Rheinpfalz
Contwig: Schimmel verhindert Umzug von Grundschülern in provisorischen Klassensaal
Im Laufe dieser Woche hätte die 1c von Stambach in den sanierten Kellerraum der Contwiger Grundschule umziehen sollen. Daraus wird nichts. Am Donnerstag wurde wieder Schimmel gefunden, wenn auch in einem Technikraum und nicht in dem Klassensaal selbst. Schulleiter Peter Schmidt ist außer sich vor Ärger und flüchtet sich in Sarkasmus.
„Wir haben ein Camembert-Fest an der Schule“, sagte der Schulleiter gestern und schob nach: „Ironie, Sarkasmus, nennen Sie es, wie Sie wollen. Ich bin außer mir. Ich war heute Morgen entsetzt.“ Hintergrund des Ganzen ist, dass die Schule einen weiteren Klassenraum für eine dritte erste Klasse brauchte und dafür ein ehemaliger Turnraum im Keller des Contwiger Schulhauses saniert wurde. Zum Schuljahresanfang konnte er aber nicht genutzt werden, weil die Luft mit Schimmelsporen belastet war. Bei Treffen mit Vertretern der Verwaltung, der Schule, des Gesundheitsamts, der Unfallkasse eines Fachbüros und Eltern wurden Maßnahmen festgelegt, um den Raum nutzen zu können. Neue Messungen im September ergaben unbedenkliche Werte.
Bei einem Treffen unter anderem mit Eltern sollte Ende vergangener Woche der Umzug besprochen werden. Der ist nun wieder abgesagt: Schulleiter Schmidt hat den Raum wieder gesperrt, nachdem ihn Eltern informiert haben, dass erneut Schimmel im Keller gefunden wurde. Offiziell wisse er noch gar nichts davon, sagte er. Schmidt will nun Gesundheitsamt und Unfallkasse informieren. Während die 1a und die 1b in Contwig unterrichtet werden, mussten die Kinder der 1c nach Stambach ausweichen. „Die Kinder fühlen sich mittlerweile hier wohl“, sagte Schulleiter Schmidt. Allerdings falle für sie der Religionsunterricht aus, und es sei schwieriger, die Ganztagsschule zu organisieren.
Laut der stellvertretenden Klassenelternsprecherin Nadine Brinette wurde der Schimmel auf der Rückseite einer Holzplatte gefunden, die neu gestrichen werden sollte. Die Platte sei in einem Müllcontainer an der Dellfelder Grundschule entsorgt worden, die gerade umgebaut wird. Mit Schulelternsprecher Markus Heinrichs hat sie Proben genommen, die sie an die Unfallkasse schicken will.
Neue Messungen hat auch die Verbandsgemeinde in Auftrag gegeben. Büroleiter Karl-Heinz Brügel sagte, die Holzplatte habe in einem Technikraum auf dem Boden gelegen, und die schimmelige Rückseite sei bei Renovierungsarbeiten entdeckt worden. Die Verwaltung habe sich daraufhin mit dem Ingenieurbüro Marx in Verbindung gesetzt, das schon die früheren Messungen durchgeführt hat – darunter im umgebauten Klassenraum und in den Fluren im Keller. In dem Technikraum, der für die Schulkinder nicht zugänglich ist, seien bisher keine Proben genommen worden. Das soll am Montag geschehen.
Der umgebaute Klassenraum hat mittlerweile auch Jalousien und einen Notausstieg fürs Fenster bekommen. Die Außenmauern sollen auch freigelegt und getrocknet werden. Das ist laut Brügel noch nicht geschehen. Die Arbeiten sollen in den neuen Haushalt aufgenommen werden, den der Verbandsgemeinderat noch beschließen muss.