Waldfischbach-Burgalben
Wegen Kita St. Elisabeth: Gemeinde lässt junge Familien im Regen stehen
Darin sei mit keinem Wort die kritische personelle Situation der katholischen Kindertagesstätte erwähnt worden. Weidler führt aus, dass seit dem Inkrafttreten des neuen Kita-Gesetzes zum 1. Juli jedes Kind einen Rechtsanspruch auf mindestens sieben beziehungsweise neun Stunden Betreuung hat. „Die Kosten für das vorgeschriebene Mehrpersonal wird für den evangelischen Kindergarten von der Gemeinde übernommen. Der kommunale Kindergarten erfüllt personaltechnisch die Vorgaben bereits“, so Weidler. „Im katholischen Kindergarten fehlen seit dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes 1,5 Erzieher“, schreibt der Elternausschussvorsitzende.
„Da weder die Gemeinde noch die Kirche bereit sind, das benötigte Mehrpersonal komplett zu bezahlen, wird die Kita mit Beginn des neuen Kindergartenjahres aufgrund der Unterbesetzung gezwungen sein, Maßnahmen zu ergreifen, um den Betrieb aufrecht erhalten zu können“, erklärt er. Dies bedeute, dass die Öffnungszeiten und pädagogischen Angebote stark eingeschränkt und reduziert werden müssten. „Auch werden keine neuen Kinder in der Kita aufgenommen werden können“, ergänzt er.
Der Bedarf an Kindergartenplätzen sei in der Ortsgemeinde gleichbleibend hoch, Plätze würden dringend benötigt. Dass die Kirche ihre Kindergärten aufgebe, sei „unstrittig eine Schande“, so Weidler. „Es kann jedoch nicht sein, dass die Ortsgemeinde daraus schlussfolgert, der gesetzlichen Verpflichtung, den Betreuungsbedarf sicherzustellen, nicht nachkommen zu müssen, bis in einigen Jahren eine endgültige Lösung durch Neu- oder Umbau umgesetzt wird“, kritisiert er. Weidler vermutet, dass in Waldfischbach-Burgalben scheinbar mit zweierlei Maß gemessen wird: „Zwei Kindergärten bekommen das fehlende Personal zugesprochen, einer aber nicht.“
Offensichtlich bestehe an der katholischen Kindertagesstätte seitens der Gemeinde kein Interesse. Junge Familien in Waldfischbach-Burgalben würden damit im Regen stehen gelassen. „Wenn nicht gewährleistet ist, dass für jedes Kind eine Betreuung vor Ort zur Verfügung steht, macht das den Ort für Familien unattraktiv“, ergänzt er.
Nach Weidlers Ansicht ließe sich im katholischen Kindergarten das fehlende Personal leicht aufstocken: durch die Erhöhung von Arbeitszeiten und eine Neueinstellung. Geeignete Bewerbungen würden vorliegen.
Weidlers Fazit: „Es leiden wieder einmal die Kinder unter den Maßnahmen, die schon durch die Corona-Einschränkungen sowieso viel weniger von ihrer Kindergartenzeit und ihrer Kindheit hatten.“