Contwig Weltkriegs-Granate gefunden – 800 Menschen müssen Häuser verlassen

Die Arbeiten in der Tränkgasse wurden sofort beendet, nachdem die Granate gefunden wurde.
Die Arbeiten in der Tränkgasse wurden sofort beendet, nachdem die Granate gefunden wurde.

Bei Arbeiten in der Contwiger Tränkgasse wurde am Dienstagmorgen eine Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Sie kann nicht entschärft werden, sondern wird am Donnerstagmittag kontrolliert gesprengt. Dafür müssen etwa 800 Contwiger ab 10 Uhr ihre Häuser verlassen. Auch die Ortsdurchfahrt und die Bahnstrecke sind betroffen. In Stambach wird eine Notunterkunft eingerichtet. Wer Hilfe braucht, wird abgeholt.

„Ein ziemlich kleines Ding.“ So beschreibt es Werkleiter Eckart Schwarz. Aber das ziemlich kleine Ding sorgt dafür, dass am Donnerstagmorgen etwa 800 Contwiger nicht in ihre Häuser dürfen. Bei Arbeiten mit einem Bagger in der Tränkgasse tauchte die Phosphorgranate aus dem Zweiten Weltkrieg unter einem alten Kanalrohr auf. Laut Werkleiter Schwarz wurden die Arbeiten sofort eingestellt und der Kampfmittelräumdienst verständigt. Der befand, dass „die Granate wohl ziemlich instabil ist“, schildert Schwarz. Deshalb sei sie in einen mit Sand gefüllten Stahlbehälter gelegt worden, der luftdicht verschlossen und an die Kläranlage gebracht wurde.

Am Donnerstag Fenster und Türen zulassen

Dort wird die Granate am Donnerstagmittag kontrolliert gesprengt, und zwar in einem Wassertank. Das Wasser fange den Druck und die Dämpfe auf. Denn laut Eckart Schwarz entsteht aus dem Phosphor Salzsäure, wenn es mit Nebel oder Luftfeuchtigkeit in Verbindung kommt. Deshalb sollen die Contwiger am Donnerstag ab 12 Uhr auch Türen und Fenster geschlossen halten, bis Entwarnung gegeben wird.

So wie die Granate derzeit gelagert ist, gehe keine Gefahr von ihr aus, versichert Schwarz. Deshalb werde im Werksgebäude an der Contwiger Kläranlage normal weitergearbeitet. Allerdings waren Mitarbeiter der Werke gestern Nachmittag unterwegs, um die betroffenen Contwiger zu informieren, die im Radius von 300 Metern wohnen und am Donnerstagmorgen ihre Häuser verlassen müssen. Die Mitarbeiter der Werke verteilten an etwa 100 Häuser Handzettel. Das Evakuierungsgebiet reicht von der Bogenstraße im Südosten über die Leipziger Straße im Norden bis zu Teilen der Feldstraße und der Schubertstraße. Auch ein Teil der Ortsdurchfahrt ist betroffen, außerdem im Süden ein Teil der Hüttenstraße in Richtung Fasanerie. Ab 10 Uhr sollen die Bewohner das Gebiet verlassen, ab 12 Uhr ist der Aufenthalt dort verboten. Die Granate soll zwischen 12 und 14 Uhr gesprengt werden. Gesperrt werden in dieser Zeit auch die Bahnstrecke und der Luftraum.

Nicht alle 800 Bewohner müssen evakuiert werden

Holger Hell, der Medienbeauftragte der Feuerwehren der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, schätzt, dass etwa 800 Personen in dem betroffenen Gebiet wohnen. Allerdings sind nicht alle von der Evakuierung betroffen, da ein Teil an dem Morgen beispielsweise auf der Arbeit oder in der Schule ist.

Info

Evakuierung unterkommen kann, kann an die Turnhalle der Grundschule in Stambach, Felsackerstraße 9, kommen. Dort ist eine Notunterkunft eingerichtet. In der Halle gelten die Corona-Hygienevorschriften. Die Feuerwehr stellt Desinfektionsmittel zur Verfügung, und man muss seine Kontaktdaten angeben. Anwohner, die ihr Haus nicht selbstständigverlassen können, können sich unter der Bürgerhotline der Verbandsgemeinde, Telefon 06332/8062-200, melden.

Klein, aber immer noch gefährlich: die Phosphorgranate.
Klein, aber immer noch gefährlich: die Phosphorgranate.
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