Bottenbach Warum das Dorf künftig doch Windrad-Geld bekommt

Die Windräder bei Riedelberg sind von Bottenbach aus nicht zu übersehen. Jetzt soll die Gemeinde wenigstens eine kleine finanzie
Die Windräder bei Riedelberg sind von Bottenbach aus nicht zu übersehen. Jetzt soll die Gemeinde wenigstens eine kleine finanzielle Entschädigung erhalten.

Nun also doch: Die Dörfer rings um die Windräder bei Riedelberg werden finanziell vom Betreiber, den Stadtwerken Karlsruhe, entschädigt. Noch vor einem Jahr hatte dieser das strikt abgelehnt.

Die Neuregelung betrifft alle Gemeinden, die im Umkreis von zweieinhalb Kilometern um die Windräder bei Riedelberg liegen. Die Zahlung richtet sich nach dem Anteil der jeweiligen Gemarkung an der betreffenden Zone, wie Susanne Greschner, Abteilungsleiterin Regenerative Erzeugung bei den Karlsruher Stadtwerken, erläutert. Ausbezahlt wurde der Betrag, der durch die sogenannte EEG-Umlage zusammenkommt, erstmals im Dezember 2024 – für den Zeitraum von 1. November 2023 bis 31. Oktober 2024.

Die Windräder bei Riedelberg sind nicht neu, Geld für die von den Anlagen betroffenen Dörfer hatte es bislang aber keines gegeben. Für Bottenbachs Ortsbürgermeister Klaus Weber – seine Gemeinde profitiert fortan von den Riedelberger Windrädern – ein Unding. Bereits im Sommer 2023 hatte er seinem Unmut öffentlich Luft gemacht. Von den Karlsruher Stadtwerken allerdings hatte es bis dato geheißen, dass der Aufwand zu groß sei, alle Gemeinden anzuschreiben und einen Verteilungsschlüssel aufzustellen. Zudem handele es sich bei der Zahlung um eine freiwillige Leistung, hatte Greschner im Sommer 2023 betont. Ein Anspruch der Gemeinde bestehe rechtlich nicht.

Betreiber muss das Geld nur weiterreichen

Die finanzielle Beteiligung der Dörfer am Strom ist für die Unternehmen übrigens kostenneutral. Das Geld kommt vom Bund über die sogenannte EEG-Umlage und muss vom Windrad-Betreiber nur an die Dörfer überwiesen werden. Für Bottenbachs Ortsbürgermeister geht es aber um viel mehr als ums Geld. Ohne die freiwilligen Zahlungen der Windrad-Betreiber an die Kommunen könnte das Verständnis der Anwohner für Windräder und andere Produktionsstätten erneuerbaren Stroms stark sinken, befürchtet Weber.

Greschner hatte im Sommer 2023 den hohen Verwaltungsaufwand für die Stadtwerke moniert. „Für uns ist das zwar kostenneutral, jedoch mit einem hohen Verwaltungsakt verbunden. Und das für ein paar Euro“, hatte sie damals dieser Zeitung geschrieben. Anderthalb Jahre später heißt es von den Karlsruher Stadtwerken: „Das Prozedere der Abwicklung und der Kostenerstattung durch den Netzbetreiber ist komplex. Der Umgang mit fiktiven Strommengen ist vom Gesetzgeber bis heute noch nicht abschließend geklärt. Die Vorbereitung der Umsetzung beim Windpark Riedelberg hat fast ein Jahr gedauert. Daher hatten wir uns anfangs ablehnend geäußert.“

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