Pirmasens Von wem stammen Pornos in Familien-Whatsapp?

Vor der Jugendrichterin am Amtsgericht in Pirmasens muss sich der Angeklagte verantworten.
Vor der Jugendrichterin am Amtsgericht in Pirmasens muss sich der Angeklagte verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hat einen 25-Jährigen aus dem Landkreis Südwestpfalz vor der Jugendrichterin des Amtsgerichts Pirmasens angeklagt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern, Verbreitung pornografischer Inhalte und Bedrohung.

Laut Anklage soll der Mann im Januar mindestens eine Datei in eine Whatsapp-Gruppe gesendet haben, die Personen beim Geschlechtsverkehr zeigt. Bei dieser Gruppe handelt es sich anscheinend um eine Familien-Chat-Gruppe, der auch 11-, 14- und 16-jährige Mitglieder angehören. Als ein Gruppenmitglied äußerte, dass es das Versenden solcher Dateien nicht gut fände, soll der Angeklagte gedroht haben: Sie sei voll eine Deutsche geworden und wenn sie komme, schlage er sie.

Der Angeklagte streitet die Vorwürfe energisch ab. Er habe weder gedroht noch Pornodateien gesendet. Als er von den Bildern gehört habe, sei er geschockt gewesen. Er habe selbst kleine Kinder, sagte er. Nur zwei bis drei Mal sei er in der Gruppe gewesen, dann habe es Streit gegeben und er sei ausgetreten. Die „schlimmen Sachen“ habe ein namentlich genanntes, anderes Mitglied geschickt, als er nicht mehr in der Gruppe gewesen sei. Der Betreffende habe ihm das selbst erzählt. Und: „Jeder sagt was anderes“, äußerte der Angeklagte. Es gebe auch Strafverfahren gegen andere Mitglieder der Chat-Gruppe, sagte er.

Da mehrere Zeugen nicht erschienen waren, unterbrach das Gericht die Verhandlung bis zum 14. November. Gegen die beiden Nichterschienenen verhängte das Gericht Ordnungsgelder von 60 beziehungsweise 100 Euro, ersatzweise je zwei Tage Ordnungshaft. Und es erlegte ihnen die durch ihr Nichterscheinen entstandenen Kosten auf.

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