Contwig Warum sich der Bürgermeister der Verbandsgemeinde für die alte B10 stark macht

Für Verbandsbürgermeister Björn Bernhard ist die alte B10 eine wichtige Straße. Er macht sich weiter für eine Sanierung stark.
Für Verbandsbürgermeister Björn Bernhard ist die alte B10 eine wichtige Straße. Er macht sich weiter für eine Sanierung stark.

Die vorerst geplatzte Sanierung der alten B10 auf Zweibrücker Seite sorgt weiter für Unmut. Björn Bernhard, Bürgermeister der VG Zweibrücken-Land, findet deutliche Worte.

„Ich hoffe sehr, dass die alte B10 nicht nur erhalten, sondern auch in einem vernünftigen Rahmen saniert wird“, schreibt Bernhard in einer Stellungnahme zur RHEINPFALZ-Diskussion zwischen Thomas Büffel und Paul Kreiner, ob es die alte B10 braucht. Der Zweibrücker Stadtrat hat mit Stimmen von CDU, AfD und FWG den Ausbau der alten B10 aus dem Haushalt gestrichen, vorerst bleibt die Schlaglochpiste auf Zweibrücker Seite also erhalten. Diese Woche war nun die gut ausgebaute Landstraße (L471) zwischen Dorndorf-Kreuzung und Contwig wegen eines Lkw-Unfalls über Stunden gesperrt – schnell kam die Diskussion auf, ob die alte B10 als Umleitung für genau solche Fälle benötigt wird.

Bernhard verweist in seiner Stellungnahme auf einen Beschluss des VG-Rates vom 4. Mai 2022. Der Rat hat seinerzeit einstimmig die „große Bedeutung der alten B10 betont und die Notwendigkeit hervorgehoben, in Gesprächen mit der Stadt nach Lösungen für eine Verbesserung und den Ausbau der Straße zu suchen“, schreibt Bernhard. Für den Verbandsbürgermeister spielt die alte B10 regional eine zentrale Rolle: „Nicht nur für den Verkehr, sondern auch in Hinblick auf die Infrastruktur und die Anbindung an umliegende Gebiete.“

Verbandsbürgermeister Björn Bernhard.
Verbandsbürgermeister Björn Bernhard.

Bernhard: Sogar zu Fuß wird’s holprig

„Die alte B10 stellt eine wichtige Verbindung dar, die in ihrem derzeitigen Zustand nicht länger tragbar ist“, entgegnet Bernhard. Die Strecke werde für sämtliche Verkehrsteilnehmer immer gefährlicher. Bernhard: „Der Zustand der Fahrbahn sowie die mangelnde Infrastruktur für Radfahrer sind mittlerweile so schlecht, dass eine Nutzung der Straße immer mehr zur Herausforderung wird − sei es zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Dies wird zunehmend problematischer und könnte auf lange Sicht zu noch größeren Gefährdungen führen.“

Die alte B10 ist für Bernhard nicht nur irgendeine Ausweichroute zwischen Contwig und Zweibrücken. „Ein besonders wichtiger Punkt ist der Lückenschluss des Fahrradweges (zwischen dem Contwiger Freizeitweg und dem Zweibrücker Rosenweg, Anm. d. Red.), der für die Sicherheit von Radfahrern und die Förderung umweltfreundlicher Mobilität von großer Bedeutung ist.“ Zudem müssen Rettungsfahrzeuge über die alte B10 die Bahntrasse weiterhin erreichen können, und die Strecke dient für den VG-Bürgermeister als wichtige Umleitung. Letzteres habe der schwere Lkw-Unfall auf der L471 erneut bewiesen. „In Anbetracht der geplanten Arbeiten an der K74 (Straße zwischen Contwig und Truppach, Anm. d. Red.), die in den kommenden Jahren abgeschlossen sein sollen, wird die Bedeutung der alten B10 als Umleitungsmöglichkeit noch weiter zunehmen“, ergänzt Bernhard.

Die Hauptstrecke zwischen Zweibrücken und Contwig war am Dienstag wegen eines Unfalls mehrere Stunden gesperrt.
Die Hauptstrecke zwischen Zweibrücken und Contwig war am Dienstag wegen eines Unfalls mehrere Stunden gesperrt.

Verständnis für die finanzschwache Stadt

Dass die Stadtrats-CDU sparen wollte, deshalb die Sanierung der alten B10 zusammen mit AfD und FWG auf die lange Bank geschoben hat, kann Bernhard verstehen. „In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage, ob ein vollständiger Ausbau der Straße erforderlich ist oder ob eine Sanierung ausreicht, um die Straße in einen verkehrssicheren Zustand zu versetzen“, bemerkt Bernhard. Er selbst sieht eine abgespeckte und somit kostengünstigere Sanierung samt Anpassung der Verkehrsführung und der Radwege als „gute Lösung“.

Telefonaktion

Nun sind unsere Leser gefragt: Was meinen Sie? Verdient die alte B10 eine Sanierung, oder ist die Straße unnötig? Sagen Sie uns Ihre Meinung am Telefon. Am Montag, 24. Februar, ist Paul Helmut Kreiner von 11 bis 13 Uhr unter der Rufnummer 06332 9221-32 erreichbar. Sie können uns auch eine Mail schreiben an redzwe@rheinpfalz.de, Betreff: Alte B10.

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