Zweibrücken-Land
Warum fast alle Gemeinden in der VG Zweibrücken-Land gegen mehr Windräder sind
Für die Region Westpfalz schreibt der Raumordnungsplan fest, wo und auf welchen Flächen genau sich möglicherweise einmal Windräder drehen können. Die Planer sprechen dabei von so genannten Vorrangflächen. Auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land hat die zuständige Planungsgemeinschaft Westpfalz Flächen nahe der Stadt Hornbach sowie auf den Gemarkungen der Dörfer Großbundenbach, Wiesbach, Riedelberg, Käshofen und Battweiler ausgemacht, die sich für Windräder eignen. Die einzelnen Ortsgemeinderäte haben sich in den vergangenen Wochen unisono gegen Windräder nahe ihrer Dörfer ausgesprochen – lediglich Hornbach zeigte sich kompromissbereit. „Sollte es dennoch zwingend erforderlich sein, ein Vorranggebiet auf Hornbacher Gemarkung auszuweisen, so spricht sich der Rat für das Gebiet am Burgerwald aus“, heißt es in einer Stellungnahme aus dem Stadtrat.
Großbundenbach hatte beschlossen, erst gar keine Stellungnahme abzugeben, die übrigen Ortsgemeinden formulierten deutliche Absagen an die Planer. Battweiler etwa empfindet „Schallpegel und Optik“ der Windräder fürs Ortsbild als „störend“, Wiesbach sieht „die Entwicklung der Ortsgemeinde über den jetzigen Ortsrand hinaus“ beschnitten. Riedelberg lehnt noch mehr Windräder mit dem Verweis auf zwei bereits bestehenden Windparks ab, Käshofen führt die ablehnenden Ergebnisse von zwei Bürgerentscheiden in der Vergangenheit ins Feld.
Fred Konrad erkennt das „Sankt-Florians-Prinzip“
Vergangene Woche waren die Stellungnahmen der Ortsgemeinden noch einmal Thema im Verbandsgemeinderat. Der CDU-Bürgermeister der Verbandsgemeinde, Björn Bernhard, zeigte Verständnis für die Widersprüche aus den einzelnen Orten. „Es war klar, dass sich die Gemeinden dagegen aussprechen. Und das kann ich auch verstehen.“ Fred Konrad (Grüne) erkannte in den Absagen der Dörfer an die Windkraft das „Sankt-Florians-Prinzip in den Gemeinden. Wir haben uns dafür entschieden, mehr Strom aus nicht-fossilen Quellen zu erzeugen“, sagte Konrad, der wenig Verständnis für die pauschalen Absagen zeigte.
Nadine Brinette, die Sprecherin der CDU-Fraktion, sprach sich dafür aus, dass bei der Prüfung der Vorranggebiete der Flugplatz Zweibrücken und die Polygon-Anlage in Oberbauerbach unbedingt miteinbezogen werden sollten. Beide könnten Auswirkungen auf die im Raumordnungsplan ins Auge gefassten Vorrangflächen haben. Dem Vorschlag konnten sich auch die übrigen Fraktionen im Rat – UWG, FDP, Grüne und SPD – anschließen. Einstimmig bekräftigte der Verbandsgemeinderat den „Willen, einen angemessenen Beitrag zur Energiewende zu leisten“. Die Stellungnahmen der einzelnen Ortsgemeinden werden „gebündelt und fristgerecht an die Planungsgemeinschaft Westpfalz weitergeleitet“, heißt es im Beschluss des Rates.