Kreis Südwestpfalz Zur Sache: Geschichte des Kapellchens

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Im Juli 1926 wurde die Kapelle auf dem 387 Meter hohen Häselberg feierlich eingeweiht, schreibt Altbürgermeister Ludwig Härich in seiner Dorfgeschichte über Reifenberg. Musikkapellen aus den umliegenden Dörfern begleiteten den Festzug hinauf auf den Häsel. Zahlreiche Gesangvereine umrahmten die Feier mit ihren Liedern. Spatenstich für das Bauwerk war im April 1924 durch den Maurermeister Josef Busch aus Herschberg. Für die Bauarbeiten und die Inneneinrichtung waren 13 000 Reichsmark notwendig. Die ersten Steine zur Kapelle transportierte Josef Büffel am 31. März 1924 mit seinem Kuhfuhrwerk aus dem Steinbruch von Eduard Velten. Nach altem Brauch hatte er die Köpfe der Kühe mit bunten Bändern geschmückt. Groß war die Bereitschaft der Reifenberger, beim Bau mitzuhelfen. Den Bauplatz stifteten Josef Drexler, Ludwig Härich und Albert Hüther der Gemeinde. Im achteckigen Zwiebelturm hing bis zu den Kriegsjahren eine zwei Zentner schwere Glocke, die der Verein „Immergrün Reifenberg“ gestiftet hatte. 1921 hatten die Reifenberger unter der Initiative des Dorfschullehrers Alfons Rutz einen Kriegergedächtnis-Verein gegründet. Der Dorfschullehrer wurde zugleich Vorsitzender und unermüdlicher Förderer des Bauprojektes. Bei der Einweihungsfeier beschrieb Rutz die außergewöhnliche Gedenkstätte mit den folgenden überlieferten Worten: „Traut und einzig schön krönt das niedliche Kapellchen den Berg, der ganzen Gegend einen anmutigen christlichen Charakter einprägend, gleichsam als lebendige Predigt.“ Pfarrerin Ulrike Höflich aus Rieschweiler hat bei einem ökumenischen Gottesdienst auf dem Kapellenvorplatz erzählt, dass ihr bei einem Besuch der Kapelle ein Spruch am Übergang zur Deckenbemalung aufgefallen ist: „Gott möge uns vor den Schrecken des Krieges bewahren.“ Diese Vision vom Frieden unter den Völkern müsse man auch in heutiger Zeit bewahren, meinte die Pfarrerin damals. Reifenbergs früherer Pfarrer Erich Schmitt erläuterte in seiner Predigt an jenem sonnigen Augustabend, dass die Kapelle ein Symbol der Mahnung und der Verantwortung für die Bewahrung des Friedens sei. Dieses Kirchlein würde die Erinnerung an die Verpflichtung seiner Erbauer wach halten. Im Zweiten Weltkrieg drohte der Kapelle ein trauriges Ende, denn die Vorbereitungen für eine Sprengung waren bereits getroffen. Das Loch für die Sprengladung sei am Eingang bereits gebohrt gewesen, heißt es. Angeblich war das Kirchlein auf dem Bergrücken eine zu gute Orientierung für die feindlichen Geschütze und Jagdbomber. |hac

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