Clausen
Walderlebniszentrum Heidelsburg soll erweitert werden
Die Gemeinde Clausen will nun die Zulässigkeit der Errichtung von Gebäuden im Hollertal prüfen. Bauherr des Projekts mit pädagogischem Schwerpunkt ist der Verein Waldritter Südwest. Beim Walderlebniszentrum geht es unter anderem um Rollenspiele und Naturerlebnisse für Schulklassen und Jugendgruppen. Der Gemeinderat brachte das Projekt am Montag mit einem Aufstellungs-und Auslegungsbeschluss sowie einem Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes der Verbandsgemeinde auf den Weg.
Ingenieur Bernd Naßhahn vom planenden ISA-Büro (Heltersberg) berichtete, dass einige Blockhütten als „kleines Handwerkserlebniszentrum“ (Backhaus, Badehaus, Schmiede) vorgesehen seien. Für das Bildungszentrum eins seien eine überdachte Feuerstelle, Kräutergarten, Amphitheater und ein zweites Haupthaus im Gespräch. Nachgedacht werde auch über einen Wasserlehrpfad (Steg, Pfahlbauten, Hängebrücke). Für das Bildungszentrum zwei sind ebenfalls eine überdachte Feuerstelle und Baumhäuser geplant. Baumlehrpfad, Märchenwanderweg, Abenteuerwanderweg und Waldkunstpfad sollen dazukommen. Es sei wichtig, den pädagogischen Umgang mit der Natur in Verbindung mit einem Walderlebnis interessant für Kinder und Jugendliche (von sechs bis 16 Jahren), Gruppen, Schulklassen und Jugendvereine zu machen, erzählte der Vertreter von ISA. Angelegt sei das Projekt auf 15 Jahre.
Verkleidet durch den Wald
Die Waldhüter, pädagogisch geschulte Betreuer, sollen die Kinder und Jugendlichen anleiten, berichtete Dieter Simon, pädagogischer Projektleiter der Waldritter Südwest und Vorsitzender des PWV Waldfischbach-Burgalben. Die mit Rollenspielen aufgepeppten Freizeit- und Erlebnisangebote, bei denen sich die Kinder als Waldritter verkleiden, seien sowohl lehrreich als auch ein Abenteuer, versicherte Simon. Die Gewandung werde gestellt. Deutschlandweit betreuten die Waldritter rund 25.000 Kinder auf diese und ähnliche Art. Ziel sei es, pro Woche einer oder zwei Schulklassen den Pfälzerwald nahezubringen. Dafür soll das Haupthaus mit Wasser- und Stromanschluss versehen, und Übernachtungen sollen angeboten werden. Eines der Blockhäuser solle als Lager für Fahrräder bereitstehen. Das Walderlebniszentrum soll laut Simon eine Lücke bei Freizeitangeboten im Naturpark Pfälzerwald-Nordvogesen schließen.
Naßhan berichtete, dass es sich um ein nicht privilegiertes Vorhaben im Außenbereich handelt, das bauplanungsrechtlich abgesichert werden muss. Deshalb sollen zwei Sondergebiete für „Zeltplatz und Unterkunft für pädagogische Betreuung“ und „Waldpädagogikzentrum“ ausgewiesen werden. In Sondergebiet eins geht es um die ehemalige PWV-Hütte, Sondergebiet zwei befasst sich mit dem Freizeitgelände. Schwerpunkt seien der Zeltplatz und ein pädagogisches Erlebniszentrum. Der Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde, der für das Areal derzeit noch öffentliche Grünfläche (Camping und Spielplatz) und Wald vorsieht, muss geändert werden. Natur- und Artenschutzvorschriften würden eingehalten, betonte Naßhan. Die Maßnahmen würden eng mit dem Forst abgestimmt. Ein landespflegerischer Plan sei erstellt und mit den Beteiligten besprochen worden.
Projekt seit 2013 geplant
Das Projekt Walderlebniszentrum ist nicht neu. Anfang 2013 übernahmen die Waldritter die Hollertal-Hütte und das umliegende Gelände für 50.000 Euro von der Heinrich-Kimmle-Stiftung. Der Schwerpunkt der Freizeiten wurde auf „erlebnispädagogische Liverollenspiele“ festgelegt. Bis heute ist das so. Elektrizität und warmes Wasser gibt es bisher nicht. Die Gesamtfläche der Anlage beträgt zirka 20.000 Quadratmeter. In nördlicher Richtung steht die ehemalige Vereinshütte des PWV, Ortsgruppe Waldfischbach-Burgalben. Da beide Vereine, Waldritter und PWV, ähnliche Ziele hatten, wollte der PWV das kleine Gebäude den Waldrittern kostenlos zur Nutzung überlassen. Das erwies sich wegen bürokratischer Hürden als schwierig. Ein Miet- und Gestattungsvertrag wurde zwischen Landesforsten Rheinland-Pfalz und dem Verein Waldritter Südwest getroffen. Bis zu einer Million Euro wollte der Waldritterverein in sein Projekt investieren, hatte Dieter Simon von den Waldrittern angekündigt. Wie sich herausstellte, ist das Grundkonzept für das Walderlebniszentrum erhalten geblieben.