Heltersberg
Zu langes Warten auf den Notarzt
Verschärft hat sich die Diskussion, seit die First Responder der Freiwilligen Feuerwehr die Lücke nicht mehr schließen können. Die Gemeinde Heltersberg fordert deshalb, das Problem endlich zu lösen. Falls erforderlich durch die Einrichtung einer Rettungswache im Holzland.
Der Gemeinderat soll in seiner Sitzung am 3. November eine Resolution verabschieden, die sich an den Landkreis Südwestpfalz richtet, der für das Rettungswesen zuständig ist. In der Resolution heißt es: „Bei Notarzt- und Rettungsdiensteinsätzen in der Ortsgemeinde Heltersberg musste in jüngster Vergangenheit immer wieder festgestellt werden, dass die Einsatzgrundzeit von 15 Minuten erheblich überschritten wird. Einsatzzeiten von über 20 Minuten waren dabei keine Einzelfälle, sondern eher die Regel.“
Das gelte auch für die Nachbargemeinden Geiselberg und Schmalenberg. Sehr schwierig sei die Situation in Richtung Johanniskreuz. Bis dorthin reicht der Zuständigkeitsbereich der Rettungswache Rodalben. „Ich hoffe, dass mir auf dieser Strecke nie etwas passiert“, sagte Heltersbergs Bürgermeister Ralf Mohrhardt am Donnerstag bei der Haupt- und Finanzausschusssitzung. Der Ausschuss empfahl dem Rat, die Resolution zu verabschieden und die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben ins Boot zu holen.
Den Erfahrungen der Bürger im Holzland nach – erst im Spätsommer hatte es wieder einen Rettungseinsatz in Schmalenberg gegeben, bei dem es sehr lange gedauert hat, bis ein Rettungsfahrzeug vor Ort war – werden die gesetzlichen Fristen nicht eingehalten. Daran ändere die Rettungswache in Weselberg nichts. Hilfe sei von dort aus nicht schneller möglich.
Um eine Diskussionsgrundlage zu haben, soll „zunächst eine offizielle und belastbare Überprüfung der Einsatzgrundzeit des Rettungsdienstes aus Rodalben zu den entsprechenden Einsatzstellen veranlasst werden“, fordern die Heltersberger.
Anfahrtszeiten des Rettungsdienstes könnten zum Beispiel mithilfe einer Software des Landes, die Wege und die damit verbundenen Anfahrtszeiten simuliert, ermittelt werden. Man gehe davon aus, dass die Kreisverwaltung als zuständige Behörde Interesse an einer objektiven Überprüfung der Einsatzgrundzeiten hat. Es müsse sichergestellt werden, dass die Hilfsfrist für Heltersberg und die Nachbargemeinden eingehalten wird. Sollten die Untersuchungen bestätigen, dass dem nicht so ist, „muss sofort gehandelt werden“, heißt es in der Resolution. Und dies könnte die Einrichtung einer Rettungswache in Heltersberg bedeuten.