Karlsruhe Marsch zum „Pionier Quartier“

Betroffene Äcker: Blick vom Otterstadter „Wappen-Kreisel“ auf Speyer-Nord mit Kaserne.
Betroffene Äcker: Blick vom Otterstadter »Wappen-Kreisel« auf Speyer-Nord mit Kaserne.

Es wäre ein Novum: Speyer und Otterstadt planen ein interkommunales Baugebiet. Es geht um 40 Hektar Gewerbe- und 12,6 Hektar Wohnbauflächen im Grenzgebiet zwischen Stadt und Kreis. In einer nichtöffentlichen Sitzung haben die zuständigen Ausschüsse bereits das Vorgehen besprochen. Vieles ist offen, für den Namen gibt es aber schon einen Vorschlag.

Es geht um die derzeit für Konversion freigegebene Fläche der früheren Kurpfalzkaserne plus angrenzende Äcker dies- und jenseits der K 23 bis zur Waldseer Straße, die heute teilweise in Kommunalbesitz sind, in anderen Teilen aber noch von privater Seite erworben werden müssten. In einer städtischen Mitteilung hieß es gestern: „Die Planungsabteilung der Stadt Speyer sieht im Umfeld der Kaserne kurz- bis mittelfristig in vier Entwicklungszonen ein Potenzial von 40 Hektar Gewerbeflächen und rund 12,6 Hektar Wohnbauflächen für insgesamt 550 Wohneinheiten.“ Die Wohnbauflächen lägen komplett auf Speyerer Gemarkung, vom möglichen Gewerbegrund wären rund zwei Drittel in Otterstadt. Als Name für das Projekt wird „Pionier Quartier Speyer“ angeführt. Gemeinsam getagt haben der Bauausschuss der Stadt Speyer sowie die Bauausschüsse der Ortsgemeinde Otterstadt und der Verbandsgemeinde Rheinauen. Wie die einzelnen Gremien und politischen Gruppierungen zum Projekt stehen, wird nicht mitgeteilt. „Es wurde bewusst keine Entscheidung herbeigeführt; es ging um einen ersten Informationsaustausch“, so auf Anfrage Matthias Nowack, Sprecher der Speyerer Stadtverwaltung. Es gibt aber noch Knackpunkte bei dem Bauprojekt zu bewältigen: Landwirtschaftliche Flächen müssten erworben und umgenutzt werden. Dafür wären nicht nur Bebauungspläne, sondern auch Änderungen in den Flächennutzungs- und raumordnerischen Regionalplänen notwendig. Vor allem auf Umwelt-Belange müsste genau geblickt werden, die unter anderem eine Grüngürtel-Vernetzung zwischen Haardtrand und Rheinauen vorsehen. Zeitlich gibt es immerhin schon Zielvorstellungen: „Das könnte in den nächsten zehn Jahren gewaltige Landschaftsveränderungen bedeuten“, nennt Rheinauen-Bürgermeister Otto Reiland (CDU) eine Größenordnung. Stadt-Sprecher Nowack bezeichnet es dagegen noch vorsichtig als „sehr komplexen Planungsprozess“. Nun sollten die jeweiligen politischen Gremien die Pläne öffentlich beraten und eine gemeinsame Absichtserklärung abgeben.

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