Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Wirtschaftsleben: Golfplatz als Unternehmen

Seit 2018 betreibt Tobias Leonhard den Golfplatz Pfälzerwald.
Seit 2018 betreibt Tobias Leonhard den Golfplatz Pfälzerwald.

Golfern und Restaurantgästen ganzjährig einen angenehmen Aufenthalt auf der Anlage des Golfplatzes Pfälzerwald in Waldfischbach-Burgalben zu ermöglichen, das ist die Aufgabe von Club-Manager Tobias Leonhard und seinem Team. Täglich gibt es neue Herausforderungen. Auch bedingt durch den Klimawandel.

„Klack“. Mit Schwung geführtes Eisen trifft hörbar eine kleine weiße Kugel aus Kunststoffen. Das typische Geräusch auf einem Golfplatz, wenn ein Schlag ausgeführt wird. Seit Dezember 2018 hört Tobias Leonhard dieses Geräusch regelmäßig auf dem Golfplatz in Waldfischbach-Burgalben. Der 31-jährige studierte Sportmanager managt seit der Übernahme durch die Gutperle Golf Courses die im Pfälzerwald, am Ortsrand von Waldfischbach-Burgalben gelegene Golfanlage – inklusive Golf-Restaurant Palatina.

2002 war der Golfplatz eröffnet worden. Seit 2007 ist es eine 18-Loch-Golfanlage. 56 Hektar umfasst das Gelände, auf dem seit 2010 das Clubhaus steht, in dem sich neben Golfshop, Verwaltungsbüros und Umkleiden auch das Restaurant befindet. Gegenüber dem Clubhaus steht eine Halle für die Golfcarts und Maschinen zur Platzpflege. Neben der 18-Loch-Anlage gibt es eine Sechs-Loch-Übungsanlage und die Driving Range. Die Greenkeeper sind in einem eigenen Gebäude neben der Zufahrt zum Parkplatz untergebracht.

Investitionen im siebenstelligen Bereich

28 Mitarbeiter, Ausbildungsbetrieb im kaufmännischen Bereich und ein Jahresumsatz, der sich im Schnitt im siebenstelligen Bereich bewegt, unterstreichen, dass es sich bei dem Golfplatz Pfälzerwald um einen mittelständischen Betrieb handelt. Der sich auch mit Fragen und Folgen von Preissteigerungen, zum Beispiel bei den Betriebsmitteln wie Dünger oder Kraftstoffen, bei Lebensmitteln oder mit Personalfragen beschäftigen muss.

In Eigenregie betrieb der frühere Golfclub Pfälzerwald nach Eröffnung die Anlage. 2018 musste der Verein Insolvenz anmelden. Im Dezember 2018 kaufte die Gutperle Golf Courses, die in der Metropol-Region Rhein-Neckar bereits drei Golfanlagen betrieb, den Platz. Knapp über eine Million Euro kostete die Anlage. Im siebenstelligen Bereich wurde seit dem Kauf investiert. „Das Clubhaus war und ist in einem guten Zustand“, sagt Leonhard. Dennoch wurde hier eine der ersten Investitionen vorgenommen. Die Terrasse wurde 2019 deutlich vergrößert und bietet seither 100 Sitzplätze. „Im Restaurant haben wir 90 Sitzplätze“, sagt Leonhard.

Selbst zu wenig Zeit zum Golfen

Der 31-jährige Sportmanager spielt selbst leidenschaftlich gerne Golf. Für sein Hobby – Leonhards Handicap bewegt sich im Bereich von minus eins, ist also sehr gut – bleibe „zu wenig Zeit“, bestätigt er lachend. Ganzjährig ist die Anlage in Waldfischbach-Burgalben geöffnet. Das heißt, „nur an Weihnachten und Neujahr haben wir normalerweise mal ein, zwei Tage geschlossen“, erläutert er. Bei extremen Wetterlagen „kann es sein, dass mal nicht Golf gespielt werden kann“, sagt Leonhardt. Der Klimawandel stellt den Golfplatz-Manager und sein Team zunehmend vor neue Herausforderungen.

Unterm Strich, sagt er nach kurzem Überlegen, „sind für uns längere Trockenphasen besser zu managen als das nasse Wetter, das wir seit vergangenem Herbst haben“. Auf Trockenperioden könne man sich vorbereiten. Auf viele der aktuellen Regenereignisse in ihrer teils heftigen Form nicht. Der Platz sei in diesem Jahr schon so nass gewesen, dass die Greenkeeper, die täglich zum Mähen draußen sind, die Maschinen nicht hätten nutzen können, ohne dem Platz erheblichen Schaden zuzufügen. Die Greens wurden kurzfristig teilweise mit der Hand gemäht. Ein enormer Aufwand, der im Normalfall nicht zu leisten ist.

Neue Beregnungsanlage

Auf trockenere Phasen hat man sich beim Golfplatz Pfälzerwald eingestellt. „Ins Wassermanagement haben wir sehr viel investiert“, sagt Leonhard. Die Beregnungsanlage wurde erneuert. Wasserrückhaltung ist ein großes Thema. Dabei wurden, wo möglich, sportlicher Reiz des Platzes, Optik und nachhaltige Wasserbewirtschaftung kombiniert: Zum Beispiel durch den Bau eines Wasserreservoirs im Bereich der Bahnen 13 und 15, das den bestehenden Teich mit Inselgrün auf Bahn 14 ergänzt. 30.000 Kubikmeter Wasser können dort in den Wintermonaten aufgefangen, in zwei neueren Teichen gespeichert und zur Platzbewässerung genutzt werden. Um den Service für die Golfer zu verbessern, wurden auf dem Platz zwei neue Toilettenanlagen gebaut. Die Golfcart-Flotte wurde erneuert und die Betriebsstätte für die Greenkeeper wurde modernisiert.

Teil eines Golfanlagen-Verbundes zu sein ermögliche es, Synergieeffekte zu nutzen, bestätigt Leonhard. Aber: „Letztlich ist jede Golfanlage anders, stellt andere Anforderungen, erfordert unterschiedliches Arbeiten und ist sehr eigenständig“, verdeutlicht er.

Einheitliches Check-in-System

Synergieeffekte gibt es im Bereich Digitalisierung, skizziert Leonhard. Etwa bei der Einführung des E-Scoring-Systems, bei dem die Golfer mittels App ihre Ergebnisse selbst erfassen. Dass Mitarbeiter bei Turnieren bis spät in den Abend Daten von Papierkarten erfassen müssen, ist passé. Das mache die Arbeit im Sekretariat für viele attraktiver, weil die Arbeitszeiten geregelter sind. Über Check-in-Terminals können sich Spieler anmelden. Die Systeme sind auf allen Gutperle-Anlagen gleich. „Das heißt, Spieler, die auf anderen Plätzen spielen, kennen sich sofort aus“, sagt Leonhard.

Mit der Mitgliederentwicklung sei man zufrieden. Erfreulich sei – hier ist die Nähe zur Uni in Kaiserslautern ein Vorteil –, dass sich auch jüngere Menschen für den Golfsport begeistern. Die Jugendarbeit wird in Waldfischbach-Burgalben aktuell intensiviert. Mit Mark Mattheis, der auch Landestrainer im Jugendbereich im Golfverband Rheinland-Pfalz/Saarland ist, und Andi Külzer gibt es zwei neue Pros, bei denen Unterricht gebucht werden kann.

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