Kreis Südliche Weinstraße Schleichweg-Lösung auf Zeit

Brühlfahrt und Böhlweg sind nur für Anwohner und landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben.
Brühlfahrt und Böhlweg sind nur für Anwohner und landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben.

Viele kennen die „illegale“ Umgehung in Offenbach: Wer aus Richtung Ottersheim kommt und beispielsweise nach Herxheim möchte, fährt nach dem Fußballplatz links in die Brühlfahrt. Zunächst geht es an Wohnhäusern vorbei, dann an Feldern, schließlich kommt der ehemalige Bahnhof im Böhlweg. Beide Straßen sind jedoch nur für Anwohner und den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Das wollte die FWG-Fraktion am Dienstag im Gemeinderat ändern – zumindest auf Zeit. Hintergrund ist die Sanierung der Offenbacher Hauptstraße, die am 14. Januar beginnen soll. Weil die Niedergasse zeitweise nicht über die Hauptstraße anfahrbar sein wird – erstere erlaubt eine Verbindung zum Ortskern, – müssten etwa im Süden der Gemeinde lebende Offenbacher große Umwege machen, um beispielsweise zum Wasgau-Markt zu gelangen. „Das wollen wir verhindern“, hatte Thorsten Fuchs, FWG-Fraktionschef, im Vorfeld der Sitzung gegenüber der RHEINPFALZ erklärt. Auf der Route solle auf Zeit Tempo 30 gelten, diese solle nur für Autos, Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und Busse freigegeben werden – bis die Zufahrt zur Niedergasse wieder frei ist, hatte Fuchs gesagt. Für eine lebhafte Diskussion sorgte der Antrag dann in der Gemeinderatssitzung. Ortsbürgermeister Axel Wassyl (parteilos) hatte zuvor auf Anfrage erklärt, die Forderung der FWG sei durchaus nachvollziehbar, weil viele Verkehrsteilnehmer während der Hauptstraßensanierung Umwege in Kauf nehmen müssten. Zumindest während der Zeit der ersten beiden Bauabschnitte werde es auch innerorts keine Verbindungen über Gemeindestraßen geben. In der Sitzung betonte Wassyl aber, die Verbandsgemeindeverwaltung sehen den Vorschlag kritisch. Der Böhlweg sei nach wie vor ein Wirtschaftsweg und sehr schmal. Eine Umleitung darüber würde Risiken bergen. Die Strecke sei unter anderem nicht für den normalen Verkehr ausgebaut und auch nicht beleuchtet, sagte Wassyl. Zudem würden vielbefahrene überregionale Radwege gekreuzt, zudem seien viele Landwirte mit ihren Fahrzeugen unterwegs, das berge Konfliktpotenzial. Wassyl machte einen Vorschlag: Die Verbandsgemeindeverwaltung werde die bestehende Beschilderung so verändern, dass auch die südlich der Einmündung Hauptstraße/Böhlweg lebenden Offenbacher sowie deren Besucher Böhlweg und Brühlfahrt befahren können. Sichergestellt werde auch, dass Kunden der im Böhlweg und der Brühlfahrt ansässigen Firmen dort hingelangen könnten. Eine Öffnung der Route für den Durchgangsverkehr – etwa zwischen Ottersheim und Herxheim – sei aber nicht möglich, sagte Wassyl. Dem Rat schien der Vorschlag zu gefallen. Auf Antrag der CDU beschloss dieser, den Antrag der FWG abzulehnen. Er votierte mit 16 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und vier Gegenstimmen für die Empfehlung der Verwaltung. Übrigens: Die Sanierung der Offenbacher Hauptstraße soll zwischen eineinhalb und zwei Jahren dauern.

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