Kreis Südwestpfalz Zur Sache: Luchsdame eingeschläfert

Der erste Besuch im Luchsgehege auf dem Gelände der von Tierart betriebenen Tierauffangstation hat ein trauriges Ende genommen: Luchsdame Alosa, die mit einer verletzten Vorderpfote in Maßweiler eingetroffen war, musste vergangene Woche eingeschläfert werden (wir berichteten kurz in der RHEINPFALZ am SONNTAG). „Das ist uns allen nahegegangen“, berichtet Florian Eiserlo, der Betriebsleiter der Station, auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Am 19. Januar war die Luchsin mit einer Verletzung am linken Vorderlauf nach Maßweiler gekommen (wir berichteten am 24. Januar). „Beim Verbandswechsel nach einer Woche hat man gesehen, dass die Wundheilung eher bescheiden ist“, berichtet Eiserlo weiter. Eine Amputation und ein anschließendes Leben in Gefangenschaft sei die Alternative zur Einschläferung gewesen. Die Verantwortlichen von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz, die für das Luchsprojekt im Pfälzerwald verantwortlich sind und auch die Behandlung von Alosa überwacht haben, hätten sich dagegen entschieden. Am Freitag wurde das Tier dann eingeschläfert. Für Eiserlo ist das nachvollziehbar. „Ein Wildtier in Gefangenschaft zu halten ist auch tierschutzrechtlich eher fragwürdig.“ Erst im Dezember war die Luchsin Alosa von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz im Pfälzerwald ausgewildert worden. Bei der Überwachung sei dann aufgefallen, dass sich das Tier nicht richtig bewegte, woraufhin es gefangen, untersucht und operiert wurde. Neben besagter Wunde habe Alosa auch Probleme mit den Zähnen gehabt. „Mit einer kaputten Pfote und kaputten Zähnen ist das Jagen schwierig. Alosas Ernährungszustand war schlecht, als sie bei uns ankam“, berichtet Eiserlo.
