Was Bürger ärgert
Warum klappt der Übergang von Bahn zu Bus in Weißenburg nicht?
Schulzki war mit der Regionalbahn aus Neustadt über Landau nach Weißenburg gefahren, um dort praktischerweise in den Bus Richtung Dahn umzusteigen, der dann wenige Minuten später in Bobenthal gehalten hätte. Die Bahn kam jedoch laut Schulzki mit einer Minute Verspätung in Weißenburg um 14.29 Uhr an und auf die Sekunde genau fuhr um 14.30 Uhr der komplett leere Bus in Richtung Dahn los. In der einen Minute war der Weg vom Zug zum Bus nicht zu schaffen. Schulzki saß mit fünf weiteren Fahrgästen in Weißenburg und musste eine Stunde auf den nächsten Bus warten. „Das ist sehr, sehr ärgerlich“, findet der Bobenthaler und fragt sich, wieso der Bus nicht die paar Sekunden hat warten können.
Busfahrer sieht Bahnhaltepunkt nicht
Der Bus von Queichtal-Nahverkehr (QNV), der Schulzki vor der Nase wegfuhr, hätte gerne auf die sechs Fahrgäste gewartet, versichert QNV-Betriebsleiter Winfried Becker. Der Busfahrer habe jedoch nicht gewusst, dass der Zug Verspätung hat. „Die Übergänge müssen passen. Das muss einfach so sein. Der Kunde muss sich aber bei der Deutschen Bahn beschweren. Die informieren uns nie, dass ein Zug zu spät kommt“, schildert Becker das Problem für die Busfahrer.
Zudem sei in Weißenburg die spezielle Situation, dass der Busfahrer von seinem Haltepunkt aus nicht sehen könne, ob ein Zug gerade einfährt oder nicht. Hätte er das gesehen, wäre es kein Problem gewesen, auch noch kurz zu warten. „Wenn da Leute rauskommen, wartet der Fahrer natürlich.“ Einfach so auf Verdacht zu warten, gehe nicht, da der Bus später wieder pünktlich sein müsse, um andere Anschlüsse nicht zu verpassen, wirbt QNV-Betriebsleiter Becker um Verständnis.
Bei der Bahn wird zunächst an den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) verwiesen. Dort fühlt sich der Pressesprecher auch nicht zuständig und verweist wieder an die Bahn. „Wir fahren das Angebot so, wie es der Aufgabenträger bei uns bestellt“, teilt schließlich eine Sprecherin der Deutschen Bahn mit. Auch die Abstimmung zwischen Bus und Bahn werde vom Aufgabenträger koordiniert und das sei der VRN, so die Bahnsprecherin. Nach einer Woche Recherche kommt der VRN zum Schluss, dass der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV) zuständig sei und dort ist das Problem nicht nur wegen der Anschlüsse in Weißenburg bekannt.
Lösung in Arbeit?
Fritz Engbarth-Schuff vom ZSPNV weiß, dass es überall dort hake, wo die Schiene mit Bussen verknüpft werden soll. „Beim ZSPNV geht man davon aus, dass Lösungen auf Basis gemeinsamer Schnittstellen möglich sein sollten. Erste Gespräche zwischen betroffenen Verkehrsunternehmen sind vereinbart“, so Engbarth weiter. Die Lösung sei in Arbeit, versichert der ZSPNV-Sprecher.