Rodalben
XXL um jeden Preis
Schon seit Längerem ist das XXL- Gebäude Gesprächsthema unter Rodalbern geworden. Sie wundern sich über die Ausmaße des noch nicht bezugsfertigen Neubaus. Daneben und gegenüber stehen meist eineinhalbstöckige Häuser. Der wuchtige Komplex verändert die Ansicht und die Struktur.
Natürlich gibt die Bauabteilung der Verbandsgemeinde Rodalben den Namen des Bauherrn nicht preis. Sascha Mehrbreier lässt nur verlauten, dass es sich um eine „Bauherrengemeinschaft aus dem Landkreis“ handelt. Nähere Auskünfte seien aus Gründen des Datenschutzes nicht möglich. Was die Baugenehmigung betrifft, verweist Mehrbreier auf die Zuständigkeit der „Unteren Bauaufsichtsbehörde“, also der Kreisverwaltung.
Thorsten Höh, der Pressesprecher des Kreises, definiert den Neubau, der viel öffentliche Aufmerksamkeit findet, als ein „Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten und sieben Garagen“. Das Gebäude soll 11,40 Meter hoch und 27,98 Meter lang sein. Wie es mit diesen Ausmaßen in die wesentlich kleiner strukturierte Umgebung passt, erklärt Höh so: Hier habe die Untere Bauaufsicht den Bebauungsplan der Stadt Rodalben aus dem Jahr 1982 angewendet. Dieser Plan lasse zwei Vollgeschosse zu, bemessen nach den Regelungen der damals gültigen Landesbauordnung von 1974. „Das Gebäude entspricht den Festsetzungen des Bebauungsplans“, sagt Höh, „insoweit waren dafür keine Änderungen des Bebauungsplans notwendig.“
Möglichkeiten voll ausgeschöpft
Allerdings räumt der Pressesprecher ein, dass der Planer die Möglichkeiten, die der Bebauungsplan bietet, voll ausgeschöpft habe. Höh teilte mit: „Das Gebäude entfaltet seine optische Wirkung insbesondere auch deshalb, weil es sich am obersten Rand der nach dem Bebauungsplan zulässigen Möglichkeiten orientiert, während die umgebenden Wohnhäuser im unteren Bereich des Möglichen liegen.“
Nach Paragraf 70, Absatz 1 der Landesbauordnung sei die Baugenehmigung zu erteilen, wenn dem Vorhaben keine baurechtlichen oder sonstigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen. Dies sei hier nicht der Fall gewesen. Bedenken hätten Anlieger bei der Kreisverwaltung nicht geäußert, so der Sprecher.
Weitere XXL-Bauten geplant
Die kleinstädtische Baustruktur in Rodalben wird künftig wohl immer wieder aufgebrochen. XXL-Bauten sind hinter dem Netto-Markt auf dem Neuhof geplant, gegenüber von Omnibus Braun in der Hauptstraße und im Neubaugebiet Rohrweiher. In einer Randlage stören sie sicherlich weniger als mitten im Wohngebiet. Um noch einen positiven Aspekt zu erwähnen: Die Wohnklötze schaffen immerhin Wohnraum, der in Rodalben sehr nachgefragt ist.