Wallhalben / Schmitshausen Wandertipp Wallhalbtal: Wo es nach Wald duftet
„Einfach eine lockere Runde, so zur Erholung durch die frische Luft im Wallhalbtal, die macht uns immer Freude. So eine Wanderung geht noch am späten Nachmittag, wenn der Waldschatten trotz sommerlicher Temperaturen eine erholsame Runde ermöglicht. Jede Woche sind wir mindestens dreimal hier in Richtung Schmitshauser Wald oder Kneispermühle unterwegs. Nie verspüren wir Langeweile, da es immer eine passende Tour bei den vielen Möglichkeiten gibt“, sagen Rita und Karl Dreßler aus Wallhalben.
Sie haben einige selbstgewählte Rundwege zwischen sechs und acht Kilometern, die genau richtig für eine Tagesabschlusstour sind, erzählt das die Natur vor ihrer Haustür liebende Ehepaar. An einem Donnerstag stellen sie der RHEINPFALZ eine ihrer Lieblingsstrecken vor, die sie wählen, wenn sie eigentlich ein wenig mehr Zeit im Wallhalbtal verbringen wollen.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Wallhalber Busbahnhof beim Kindergarten. Von dort geht es durch die Schulstraße in Richtung katholischer Kirche und zum Sportplatz. Angekommen am Waldrand gibt es beim ehemaligen Waschbrunnen des Rosendorfes Schmitshausen eine schöne Sitzgruppe mit Blick ins Mühlental und auf die nahe gelegene Würschhauser Mühle. Diesen Ruheplatz, manchmal noch mit einer Kühlung der Füße, genießen sie erst kurz vorm Ende ihres Rundweges.
Freier Blick nach Herschberg
Nur 100 Meter hinterm Waschbrunnen gehen sie jetzt rechts den Anstieg des Waldweges hoch, um in den dichteren Wald zum Sonnenbergpfad einzutauchen. Hier führt die Wanderstrecke jetzt auf rund einem Kilometer auf dem Gräfin-Sonja-Bernadotte-Weg. Ein Teilstück ohne Anstrengung am Berghang entlang, wo es nach Nadelwald duftet, bis man wieder in den Laubwald kommt. Ein Waldpfad, der einen immer wieder anzieht, weil man zudem noch den freien Blick zum Berghang nach Herschberg hat, meint Rita Dreßler.
Eigentlich habe es viel zu lange gedauert, bis sie diese Wegeführung ausfindig gemacht hätten. Seit sie mehr Zeit für die Erkundung des Wandergebietes haben, wurden sie von mancher Schönheit am Wegesrand schon überrascht. Zu oft seien sie nur auf dem Mühlenweg zur Kneispermühle gelaufen und hätten die Pfade mit einem Schwenk in die Waldlandschaft einfach ignoriert. Dieser Sinneswandel habe sich gelohnt, findet Karl Dreßler lächelnd.
Beeindruckender Felsenpfad
Noch 200 Meter weiter, dann führt vom Weg der Gräfin, dem schönen weichen Waldweg an einer Linkskehre, ein schmaler Pfad steil hinab zum Mühlenweg. Hier hat man einen guten Blick ins kleine Seitentälchen, das bis hinauf zur Rosenhütte von Schmitshausen reicht. In der Kurve des Mühlenweges, wo man in einer Schutzhütte auch rasten kann, da beginnt ein lange verborgenes Naturerlebnis. Jahre sind beide nur wenige Meter auf dem Mühlenweg einfach daran vorbeispaziert. Den außergewöhnlichen Felsenpfad darf man nicht verpassen, findet die Ehefrau. Nach der Kurve des Mühlenweges, wo es noch ein Kilometer bis zur Kneispermühle ist, da steigt das wandernde Ehepaar einen Pfad an der Waldkante steil hoch. So erreichen sie versteckt am Waldrand den Felsenpfad. Den Pfad habe der Wassermeister Josef Peifer des Wasserzweckverbandes aus Schmitshausen schon in den Kriegsjahren ausgetreten. Er ging diese Abkürzung zum Wasserwerk an der Kneispermühle zur Kontrolle der Maschinen, damit in den Höhendörfern immer ausreichend Trinkwasser war.
„Es ist unglaublich, dass wir so viele Jahre dieses Naturschauspiel mit den erstaunlichen Felsgebilden verpasst haben“, sagt Rita Dreßler. Unsere Landschaft habe einfach Erholungswert, finden beide Wanderer. Dadurch würden sie in Bewegung bleiben, was gut für ihre Gesundheit sei.
Zurück auf dem Mühlenweg
„Heute fehlt uns die Zeit, um auf der Kneispermühle unter den alten Kastanienbäumen einzukehren. Deshalb drehen wir jetzt um in Richtung Wallhalben und bleiben noch rund drei Kilometer auf dem Mühlenweg“, sagt die Wandersfrau. Die Talaue am Waldessaum begleitet uns auf dem Rückweg vorbei an der Konradsmühle, bis wir schon wieder Wallhalben sehen. Jetzt müssen wir auch auf den gemütlichen Stopp an der Sitzgruppe am Waschbrunnen verzichten, weil die beiden Wanderer einen schon geplanten Termin mit ihren Freunden einhalten wollen.
Diese Wandermöglichkeit zwischen Wallhalben und Kneispermühle erfreut viele Wanderer. Vor allem deshalb, weil man am Wendepunkt der Wanderstrecke eine lohnende Pause einlegen kann oder noch einmal bei der Ankunft am Ausgangspunkt im Biergarten auf dem Dorfplatz in Wallhalben.