Kreis Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken-Land: Neue Koalition überrascht mit Personalentscheidungen

Bürgermeister Jürgen Gundacker (rechts) zusammen mit seinen neuen Stellvertretern (von links) Thomas Hohn, Doris Schindler und B
Bürgermeister Jürgen Gundacker (rechts) zusammen mit seinen neuen Stellvertretern (von links) Thomas Hohn, Doris Schindler und Bernd Hofer.

Nach über 30 Jahren ist die große Koalition von SPD und CDU in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land Geschichte. Zusammen mit der FDP und den Grünen will die SPD die Verbandsgemeinde in den nächsten Jahrzehnten einige Dinge umkrempeln.

Es war schon eine Überraschung, die die neuen Spitzen der Verbandsgemeinde am Dienstagnachmittag präsentierten: Zwar wird Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker auch künftig drei Stellvertreter haben, aber die werden sich die Arbeit gleichmäßig aufteilen und alle drei eigene Aufgabengebiete bekommen – noch dazu ganz neue: Thomas Hohn (FDP) aus Hornbach soll sich als erster Beigeordneter um den Brand- und Katastrophenschutz kümmern. Bernd Hofer (Grüne) aus Käshofen bekommt das Aufgabengebiet Energie, Klimaschutz, Umwelt und Natur als zweiter Beigeordneter. Die bisherige zweite Beigeordnete Doris Schindler (SPD) aus Dellfeld wird dritte Beigeordnete und soll für Kommunikation, Bildung und Soziales zuständig sein. Das alles unter der Voraussetzung, dass die drei am Donnerstagabend in der ersten Sitzung des neuen Rates auch gewählt werden. Das dürfte jedoch nur eine Formsache sein: Die neue Ampelkoalition hat 19 der 32 Sitze inne – die SPD zehn, die FDP fünf und die Grünen vier. Der bisherige Koalitionspartner CDU mit zehn Sitzen muss damit in die Opposition. Die UWG hat drei Sitze.

Gundacker: „Ein historischer Moment“

Es sei „bestimmt ein wunderschöner Tag für uns alle“, sagte Bürgermeister Gundacker am Dienstagnachmittag, als die Vertreter der drei Parteien die Koalitionsvereinbarung unterschrieben. Und er ging noch einen – oder gleich mehrere Schritte – weiter: Es sei „ein wirklich historischer Moment, den ich Ihnen nun verkünden darf“. Die zehnseitige Vereinbarung sei langfristig und über mehrere Legislaturperioden angelegt und definiere Ziele „für die nächsten Jahrzehnte“. Ganz konkret legt sie aber am Ende auch fest: Sollte Jürgen Gundacker die Verbandsbürgermeisterwahl im Herbst verlieren, werden die Beigeordneten zurücktreten und neu gewählt. Denn wenn die SPD nicht mehr den Bürgermeister stellt, soll sie den ersten Beigeordnetenposten bekommen. Dass auch danach die Beigeordneten Hohn, Hofer und Schindler heißen, nur eben in anderer Reihenfolge, davon geht SPD-Fraktionssprecher Achim Scherer aus Bechhofen aus.

FDP und Grüne stellen im Herbst keine Kandidaten

Die drei Parteien sind sich zudem einig, dass sie Gundacker bei der Wahl im Herbst unterstützen. Das bedeute auch, dass FDP und Grüne keine eigenen Kandidaten stellen. Für die CDU geht der bisherige dritte Beigeordnete Björn Bernhard aus Dietrichingen ins Rennen. Er soll am Freitagabend offiziell nominiert werden.

Man habe in kurzer Zeit „ein bemerkenswertes Dokument geschaffen“, fand SPD-Sprecher Scherer. Und auch die Sprecher von FDP und den Grünen, Volker Schmitt aus Großsteinhausen und Fred Konrad aus Käshofen, lobten die gute Zusammenarbeit und das schnelle Ende der Verhandlungen. Schmitt sprach von „ehrgeizigen Zielen“. Konrad fand, es sei „was richtig Gutes rausgekommen“.

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