Dahn Warum die Fallschirmjäger den Dahner Ehrenfriedhof pflegen
Der Dahner Soldatenfriedhof am Fuß des Hochsteinmassivs unterhalb der Michaelskapelle fügt sich mit seinen fünf Terrassen nahtlos in die Landschaft ein. Die Gestaltung mit Stützmauern aus heimischem Sandstein ist gelungen. Die Stadt hat sich nach der Fertigstellung des Friedhofs im Jahr 1952 dazu verpflichtet, für seine Pflege zu sorgen. Was fürs Auge schön ist, ist allerdings für die Stadtgärtner eine Herausforderung. Während man an anderen Orten einfach mit dem Rasenmäher die Fläche pflegen kann, ist hier Handarbeit gefordert. Vor zwei Jahren beispielsweise wurde die Erde ausgetauscht und 80.000 neue Heidekrautpflanzen eingebracht. Die Lage am Waldrand tut ein Übriges dazu, dass anfliegende Baumsamen immer wieder die bepflanzten Gräber überwuchern. Auch Wildschweine finden öfter mal Gefallen an den Pflanzen.
Die Pflege ist eine kostspielige Aufgabe für die Stadt und für die Stadtgärtner alleine kaum zu bewältigen. Deshalb gab es in der vergangenen Zeit schon des Öfteren Aktionen, um den Friedhof wieder von Unkraut zu befreien. So hat beispielsweise das Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium an einem Projekttag mit vielen helfenden Händen den Friedhof auf Vordermann gebracht. Auch die Fallschirmjäger aus Zweibrücken haben schon unterstützt. Dreimal haben sie im Rahmen ihrer Übungen in der Region die Waffen gegen Gartengerät getauscht und sind dem Unkraut zu Leibe gerückt.
70 Soldaten statt drei Mann
Aus diesen Aktionen wuchs der Gedanke, daraus eine offizielle Partnerschaft mit dem 2. Fallschirmjägerregiment 26 aus Zweibrücken einzugehen. Die bürokratischen Hürden zu nehmen, hat eine Weile gedauert, aber jetzt wurde die Urkunde überreicht und die Patenschaft besiegelt. Das zauberte nicht nur dem Stadtbürgermeister Holger Zwick, sondern auch den städtischen Mitarbeitern – vor allem den Gärtnern– ein Lächeln ins Gesicht. Die gelegentlichen Arbeitseinsätze der Fallschirmjäger können mit der Patenschaft nun zur Regel werden. In Absprache mit den Stadtgärtnern wird man die Unkraut-Einsätze einfacher und schneller koordinieren können. „Es ist schon was anderes, wenn hier 70 Mann anrücken, als wenn wir zu dritt gegen das Unkraut kämpfen“, freut sich der Leiter des städtischen Bauhofs Michael Kalker.
Die Soldaten der Bundeswehr gehören die Einsätze auf dem Ehrenfriedhof zur Öffentlichkeitsarbeit. „Wir werden hier zu unseren Übungen seit vielen Jahren immer mit Wohlwollen aufgenommen. Das hier ist eine Möglichkeit, wie wir der Region etwas zurückgeben können und auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden“, sagte ein Sprecher. Die Bundeswehr könne sich vorstellen, bei einer Veranstaltung der Stadt mit einem Infostand vertreten zu sein oder die Sammlung für die Kriegsgräber zu übernehmen.
Fast 2500 Menschen begraben
Das Dahner Felsenland ist seit vielen Jahren der zentrale Mittelpunkt für Übungen der 2. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 26. Die Männer und Frauenüben regelmäßig in den Dahner Wäldern und werden auch in Zukunft auf dem Ehrenfriedhof die Hacken schwingen. Die Mithilfe bei der Pflege des Ehrenfriedhofs übernehmen sie gerne, um ihren Beitrag zum Erhalt zu leisten.
Nach Angaben des Volksbundes Kriegsgräberstätten liegen in Dahn 2415 Menschen in Uniform begraben, die in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs während der Kämpfe im Grenzgebiet ihr Leben verloren haben. Die unterschiedlichen Herkunftsorte der Gefallenen liegen über die gesamte Republik verteilt. Ihre Angehörigen leben heute über ganz Europa und sogar die USA verteilt.
„Ihr Sterben vollzog sich auf einem Gebiet innerhalb einer gedachten Linie, die die Ortschaften Obersteinbach in Frankreich, Ludwigswinkel, Münchweiler, Hauenstein, Wilgartswiesen, Schwanheim, Bobenthal und Hirschthal miteinander verbindet“, beschreibt es der ehemalige Stadtbürgermeister und Dahner Chronist Karl Kissel im zweiten Band der Ortschronik. Die Soldaten waren zum Teil in den Ortschaften, in denen sie gefallen waren, begraben und wurden nach Fertigstellung des Friedhofs umgebettet. Dabei wurden weitere 150 Menschen identifiziert. Bei etwa 300 Gräbern sind die Identitäten unbekannt.