Kreis Südwestpfalz Vielbeinig und einfallsreich

„Wie Bauer Klaus die Liebe fand ...“ stellte das CHN-Männerballett tänzerisch und turnerisch dar.
»Wie Bauer Klaus die Liebe fand ...« stellte das CHN-Männerballett tänzerisch und turnerisch dar.

Ihr diesjähriges Motto setzten die Herschberger Narren bei ihrer Prunksitzung trefflich um: „Fasnacht auf dem Land – weit und breit bekannt!“, lautet in der laufenden Kampagne das Leitmotiv, das sich am Samstagabend in der Bürgerhalle als roter Faden durchs Programm zog. Ursprünglich, unverfälscht und hausgemacht, aber in keiner Weise provinziell präsentierte der Carnevalverein von der Sickinger Höhe seine Vorzeigeveranstaltung.

Aus dem Vollen schöpfen kann man in Herschberg seit Jahrzehnten in allen klassischen Fasnachts-Disziplinen. Oftmals standen schon die Eltern der heutigen Aktiven auf der CHN-Bühne. Das merkte man auch der 2019er-Ausgabe der Prunksitzung an, die höchst unterhaltsam vom ersten bis zum letzten Moment war. Viereinhalb Stunden sind eine lange Zeit, die aber, weil ausnahmslos mit tollen Nummern gespickt, zum puren Vergnügen wurden. Gänsehautatmosphäre gleich zu Beginn: „Was wär ohne Herschberg die Höh“, schmetterten viele hundert Kehlen das traditionelle Herschberger Lied durch den Saal. Imposant dazu der Aufmarsch von derart vielen Aktiven, dass man Respekt vor den Konstrukteuren der Bühne bekam. Diese gehörte dann aber ganz alleine dem Tanzmariechen-Duo Amira Hall und Zoe-Sophie Rutz, die vor zwei Jahren erstmals an den Start gegangen waren und sich bereits zu vielversprechenden Talenten entwickelt haben. Dieser rasante Auftritt war der Startschuss für ein wahres Feuerwerk an tänzerischen Höhepunkten. Minigarde, Tanzmäuse, Grashüpfer, Junioren- und Funkengarde, dazu die Schautanzgruppe, das Männerballett und der Gardetanz der blau-weißen Funken aus Landstuhl. Jannik und Niklas Hirsch schimpften über ihre peinlichen Eltern, Klaus Bohl weihte als „Alter Esel“ in die Geheimnisse eines Bauernhofes ein, und Ehrenpräsident Udo Wagner, der gemeinsam mit CHN-Präsident Andreas Drexler durch die Sitzung führte, bewies auch in diesem Jahr in der klassischen Bütt scharfe Beobachtungsgabe, als er als Landwirt in geschliffenen Reimen kleine und große Ärgernisse aus Gesellschaft und Politik anprangerte. Zu den Gästen des Abends zählte „Frau Allerschenschd“ alias Heike Förch vom KV Zweibrücken, die ihre große Klasse im Wechselspiel mit dem Publikum bewies und die seit Jahren bewährte Drei-Mann-Band „Fullhouse“ trefflich integrierte. Auch die aus Herschberger Aktiven bestehenden „Närrischen Vagabunden“ und Michael Fischer von den Ex-Tollitäten Kaiserslautern sorgten für Musik.

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