis Germersheim Züge sollen Straßenbrücke von Wörth nach Karlsruhe entlasten
Ab 31. Juli sollen möglichst viele Autos stehen. Und zwar nicht im Stau auf oder vor der Rheinbrücke nach Karlsruhe, sondern auf den Parkplätzen entlang der Stadtbahnstrecke zwischen Germersheim und Wörth und der Bahnstrecke zwischen Neustadt und Wörth. Am 31. Juli sollen die Sanierungsarbeiten an der Rheinbrücke beginnen und bis Ende 2019 dauern. Während der Sanierung werden die sechs Fahrspuren auf vier verengt, der Fahrradweg verläuft nur noch auf einer Seite. An mindestens vier Wochenenden wird die Brücke komplett gesperrt.
Eine S-Bahn nur für Berufspendler
Damit die Autofahrer, die ihr Vehikel entlang der Strecke abstellen, auch Plätze in den Zügen bekommen, sollen zusätzliche S-Bahnen bis Karlsruhe fahren und die planmäßigen Stadtbahnen werden verlängert. „Zusammen mit den Extra-Kapazitäten auf der Strecke Neustadt-Karlsruhe bekommen wir rund 2740 zusätzliche Sitzplätze“, sagte Michael Heilman am Montag im Germersheimer Kreisausschuss.
Heilmann ist Geschäftsführer des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr (ZSPNV) und stellte die aktualisierte Planung seines Verbandes für die Zeit der Brückensanierung vor. Vor allem im Berufsverkehr müssten mehr Kapazitäten geschaffen werden, lautete die Forderung der Bürgerinitiative. Diese Kapazitäten bringt eine zusätzliche S-Bahn, die um 6.45 Uhr in Germersheim nach Karlsruhe Hauptbahnhof abfährt.
Park&Ride Plätze restlos ausnutzen
Auf der Rückfahrt werden die Eilzüge der Stadtbahnen zwischen 13.39 und 17.39 Uhr gedoppelt. Außerdem soll für mindestens einen Eilzug ein unplanmäßiger Halt in Rheinzabern Alte Römerstraße eingerichtet werden. Grund: Dort gibt es viele Parkmöglichkeiten, auf denen Pendler ihr Auto stehenlassen könnten. Der Haken dabei: Der Eilzug, der in Rheinzabern Römerstraße hält, schafft den Anschluss an die S-Bahn in Germersheim nicht mehr. „Leider“, so Heilmann, „habe es keine andere Möglichkeit gegeben, auch wenn die jetzt nicht optimal ist.“ Als Park & Ride Plätze sollen auch die drei Haltepunkte in Germersheim, der in Sondernheim und der in Rülzheim genutzt werden, wo es überall noch freie Plätze gebe. Zusätzlich könnten in Jockgrim der Bürgerpark und in Rheinzabern der Kerweplatz als Pendler-Parkplätze eingerichtet werden.
14.000 Extra-Zugplätze an den Wochenenden
An den Wochenenden mit Vollsperrung werden laut Heilmann rund 14.000 Sitzplätze zusätzlich in den Zügen aus Richtung Germersheim und Richtung Neustadt nach Karlsruhe und zurück angeboten. Neu ist an diesen Sonntagen ein Zug ab Germersheim um 4.37 Uhr über Wörth nach Karlsruhe und umgekehrt ab Wörth um 6.09 Uhr nach Germersheim. Der Frühzug sei vor allem vom Personal des Karlsruher Klinikums für den Frühdienst gewünscht worden, sagte Heilmann.
Problematischer stelle sich die Situation auf der Bahnstrecke Neustadt-Landau-Wörth-Karlsruhe dar. Da seien die Pendler-Parkplätze – Beispiel Winden – bereits über Gebühr belegt. In den Zügen ab Neustadt 5.54 Uhr, 6.08 Uhr und 6.59 Uhr nach Karlsruhe schaffe man aber jeweils 140 Sitzplätze mehr, indem jeweils drei statt zwei Triebwagen auf die Strecke geschickt werden. Zurück geht es ab Karlsruhe um 16.01 Uhr, 18.01 Uhr und 18.33 Uhr. Was das Park & Ride Problem in Winden angeht, sagte der Kandeler Verbandsbürgermeister Volker Poß (SPD), dass bereits an einer Lösung zusammen mit der Ortsgemeinde Winden gearbeitet werde. Platz genug gebe es auf der anderen Seite, wenn man die nötige Überquerung der Gleise einrichten könnte, ergänzte Heilmann.
Schilder, Zeitung und Netzwerke informieren
Für ganz genaue Angaben der Park & Ride Kapazitäten brauche man noch Rückmeldungen der Ortsbürgermeister, sagte Landrat Fritz Brechtel (CDU). Bevor die Sanierung beginnt, werde man über Tagespresse, Amtsblätter und soziale Netzwerke ausführlich informieren. Annette Krysmansky (Grüne) hatte angeregt, auf der B9 Hinweisschilder auf die zusätzlichen Park & Ride Plätze anzubringen. Zudem, so Landtagsabgeordneter Martin Brandl (CDU), könnten Kameras die Park & Ride Plätze im Blick haben und über das Internet die Informationen für Pendler liefern, wo Plätze frei sind. Man brauche dafür etwa 30 Webcams (Internetkameras) ergänzte Brechtel. Vielleich sei es ja auch möglich, diese Webcams in das Karlsruher Mobilitätskonzept (zu dem auch der Kreis Germersheim gehört) einzubeziehen. Das habe ja schon eine Webcam, die den Verkehr auf der Rheinbrücke beobachtet.