Kreis Südwestpfalz Verbandsgemeinde-App „zukünftig unerlässlich“

Der BVB-Verlag hat bereits Apps für Dörfer und Städte aus ganz Deutschland erstellt. Für die sind Apps und die gedruckten Brosch
Der BVB-Verlag hat bereits Apps für Dörfer und Städte aus ganz Deutschland erstellt. Für die sind Apps und die gedruckten Broschüren kostenlos. Der Verlag finanziert sie über Anzeigen.

Wo bekomme ich in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben welche Waren und Dienstleistungen? Wo gibt es Kindergärten? Wie sind die Öffnungszeiten? Wo lässt sich wandern und einkehren? Diese und weitere Fragen könnten in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben in Zukunft mit Hilfe einer Bürgerinformationsbroschüre und einer App beantwortet werden. Mit beiden Möglichkeiten befasste sich der Tourismusausschuss der Verbandsgemeinde vergangene Woche.

Dass vor allem die App bei der Verwaltung als zukünftig unerlässlich angesehen wird, machte Verbandsbürgermeister Thomas Peifer deutlich. Die Bürgerinformationsbroschüre gibt es gedruckt und als E-Book auf der Internetseite der Verbandsgemeinde – auch in spezieller Version für Menschen mit Sehbehinderungen. Wie die Broschüre und die App aussehen könnten, erläuterte Kerstin Bruder vom BVB-Verlag. Der Verlag arbeitet bundesweit mit Kommunen zusammen – unter anderem mit dem Landkreis Südwestpfalz und der Stadt Zweibrücken (wir berichteten am 21. Juli). Mit den beiden Produkten werden laut Bruder zwei verschiedene Zielgruppen angesprochen – auch wenn es inhaltlich notwendige Überschneidungen gibt: Bürger und Neubürger mit der Bürgerinformationsbroschüre, vornehmlich Gäste mit der App. Eine Bürgerinformationsbroschüre sei ein idealer Weg, um Neubürger zu informieren, sagte Bruder. In der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben gebe es nach dem Zusammenschluss zweier früher eigenständiger Verbandsgemeinden einigen Informationsbedarf. Die Broschüre diene als Orientierungshilfe und vermittle Wissenswertes. Redaktionell entscheide die Verbandsgemeinde über die Inhalte, erläuterte Bruder. Für die Kommune sei die Bürgerbroschüre kostenfrei. Der Verlag finanziere sich über Anzeigen. Eine App, die auf Mobilgeräten läuft, könnte sieben Menüpunkte umfassen: Informationen, Sehenswürdigkeiten, Stadtrundgang, Adressen von A bis Z, Behördenwegweiser, News und Veranstaltungen sowie Notfallnummern. Dabei gebe es wieder unzählige Möglichkeiten, diese zu gestalten. Zum Beispiel könne unter News jeweils das Amtsblatt verlinkt werden, wenn gewünscht, erläuterte Bruder. Ein achter Baustein der App – der sogenannte Mängelmelder, über den Bürger Mängel anzeigen konnten – sei derzeit wegen der neuen Datenschutzgrundverordnung nicht nutzbar. Satt des Buttons Stadtspaziergang, der in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben keinen Sinn ergebe, werde überlegt, ob hier nicht Wanderwege eingestellt werden könnten, sagte Lea Straßer, bei der Verbandsgemeinde für Tourismus zuständig. Auch die App wäre für die Verbandsgemeinde kostenlos, erläuterte Bruder. App und Bürgerbroschüre seien gleichzeitig nicht umsetzbar, da sich beides über Werbeeinnahmen finanzieren müsse und die Zahl der Werbetreibenden innerhalb der Verbandsgemeinde begrenzt sei. In der App bekäme jedes Unternehmen in der Verbandsgemeinde einen kostenlosen Grundeintrag. Aber sie eröffne den Unternehmen unzählige zielorientierte Werbemöglichkeiten. Diese wären allerdings nicht mehr kostenfrei, erklärte Bruder. Sollte die App online gehen, werde auf analoge Weise – mittels Information an jeden Haushalt in gedruckter Form – darüber rechtzeitig informiert. Die App sei super, sagte Ausschussmitglied Ludwig Mayer. Aber er stelle sich die Frage, ob die Verbandsgemeinde nicht erst ihre Internetseite überarbeiten solle. Ihm seien da zu wenig Informationen über die Ortsgemeinden enthalten. Auch hier gebe es zwei Adressatengruppen zu unterscheiden, sagte Straßer. Das Touristische werde über den Internetauftritt des Pfälzer Mühlenlandes erfasst, der auf der Verbandsgemeindeseite aus rechtlichen Gründen – er umfasst mehrere Gebietskörperschaften – nur verlinkt werden könne. Die Verbandsgemeindeseite sei in erster Linie eine Bürgerinformation. Termine, die gemeldet würden, würden auch eingepflegt. Dass es hier während ihres Mutterschutzes eventuell mal Verzögerungen gegeben habe, könne sie nicht ausschließen. Aber sie wende wöchentlich viel Zeit auf, um eingehende Termine zu erfassen und online zu stellen, sagte Straßer. Zeitlich sei der Entscheidungsdruck nicht so groß, da für 2018 mit einem Verlag bereits vereinbart sei, dass wieder eine Informationsbroschüre über die Verbandsgemeinde erstellt wird. An digitalen Angeboten werde aber kein Weg vorbeigehen.

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